von Björn Eichstädt
Es war eher ein Zufall: Weil mich eine bestimmte WDR-Sendung interessiert, die oft zu einer Zeit läuft, in der ich unterwegs bin, suchte ich im App-Store von Apple und fand eine offizielle iPhone App des WDR. Spannend. Noch spannender, dass fast alle ARD-Sendeanstalten, der SWR, der BR, der HR etc. eigene kostenlose, teilweise unglaublich umfangreiche Apps zur Verfügung stellen.
Eine faszinierende Erkenntnis, nachdem ich aufgrund des Streits um die Tagesschau App fest davon ausgegangen war, dass die öffentlich-rechtlichen Sender noch NICHT offiziell auf dem iPhone vertreten sind. Denn der Streit drehte sich ja immer darum, dass eine kostenlose Informations-App (die ja auch Radiosender bereitstellen) die Chancen auf Paid-Content-Modelle verringert. Ja, was denn nun?

von Björn Eichstädt
Timelines werden die neue Herausforderung in der Social-Media-Kommunikation – das wird mir immer bewusster. Denn jetzt, wo sich die Early-Adopter so ziemlich alle in Sphären oberhalb von 1.000 Followern bei Twitter oder 500 Kontakten bei XING befinden, taucht ein interessantes Phänomen auf. Die asynchrone Timeline.
In letzter Zeit ist es mir immer wieder passiert, dass mich Follower bei Twitter angeschrieben haben, mit dem Tenor: Sie twittern zu viel. Sie verstopfen meine Timeline. Und so weiter. Erst war ich verwundert, dann schaute ich mir meine Tweets im Kontext (meiner!) Gesamt-Timeline an und dachte: wieso, ist doch gar nicht so viel, andere twittern mehr. Und dann fing ich an mir Gedanken zu machen: Als wir 2008, Anfang 2009 anfingen, da hatten alle in etwa den gleichen Follower-Stand. Langsam wurden es mehr, aber man entwickelte sich kontinuierlich miteinander voran. Man folgte selbst immer mehr Personen, konsolidierte und pendelte sich schließlich bei ein paar hundert “Followings” ein. Die Timeline rauschte an einem vorbei und man gewöhnte sich peu à peu an die Geschwindigkeit. Doch mit der großen Twitter-Welle kamen immer mehr Twitterer hinzu. Die folgten erst ihren Freunden, die im Zweifel einmal am Tag einen Tweet absetzten, und dann vielleicht mir oder einem anderen “Viel-Twitterer”. Und natürlich: vermutlich sahen diese Personen unter 20 Tweets, 19 von mir. Ein Problem. Denn die Geschwindigkeit meiner Timeline unterscheidet sich signifikant von der desjenigen, der gerade erst mit Twitter beginnt.
Und jetzt kommt die klassische Frage, die jeder Kommunikationsberater kennt, der mit seinen Kunden auch über Social Media spricht: “Wie oft muss ich denn einen Tweet absetzen, um wahrgenommen zu werden?”… Bei Betrachtung der “asynchronen Timeline” muss ich sagen… hmmmmm…. es kommt drauf an, ob sie die Viel- oder die Wenigtwitterer erreichen wollen. Und ähnlich scheint mir das der Fall zu sein mit der Statusmeldung bei XING. Je nachdem wie viele Kontakte eine Person hat, ändert sich die Geschwindigkeit seiner Timeline. Der Faktor “Speed” ist also nicht zu verachten. Menschen leben auch im Netz in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Sie unterscheiden sich nicht nur signifikant vom Offliner, sondern auch untereinander. Das könnte wichtig werden für die Wahrnehmbarkeit von Twitter-Accounts von Unternehmen. Aber was man dagegen tun kann, das weiß ich selbst noch nicht so genau. Da würde mich auch Eure Meinung interessieren.
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