von Björn Eichstädt
Die Verknüpfung von mobilem Internet und Social Media mit Printpublikationen ist im Kommen. Ein absoluter Vorreiter der Branche ist die Redaktion von WELT KOMPAKT. Neben dem breiten Twitter-Einsatz experimentiert die Redaktion seit zwei Jahren mit QR Codes. Björn Eichstädt, Geschäftsführer von Storymaker sprach mit WELT KOMPAKT Redakteur Jürgen Stüber, der für das Internetressort der Tageszeitung verantwortlich zeichnet, über die Verknüpfung von mobile Web und Zeitung sowie den sinnvollen Einsatz von Social Media in einer Printredaktion.

WELT KOMPAKT setzt schon seit Ende 2007 auf QR Codes, ein Thema, das erst heute breiter in Deutschland diskutiert wird. Wie kam es zu diesem frühen Einstieg?
Wir hatten damals einen Volontär, der kam eines Tages in die Redaktion und erzählte, dass er ein komisches Quadrat mit Punkten und Mustern entdeckt hätte, das man mit dem Handy abfotografieren kann, um so mobil auf Websites zuzugreifen. Wir haben recherchiert, um genauer zu erfahren, was man mit den Codes machen kann. Innerhalb einer Woche hatten wir das im Blatt umgesetzt.
Damals gab es ja noch kaum Smartphones. Hat irgendjemand Ende 2007 tatsächlich über diese Codes aufs Internet zugegriffen?
Am Anfang in der Tat recht wenige. QR Codes waren zu der Zeit in Fernost bereits das ganz große Ding. Die Menschen hierzulande waren aber noch zögerlicher, was den Zugriff auf das mobile Web angeht.
Das hat sich ja – nicht zuletzt durch das iPhone – verändert. Merken Sie den „iPhone-Effekt“ schon bei den Zugriffszahlen via QR Code?
Wir erkennen einen Trend – das mobile Surfen kommt. Und mit ihm die QR Codes. Deshalb machen wir natürlich weiter.
Wie hoch sind denn durchschnittlich die Zugriffe via QR Code?
Das hängt davon ab, was wir verlinken. Allerdings lässt sich sagen, dass QR Codes noch kein Massenmedium sind – davon sind wir noch weit entfernt. Generell bleibt festzuhalten: Je nutzwertiger desto besser. Rezepte, Währungsrechner, Videos – das funktioniert.
Was war denn bisher der größte Renner?
Eine Seite mit Tipps zum iPhone –zu Zeiten der ersten iPhone-Generation.
Sie sind bei der WELT KOMPAKT für das Thema verantwortlich – wie wird man denn überhaupt QR-Code-Verantwortlicher?
Da ich für die Internetseite zuständig bin, hat sich das ganz natürlich ergeben (lacht).
WELT KOMPAKT kümmert sich ja zunehmend um Themen wie Twitter, Facebook und Co. Brauchen Sie noch ein eigenes Internet-Ressort oder spielt das Thema nicht in alle Bereiche hinein?
Wir nutzen das Ressort für neue Themen, zum Beispiel neue Plattformen. Der Bedarf ist vor allem dort, wo die neuen Entwicklungen kommen.
Zuletzt ist Ihre Redaktion dadurch aufgefallen, dass die komplette Redaktion bei Twitter aktiv ist. Was ist die Idee dahinter?
Wir wollen dem Leser die Möglichkeit geben, direkt im Newsroom bei der Entstehung von WELT KOMPAKT dabei zu sein. Die Interaktion findet statt, um Teilhabe zu erlauben, aber auch um Themen zu generieren. Uns ist die Meinung der Follower wichtig.
Die Zielgruppe „Digital Natives“ scheint eine große Rolle für Sie zu spielen. Dabei sollte das Internet doch die Print-Medien ruinieren. Warum kann sich WELT KOMPAKT in diesem Umfeld behaupten?
Wir thematisieren Inhalte, die unsere Zielgruppe interessieren. Print und Online ergänzen sich dabei wunderbar – der QR Code ist ja fast schon ein Sinnbild dafür.
von Björn Eichstädt
Die Kommunikation im Netz wird familiärer. “Tribes”, “Communities” oder wie man diese Gebilde auch immer nennen mag, werden für viele zu täglichen Tummelplätzen. Die Menschen innerhalb des eigenen Netzwerkes wachsen einem zunehmend ans Herz. Und damit beginnt das Vertrauen, das die Basis all dessen ist, was man die “Kommunikation der Zukunft” nennt. Ohne Vertrauen funktioniert “Word of Mouth” nicht, ohne Vertrauen sterben Communities. Und ohne Vertrauen sind Unternehmen und Marken dieser Kommunikation der Zukunft schutzlos ausgeliefert.
Doch wenn Vertrauen blind wird, wenn es in “Naivität” umschlägt, wenn viele Followers einem “Leader” ungeprüft alles abkaufen, dann kann es schnell riskant werden. Und hier kommen wir auf die Spammer, die Phisher, die Virenverbreiter zu sprechen, die es in Sozialen Netzwerken künftig leichter haben werden, als in klassischen Emailsystemen.
Gestern ist es mir passiert: mein privater Account @beichstaedt – derzeit von Twitter suspendiert – er hatte ab gestern Abend, ca. 19.30 Uhr, angefangen Direct Messages (DM) an die Follower des Accounts zu verschicken. Ich kann mich nicht erinnern, zuvor auf irgendetwas “geklickt” zu haben… Nun denn, mein Account verschickte irgendeine Botschaft “I made money on Google” und einen Link. Tatsächlich wurde ich kurz darauf von Followern per Mail und DM informiert – doch da war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Das Passwort habe ich schnell geändert, doch kurz darauf wurde mein Account seitens Twitter geblockt. Scheinbar, weil der Spammer sich automatisch wiederholt versuchte einzuloggen, das ohne Erfolg. Nun ist der Account erst einmal unerreichbar. Und erste DMs per Email berichten von folgender Situation: “Ich habe geklickt, da ist nichts passiert – kannst Du den Link nochmal schicken”? Und ich kann kaum reagieren. Denn ich bin von der Kommunikation mit den Followern abgeschnitten. Und: Sie haben mir zu blind vertraut.
Was bedeutet das für die Kommunikation in Sozialen Netzwerken? Je höher die so genannte #Reputation, desto größer die Chance, dass Menschen “blind” auf etwas klicken, das man verschickt. Je mehr Follower man hat, desto größer die Chance, dass man potenzielle Spammer produziert (allein aufgrund der Statisik), wenn der eigenen Account Spam verschickt. Follower sollten also immer genau hinschauen, bevor sie auf einen Link klicken. Denn: Familienstrukturen begünstigen Seuchen.
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Okt | Dez » | |||||
| 1 | ||||||
| 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
| 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |
| 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 |
| 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 |
| 30 | ||||||