von Björn Eichstädt
Au weia, die Telekom. Jetzt also auch noch Spitzelvorwürfe, die bis ins Jahr 2000 zurückreichen. Das hat schon etwas von einer kriegerischen Haltung, die nichts mehr mit “offener Kommunikation” oder PR zu tun hat – das ist: “wir gehen alle, die uns hinterfragen.”
Dass gerade die Wirtschaftspresse im Zuge solcher Vorgänge eine gründliche Skepsis gegenüber “Unternehmenskommunikation” aufbauen muss, das ist logisch. Nur zu offen, dass wirkliche Transparenz und echte Kommunikation trotz allem die Oberhand gewinnen, irgendwann. Denn PR unter den Vorzeichen von Spitzelei und anderen unsauberen Methoden ist eine Disziplin, an der man auch schnell mal den Spaß verlieren kann. Jeder macht sich sein Image eben selber.
Ergänzung: Thomas Hillenbrand von Spiegel online beschreibt das Ganze aus Journalistensicht - das sind schöne Einblicke!
von Björn Eichstädt
Dass der Rechtstreit, den Viacom mit YouTube vom Zaun gebrochen, am Ende nur einem schaden wird, das ist mir gerade wieder klar geworden. Denn wer Inhalte von YouTube entfernen möchte, der wird nicht dafür sorgen, dass die User sie andernorts (auf Viacom-Seiten?) ansehen werden.
Diese Inhalte werden schlicht aus dem Bewusstsein der Web-Community verschwinden. Denn andere Videos rücken nach und die Lücke ist schnell geschlossen. Wer den Schaden haben wird? Die Viacom-Künstler. Denn die sind darauf angewiesen, dass ihre Inhalte eine entsprechende Verbreitung finden, um sich als hochqualitative Produkte (DVDs etc.) entsprechend zu verkaufen. Tja, schade…
von Aki
Fachblogs gibt es viele – aber nur einen ARIS Blog. Seit April hat unser langjähriger Kunde IDS Scheer einen Blog rund um die Kernkompetenz BPM. Getreu dem Motto “We love BPM” diskutiert hier die Community über BPM, EA, SOA, Process Intelligence, Six Sigma und Compliance. Der besondere Clou für die ganz eingefleischten ARIS- und BPM-Fans: Wallpapers mit crazy Motiven zum Download. Als PR-Beraterin für IDS Scheer und ARIS-Modelliererin in der Agentur natürlich ein absolutes Must have.
von Björn Eichstädt
Kommt das semantische Web langsam in Fahrt? Klingt zumindest so, was in der aktuellen Wired-Ausgabe über twine zu lesen ist. Doch dann die große Enttäuschung, sobald man auf die Seite kommt. Man muss sich auf eine Warteliste eintragen lassen, um irgendwann mal zu Nutzung der Beta-Version eingeladen zu werden. Och Mensch. Ist jemand unter Euch, der schon bei twine mitmachen darf? Erfahrungen?
von Björn Eichstädt
Was ich nicht verstehe: Warum regen sich alle so auf über die öffentlich-rechtlichen Angebote im Internet. Nachdem die ARD-Mediathek am Wochenende kräftig aufgestockt hat, geht das Ganze wieder los.
Wenn die öffentlich-rechtlichen Sender etwas NICHT machen, dann wird gemeckert, dass sie von den Gebühren nur ihren aufgeblähten Apparat bezahlen. Wenn sie etwas tolles machen, dann wird gemotzt, dass sie den Wettbewerb zerstören. Wie wäre es einfach mit besser machen? Nur so als Anregung in Richtung der privaten digitalen Konkurrenz…
von Heidrun Haug
“Der Tod reißt an Herrn Yang, auf dem Treppenabsatz drückt er ihn zu Boden.” Es ist mucksmäuschenstill, als am Donnerstag Abend im Rathaussaal von Fellbach die Reportage der Preisträger vorgelesen wird. Fesselnd berichtet sie von Chinas Wanderarbeitern, die beim Steineschleifen für Schmuck für Europa und die USA krank werden. Walter Bauer (Text) und Daniel Rosenthal (Fotografie) hatten den Mut, in die “Knochenmühle” (Titel der Reportage) zu fahren und die Geschichten der Arbeiter zu erzählen. “Die Begegnung mit Menschen”, sagt Frank Meyer, Chefpublizist im Ringier-Verlag, bei seinem Festvortrag, “ist das Glück des journalistischen Lebens.” Nicht der Laptop-Journalismus mit der virtuellen Leichtigkeit, die uns vom Geschehen entfernt und auch nicht der embedded Journalismus, der sich mit den Mächtigen in Talkshows und im Kanzlerflieger trifft, bringt uns der Wirklichkeit nahe. “Wir müssen die Sphäre der Globalisierung verlassen und die Nase in das Konkrete stecken”, dann finden wir Geschichten, die fesseln und bewegen.
Zum zehnten Mal hat die Agentur Zeitenspiegel den Preis verliehen. Zum Gedenken an die Fotografin Hansel Mieth, die im schwäbischen Fellbach aufwuchs und in den dreißiger Jahren vor den Nazis in die USA flüchtete. Dort zählte sie zu den bedeutendsten Fotoreportern. Unsere Agentur Storymaker, die den Reportern von Zeitenspiegel freundschaftlich verbunden ist und manches Projekt mit ihnen stemmt, fördert den Preis.
Warum wird eine PR-Agentur Hauptsponsor eines Reportagepreises? Geschichten berühren, weil sie echt sind. Die Geschichten, die wir in der PR-Arbeit über Wirtschaft und Unternehmen erzählen, erfordern weniger Mut. Aber auch hier gilt, dass der Leser, der Kunde, der Mitarbeiter spürt, ob PR nur der Informationslieferant ist oder gar ein Wunschbild transportiert, oder aber das Geschriebene mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Im Unterschied zu vielen Reportern, die inzwischen ohne Auftrag einer Redaktion auf eigene Faust recherchieren, arbeiten wir in der bequemen Situation, dass wir für unsere Leistungnen beauftragt und bezahlt werden. Es gibt noch einen anderen Grund, weshalb wir den Preis fördern: In der Unternehmenskommunikation geht es um die Vorteile der Globalisierung, die es zweifelsfrei gibt. Aber es gibt eben auch die Schattenseiten und die Menschen, die in der Geld getriebenen Welt keine Stimme haben. Gerade Unternehmen, die in China investieren, dürfen die Augen vor solchen Geschichten wie des Herrn Yang nicht verschließen. Wir zollen den Reportern großen Respekt.
von Björn Eichstädt
Ein bisschen bizarr ist es schon, das Urteil der Hamburger Zivilkammer 24. Zumindest dann, wenn die Folgen aussehen, wie von Spiegel online dargestellt. Ich führe mir das mal vor das geistige Auge – ich als PRler führe mit einem Kunden eine Redaktionstour durch – ein Besuch bei einem Wirtschaftsmedium steht an. Auf eine der Fragen des Redakteurs antwortet der Kunde, er erwarte für sein Unternehmen ein starkes Jahr. Aber vielleicht wird es ein schwaches Jahr und der Kunde hat das auch schon geahnt.
Muss jetzt die Redaktion unter das Interview schreiben, dass sie sich von den Inhalten eindeutig distanziert, weil irgendjemand auf die Idee kommen könnte, die Aussagen wörtlich zu nehmen und beispielsweise Aktien des Unternehmens zu kaufen. Oder so? Seltsam.
von Björn Eichstädt
Die ZEIT hat sich ja schon lange mit guter Berichterstattung und tollem Online-Auftritt zu Internet-Themen hervorgetan. Nachdem jetzt in vielen großen Städten auch exzessiv das neue “ZEIT Internet Special” beworben wurde, hab ich mir die letzte Ausgabe gleich gekauft. Und was kann ich sagen: Toll ist die erste Folge geworden.
Wer sich zum Thema “Wie das Internet unser Leben verändert” umfassend informieren will, der sollte sich die aktuelle Ausgabe holen. Wer sowieso nur im Internet liest, der findet einen Großteil der Texte rund um E-Commerce, Online-Suche, Internet-Games etc. auch hier. Viel Spaß bei der Lektüre!
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