„Ich bin ein Journalist“

von Bo Zhang

Eindrücke nach einer Woche Begleitung chinesischer Journalisten in Deutschland

Kontakte und Taxi-Geld – das waren die Erfolgsfaktoren für einen chinesischen Journalisten. Zumindest habe ich es vor rund 10 Jahren so gelernt. Heute scheinen andere Maßstäbe zu gelten. „Ich liebe diesen Beruf und bin fest davon überzeugt, dass Pressefreiheit in China nicht zu stoppen ist“, sagt Zhang, Senior-Journalist bei einer der bekanntesten chinesischen Wirtschaftszeitungen. Gemeinsam mit 9 Kollegen besuchte er schwäbische Mittelständler und die  EuroBLECH – eine der wichtigsten Fachmessen für Metallverarbeitung – organisiert von Storymaker.

Sieben Tage quer durch Deutschland: Die Reise war anstrengend, aber auch sehr informativ. Abends haben die Journalisten sich untereinander viel ausgetauscht. Ein heißes Thema war immer die Zukunft der chinesischen Presse.

Wie praktiziert man in China eine kritische Berichterstattung?  Yin, Journalist von der Wirtschaftszeitung „21th Century Business Herald“ erzählte: Er hat während dem Ölskandal in Dalian 2010 über 20 kritische Berichte über die chinesischen staatlichen Öl-Konzerne geschrieben. „Die chinesischen Öl-Konzerne mögen mich ganz und gar nicht und werden mich auch niemals mehr zu Pressekonferenzen einladen. Aber ich bleibe dabei, dass ich selbst recherchiere. Dafür vertrauen mir  meine Leser.” Vertrauen und Anerkennung des Lesers sind die größten Schätze, die man statt Geld gefunden hat. Yin hat erlebt, dass die Wahrheit für Journalisten anstrengend sein kann und Standfestigkeit erfordert: „Einmal hat ein Pressesprecher mir wegen meiner Berichte über 100 Nachrichten geschrieben und wollte sogar eine große Summe auf meine Konto überweisen. Aber das Vertrauen des Lesers ist viel wichtiger. Am Ende hat er seinen Job gekündigt.“ Jetzt würde mich noch interessieren, ob die Firma auch etwas für die Krisenkommunikation daraus gelernt hat.

Durch die Privatisierung der Zeitungen und Zeitschriften sind viele chinesische Medien marktorientierter und mutiger geworden. Um mehr Leser zu gewinnen, müssen sie ständig kreativ und auch kritischer sein.
Der 18. Parteitag der KP fand am 08. November 2012 statt. Die Anzahl der Mitglieder des Zentralkomitees  soll von neun auf sieben reduziert werden. Eine der zwei abgeschafften Mitglied-Stellen ist höchstwahrscheinlich der Zuständige für die Presse. Das wäre ein Meilenstein für die Entwicklung der chinesischen Presse. Wer weiß, vielleicht gibt es bald einen Presseaufschwung in China, so ähnlich wie in der Wirtschaft der letzten 20 Jahre.

  • http://kommunikationsabc.de/2012/11/16/pr-beitraege-462012-zeitungssterben-social-media/ PR-Beiträge 46/2012: Zeitungssterben & Social Media | kommunikationsABC.de

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