Storyblogger - Weblog für Public Relations

iPad Apps aus der Medienwelt: Teil 1 – Brand Eins

von Björn Eichstädt

Seit gestern ist das Apple iPad auch in Deutschland auf dem Markt. Viele Verlage erhoffen sich von dem Gerät und ähnlichen Tablet Computern einen neuen Aufschwung im Bereich der Bezahlinhalte ihrer journalistischen Produkte. Wie sehen die iPad Apps der deutschen und internationalen Verlagshäuser aus, was kann man mit ihnen machen und wie nutzen sie die Möglichkeiten, die ein Gerät wie das iPad anbietet? Dieser Frage geht die neue Storyblogger-Reihe “iPad Apps aus der Medienwelt” in kurzen Videobeiträgen zu einzelnen Apps nach.

Im ersten Teil befasse ich mich mit der iPad App von Brand Eins. Die App bringt das Wirtschaftsmagazins aus Hamburg beinahe eins zu eins auf das iPad. Und gerade das ist besonders charmant und zeigt, dass sich Brand Eins auch in der digitalen Welt auf sein edles Erscheinungsbild verlassen kann. Hier eine kleine Vorstellung der Brand Eins App in Bild und Ton:

Das iPad verändert meine Arbeit

von Björn Eichstädt

Das iPad steht ab morgen in den Läden. Und es ist jetzt schon so kritisch diskutiert wie kaum ein Apple-Gerät zuvor. Natürlich sind alle Apple-Tools Gegenstand kritischer Auseinandersetzung, denn die amerikanische Company öffnet mit fast jedem neuen Ansatz Tore in hypothetische oder ganz reale Zukunftsszenarien. Aber derzeit ist die Diskussion besonders heftig. Weil die Hoffnungen auf ein alles könnendes Wundergerät so groß sind – die Ernüchterung dann aber kommt, wenn in irgendeinem Artikel ein kritisches Wort zum iPad verfasst wird. Oh Gott, doch nicht so toll. Und dann kommt die Wut auf Steve Jobs.

Dabei hat Apple mit dem iPad – das ich jetzt seit etwa 3 Wochen nutze – alles eingehalten, was versprochen wurde, nur haben viele einfach nicht genau hingehört. Vor allem die Kritiker, die dem Gerät vorwerfen, dass es weder das iPhone ersetzen würde noch ein Laptop, sollten sich noch einmal die ersten Sätze von Steve Jobs Keynote zur iPad-Vorstellung ansehen:

Das iPad ist nach drei Wochen Einsatz für mich genau zu dieser Nutzungseinheit geworden, einer “Third Category”. Ich will weder auf mein Smartphone verzichten, noch auf ein Laptop. Aber: Das iPad eignet sich wunderbar, um im Zug oder Flugzeug in einer Zeitung zu Blättern, auf der Couch oder auf dem Flur (Abseits des Schreibtischs) Emails zu versenden und auch mal ausführliche Notizen zu machen. Um Spiele zu spielen, Filme im Bett zu schauen – und auch mal selbst aktiv Musik zu machen (das war mein erster Einsatz für das Gerät). Für Social Media ist das Gerät ebenso hervorragend geeignet: Twitter, Facebook und Co machen großen Spaß. Und der Webbrowser zeigt mir viele Online-Magazine in Top-Qualität und voller Web-Ausstattung (außer, wenn Flash genutzt wird. Aber das wurde schon im Laufe der letzten 3 Wochen merklich weniger, weil sich gerade Medienseiten auf den Verzicht Apples auf Flash einstellen).

Und was man nicht vergessen darf: ähnlich wie beim iPhone ist die Grundausstattung des iPads nur ein Teil der  Miete. Als ich kürzlich mit einem Kunden telefonierte, malte ich mit der App “Penultimate” – eine Art Moleskine-  Notizbuch für das iPad – eine Skizze auf das iPad, während ich meinen Gedankengang erklärte. Im Anschluss  schickte ich die Skizze direkt aus der App an den Email-Account des Gesprächspartners. Nur eine der nützlichen  Anwedungen des iPads, die mir künftig den Arbeitsalltag erleichtern werden.

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Ach – und ja: diverse Medien-Apps, wie die von Brand Eins, Wired, der FT etc. sehen schon sehr gut aus. Dazu aber in Kürze ein separater Beitrag.

Neue Rekorde

Simone Anders in Schanghai

Der Countdown läuft: in nur fünf Tagen beginnt die EXPO 2010 in Shanghai und sie setzt neue Maßstäbe, vor allem auch was die Besucherzahlen betrifft. Die größte Expo der Geschichte erwartet nach offiziellen chinesischen Angaben etwa 70 Millionen Besucher. Schon zu den Testeröffnungen, die seit fünf Tagen laufen, drängten unzählige Gäste auf das Gelände der Weltausstellung: Allein am ersten Tag waren es nach offiziellen Angaben 200.000. Der Andrang war so groß, dass nicht nur das Metrosystem völlig überlastet war; der Deutsche, Französische und Britische Pavillon mussten aufgrund der Menschenmassen vorübergehend schließen.

Großer Ansturm bei der Texteröffnung der Expo diese Woche (Quelle: Kaixin001.com)
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Am Wochenende entspannte sich die Lage etwas. Der Andrang war immer noch groß, aber die Atmosphäre vergleichsweise ruhig. Die Schanghaier reihten sich in die Schlangen vor den schon geöffneten Pavillons ein und bummelten über das Expo-Gelände.
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Große Nachfrage auch beim Pavillon Nord-Koreas, der sich unter dem Motto „Paradise for People“ präsentiert.
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Meine Verwandlung als Filmkomparse: Back to 1963

Von Ines Brunner

Das Warten hat sich gelohnt: Ich bin dabei als Komparse in Andres Veiels Film „Wer wenn nicht wir“, der unter anderem in Tübingen gedreht wird. Nach bestandenem Casting steht nun einen Monat später die Kostümprobe an. Die Kostümbildassistentin soll mein Äußeres aus dem 21. Jahrhundert in die frühen 1960er Jahre versetzen. In einer Tübinger Tanzkneipe werde ich einen Gast verkörpern. Auch meine Twist-Kenntnisse gilt es dann unter Beweis zu stellen.

Für die Kostümbildassistenten und Friseurinnen ist es nun schon der dritte Tag, an dem sie geduldig Schauspieler und Komparsen im Look der Sixties einkleiden sowie frisieren. Vor zwei Monaten begannen ihre Vorbereitungen dafür. Bis zu 95 Fittings, so der Fachausdruck für die Kostümprobe, führen die Mitarbeiterinnen der Berliner Produktionsfirma zero one film GmbH gemeinsam mit der zweiten Regieassistentin täglich durch. Heute ist es etwas entspannter und so wird aus meinem geplanten 20-minütigen Fitting schnell ein einstündiges.

Wohin das Auge blickt, nichts als Kleiderstangen bestückt mit dem, was der eigene Fundus und auf Kostümverleih spezialisierte Firmen zu bieten haben. Nach einer kurzen Begutachtung sucht die Kostümbildassistentin in den unzähligen Kleidungsstücken nach etwas Passendem für mich. Strümpfe, Schuhe, Kostüme, Hüte, Handtaschen, sogar Mieder – alles gibt es hier. Zunächst trage ich ein rotes Kleid. Damit ist die Kostümbildassistentin noch nicht zufrieden. Wer meint, dass damals schon Miniröcke modern waren, der irrt. Ein taillierter Bleistiftrock, der brav die Knie bedeckt, muss her. Der dritte Rock wird der meine. Hier und da noch etwas abgesteckt – und dann kann die Schneiderin ans Werk. Rund 20 Prozent der Kleidung, die oft aus nicht wirklich atmungsaktivem Polyester und Dralon besteht, muss geändert werden. Doch je später man zur Kostümprobe kommt, desto geringer die Auswahl und desto mehr muss geändert werden. Auch deswegen zieht sich meine Kostümprobe in die Länge. Neben mir kleiden sich zwischenzeitlich zwei weitere Komparsen für eine Gasthaus- und Schulszene an. Immer wieder wird meine Kleidung in die richtige Position gezupft. Nach mehrmaligem Umkleiden komplettieren schließlich ein adrettes pastellfarbenes, extrem elastisches Oberteil und Pumps mit Pfennigabsätzen meinen Look.

Um in diesen Schuhen ordentlich Twist tanzen zu können, werde ich wohl noch etwas üben müssen. Bequem ist die Kleidung nicht – das Atmen und Bewegen fällt im hochgeschlossenen Rock schwer. Zehn Stunden muss ich es beim Dreh darin aushalten. Und was passiert, wenn am Set eine Naht reißt? Dann wird sie schnell genäht, geklebt oder einfach mit Nadeln zusammen gesteckt. Ordnung muss sein, denn die Twist-Tänzer waren sehr auf ein gepflegtes Äußeres bedacht.

Weiter geht es mit Phase zwei der Verwandlung, der Maske. Als mich die Friseurin erblickt, meint sie mit überzeugendem Nachdruck: „Ah, eine Dame, die ihre Haare unbedingt schneiden lassen will.“ Meine Einwände finden kein Gehör. Ich komme nicht umhin, das Haar muss ab. Gute zehn Zentimeter opfere ich für meine Statistenrolle. Offensichtlich gehöre ich nicht zu der Mehrheit der Damen, die laut der Friseurin „ganz wild auf einen neuen Haarschnitt sind“. Links und rechts neben mir erhalten ein Student sowie ein Intellektueller in spe eine brave Kurzhaarfrisur mit strengem Seitenscheitel. Wo eben noch Bart war, ist nun gründlich rasierte Gesichtshaut. Doch mit meinem neuen Schnitt nicht genug. Dank Glätteisen, riesigen Lockenwicklern, Toupage und Tonnen von Haarspray wird mein Haar „einbetoniert“, wie die Friseurin meint. Zunächst hat die Frisur etwas Helmartiges – Ähnlichkeiten zur Haarpracht von Königin Sylvia von Schweden lassen sich nicht abstreiten. Ein Dutzend Haarklemmen und ein Haarreif runden das Werk ab. Eins ist gewiss: Beim Dreh muss die Frisur bis zu dreimal aufgefrischt werden. Zum Schluss dokumentiert ein Foto nebst Zettel, der meine Komparsenrolle beschreibt, mein neues Aussehen.

In rund drei Wochen fällt dann auch für mich die Filmklappe. Ich stimme mich derweil schon einmal auf meine Statistenrolle mit Chubby Checkers „Do the Twist“ oder „Let’s Twist Again“ ein. Und werde berichten…

„And Action!“ … oder auch nicht

Ein Blick hinter die Kulissen des Komparsen-Castings für den neuen Film von Andres Veiel

Von Ines Brunner

In Tübingen wird gedreht – und Komparsen werden auch noch gesucht, erfahre ich aus der Lokalzeitung. Dann gleich los zum Casting. Am Samstag den 13.03. hatte ich meine Casting-Premiere für den Film „Wer, wenn nicht wir“ bei der Tübinger Casting-Agentur bcasted. Der Regisseur Andres Veiel, der mit dem Film „Black Box BRD“ (2001) bekannt wurde, verfilmt in seinem ersten Spielfilm die Liebesgeschichte der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin und des Schriftstellers Bernward Vesper. August Diehl, den wir als den Buddenbrook Bruder Christian oder in Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“ als SS-Sturmbannführer Dieter Hellstrom erleben durften, spielt die männliche Hauptrolle. Warum der Drehort Tübingen? Ganz einfach: Ensslin und Vesper haben hier Anfang der 60er Jahre studiert.

Obwohl in Deutschland ja gefühlt jeder Zehnte bereits in einer Casting Show war – hier ein Blick hinter die Casting-Kulisse für alle, die bei diesem Thema Neuland betreten: Als Komparse in spe heißt es zunächst, unzählige Fragen beantworten und Zettel ausfüllen. Von den üblichen Fragen zur Person, Körpergröße, Gewicht, ersten Film- oder Modelerfahrungen bis hin zu besonderen Fähigkeiten – die Casting-Agentur will einfach alles wissen. Ob ich Feuer spucken, jonglieren oder Ballett tanzen kann? Ich muss leider alles verneinen. Also geht es dann doch nicht nur um Statisten, die eben mal zufällig die Straße lang laufen oder im Café sitzen. Kleinere Rollen oder Texte sind auch im Angebot. „Ja, das kann nicht einfach mal so jeder machen“, betont Brigitte Hofmann, Inhaberin der Casting-Agentur. „Das müssen schon Leute sein, die seit längerem Theater spielen oder Schauspielunterricht hatten.“

Brigitte Hofmann Casterin

Die studierte Rhetorikerin führt seit 2004 mit ihrer Agentur Castings für Kino- und TV-Filme sowie Werbefotografien durch. Ihre Komparsen waren u.a. bereits in den Filmen „Baader-Meinhof-Komplex“ (2008), „Requiem“ (2006) oder in der „SOKO Stuttgart“ (2010) zu sehen.

Allein in der ersten Stunde treffen rund 50 Casting-Teilnehmer in den momentum-photo-Studios in der Tübinger Weststadt ein. Nicht nur Studenten, auch Familien samt Hund und einige Senioren füllen geduldig die Fragebögen aus und lassen sich von den Fotografen Stefan Kunkel und Bertram Schaedle ablichten. Beim ersten Foto fühle ich mich an Gefängnisbilder erinnert – Nummer vor den Oberkörper halten – der Unterschied: hier darf man lächeln. Dann bitte einmal „das ernsteste Gesicht der Welt“ und im Anschluss jeweils ein Profilfoto von jeder Seite. Das war’s auch schon. Schminken und Stylen ist dem Komparsenanwärter selbst überlassen.

Und wie geht es dann weiter? „Die Regieassistenz erhält von uns nach dem Casting eine CD mit den Fotos, auf der wir schon eine Vorauswahl getroffen haben, welcher Komparse welche Person darstellen könnte. Ergänzend zu den Castings schaue ich auch noch in meiner vorhandenen Kartei nach und frage entsprechende Personen an.“ Die Regieassistenz – Hofmanns Schnittstelle zum Regisseur – schickt ihr vor dem Casting genaue Anforderungen darüber zu, welche Personen für welche Szene in welcher Location benötigt werden. Mit dem Regisseur selbst hat sie keinen Kontakt. Nach dem Buchen der Statisten steht die Kostümprobe an. Oft werden die Komparsen erst einen Tag vor dem Drehtermin via E-Mail gebrieft, wo und wann der Dreh stattfindet.

Bei seinem aktuellen Film braucht der Regisseur zum Beispiel 155 Komparsen, die Studenten in einer Massenszene in der Tübinger Universität, Passanten, Intellektuelle oder Passanten darstellen. Und was macht einen guten Komparsen aus? „Bei Massenszenen müssen die Laienschauspieler flexibel sein. Freundlichkeit und ein umkompliziertes Wesen ist bei einem langen Drehtag sehr wichtig“, sagt die Casterin. „Was ich nicht am Set gebrauchen kann, sind ‚Möchtegern-Superstars’.“

Komparsen Casting

Komparse ist man nicht einfach mal so nebenbei. Zeitliche Flexibilität ist hier oberstes Gebot. Und wer nur am Wochenende oder abends Zeit hat, hat schlechte Karten. „Ein Drehtag beginnt normalerweise um sieben Uhr und kann bis zu zehn Stunden dauern. Sobald Licht da ist, wird gedreht. Beim Oscar-nominierten Film ‚Baader-Meinhof-Komplex’ ging es zum Beispiel für meine 300 Komparsen morgens halb fünf in Stammheim los“, erklärt Hofmann. Reich wird man als Statist nicht. Fünfzig Euro gibt es pro Drehtag – ohne Reisekostenersatz, dafür mit Verpflegung. Aber den Bewerbern geht es oft eher ums Dabeisein als um das Aufbessern der Haushaltskasse.

Für mich heißt es nun erst einmal abwarten. Wer herausfinden will, ob ich es beim Statisten-Casting für „Wer, wenn nicht wir“ in die Endauswahl geschafft habe, dem bleibt wohl nur übrig, im Film nach mir Ausschau zu halten… oder meinen nächsten Blog-Eintrag zu lesen.

Eine iPhone Performance auf der CeBIT

Die Webciety und “me @ web”

von Björn Eichstädt

Im Rahmen der CeBIT fand auch in diesem Jahr die “Webciety” statt. Ein Ausstellungsbereich, der sich voll und ganz auf die Veränderung der Wirtschaft und der Welt durch die Social Media konzentriert.

Ich hatte in diesem Jahr die schöne Gelegenheit, an einer Podiumsdiskussion zum Thema Personality Branding im Web 2.0 mit dem Titel “Me @ Web” teilzunehmen. Neben Sascha Lobo und Marcell D’Avis von 1&1 (Sie wissen schon: der Kundenzufriedenheitsbeauftragte) waren noch die Webexpertin Natasha Saxberg und Marco Ripanti von der ekaabo GmbH mit dabei. Und eben ich. Es ging um spannende Fragen, die Authentizität ebenso wie die Marke im Netz. Und auch die kritische Anmerkung, ob wir denn wirklich Marken oder nicht doch eher Persönlichkeiten in den neuen digitalen Welten sind.

Die komplette Diskussion inklusive Einführungsvortrag von Natasha Saxberg gibt es hier:

Der Ruin für kleine PR-Agenturen?

von Björn Eichstädt

Der Vorstoß von Axel Springer ist spannend. Gewerbliche Nutzung von Verlagsinhalten soll künftig nicht mehr kostenfrei möglich sein. Auf den ersten Blick ein spannender Vorstoß, auf den zweiten Blick komme ich ins Grübeln. Denn je nachdem, wie viel die Nutzung kosten soll und wie viele Verlage und Angebote sich anschließen würden, könnte da schon ein ganz schönes Sümmchen zusammenkommen. Leidtragende wären vor allem die, deren Arbeit vor allem von Medien bestimmt ist. Denn wenn ein PR-Schaffender künftig jede professionelle Website, die er sich aus Recherchegründen ansehen muss, bezahlen müsste, dann wäre das gerade für Einzelkämpfer und Kleinstagenturen kurz nach Gründung ein spannender Kostenfaktor. Ich habe das noch nicht genau durchdacht. Aber ein Problem sehe ich für Medienschaffende schon. Meinungen?

Das Erdschichtenmodell der Online-Kommunikation

von Björn Eichstädt

In den Wirren von Social Media und Corporate Media, von Twitter, Facebook, Xing, Website, Newsletter und Co. geht derzeit manch einer unter. Wer sich nicht ausführlich mit den aktuellen Entwicklungen in der Online-Kommunikation befasst, der sieht den Wald oft vor lauter Bäumen nicht mehr. Das ist mir in den vergangenen Wochen und Monaten bei diversen Schulungen und Seminaren immer wieder aufgefallen. Und ich bin mir auch immer klarer darüber geworden, dass wir eingängigere Modelle brauchen, um denjenigen, die nicht von morgens bis abends bei Twitter sind, die Welt der Online-Kommunikation begreiflicher machen. Denn die Gefahr, dass die Experten die Einsteiger abhängen, scheint mir immer mehr gegeben. Und das sollte professionellen Beratern eigentlich nicht passieren.

Deshalb hier ein erster Versuch als Video: “Das Erdschichtenmodell der Online-Kommunikation”. Ich bin gespannt auf Reaktionen. Ganz klar: Das ist eine Skizze, über Ergänzungen freue ich mich.

Zusammengefasst:

Im Kern: Die Hostingplattformen, die Content vor allem im Hintergrund halten.

In der Mitte: Die Corporate Media wie Website, Blog oder Newsletter, die sowohl dem Hosting von Content dienen können, als auch der primären Kommunikation

Auf der Erdoberfläche: Die Kommunikations-Touchpoints und -plattformen

Google Buzz oder Die nächste Innovation lauert beim Inhalt

von Björn Eichstädt

Google Buzz. Eine Verknüpfung von Ideen und Kanälen. Irgendwie Mail, Facebook, Twitter und alles andere. Zusammengebaut von Google, dem mächtigsten und an vielen Stellen auch innovativsten Internetunternehmen des Planeten. Lokalisieren geht auch, weshalb es Foursquare mit der Angst zu tun bekommt. Vielleicht. Und ich? Ein einstmals Begeisterter, einer der in Social Media viel Innovation sieht, zucke nur mit den Schultern. Ja, eine neue Art zu verknüpfen, noch mehr zu vernetzen, noch mehr zu diskutieren, noch mehr, noch schneller. Aber ganz ehrlich: es interessiert mich kaum mehr. Und ich glaube auch nicht, dass weitere Plattform- und Tool-Innovationen das Social-Media-Thema in Zukunft treiben werden.

Google Buzz. Ist für mich auch ein Symbol. Schon der Name sagt auf der Metaebene viel. Denn das Tool sorgt für Buzz (idealerweise) und ist Buzz (in seiner eigenen Verbreitung). Aber ist Buzz das, was wir brauchen. Das, was auch die Unternehmen stärker in Richtung Social Media führen wird? Ich glaube nein. Die Verantwortlichen in Unternehmen, mit denen ich täglich zu tun habe, sind froh, wenn sie die bisherigen Tools der Social Media unter einen Hut bekommen. Wenn sie verstehen, wie Twitter, Facebook, Xing, YouTube, Slideshare und Co zusammenspielen können und welche Inhalte – !!! – sie über diese Kanäle kommunizieren können und wie sie hier in Interaktion mit ihren Zielgruppen treten können. Eine weitere Produktinnovation, die doch wieder nur eine weitere Zerfaserung ist, führt hier nicht dazu, dass etwas weitergeht. Und auch das müssen wir uns als professionelle Kommunikatoren klar machen.

Google Buzz. Aus meiner Sicht ist Google Buzz auch der Punkt, an dem sich inhaltliche Kommunikationsberater von der Tool-Anhäufung verabschieden und sich wieder mehr auf den Inhalt konzentrieren sollten. Wer mal ernsthaft schaut, was die PRler und Werber und anderen Kommunikatoren da täglich über Twitter oder Facebook jagen, der weiß vor allem eines: Um Inhalte, um wirkliche Stories geht es zunehmend selten. Die Verwunderung ist dann sehr groß, dass so wenig erfolgreiche Kampagnen laufen und auf den Kongressen immer die gleichen “Best Practices” zu sehen und hören sind. Ja. Sowas. Die nächste Innovation der Social Media lauert deshalb nicht in den Tools -sie lauert beim Inhalt. Da gehört sie auch hin.