Die Sache mit der Geschlechtertrennung
von Steffi Wolter
Die deutsche Sprache ist nunmal kompliziert. Wo es im Englischen halt “teachers”, “colleagues” oder “friends” heißt, müssen wir unterscheiden, ob die bezeichneten Personen männlich oder weiblich sind. Und was dabei so rauskommt, kennen wir ja:
Liebe Lehrer/-innen, liebe KollegInnen, liebe Freunde und -innen. Alles Kompromisse und nicht wirklich regelkonform.
Ich selbst nehme das für mich persönlich übrigens nicht so genau. Meine ganze Studienzeit habe ich mich als “Student” bezeichnet, weil ich das eher als Statusbezeichnung aufgefasst habe. “Ich bin Student” wie “ich bin katholisch”. Ich finde ja, man ist erst dann wirklich emanzipiert, wenn man sich über so etwas nicht mehr aufregen muss.
Aber wie heißt es denn nun korrekt?
Die grammatikalisch sichere Variante ist immer noch “Liebe Schülerinnen und Schüler”. Beim Gast übrigens geht es dann plötzlich auch so: da es keine weibliche Form von Gast gibt, fühlen sich mit “Liebe Gäste” einfach alle angesprochen. Wer die Form “Liebe Gästinnen” einfordern würde, würde sich ja lächerlich machen.
Alle anderen Formen sind nicht falsch. Es entscheidet das Gefühl für Ästhetik und für den Moment. Bei uns Storymakern ist das übrigens ganz einfach – wir schreiben immer: “Liebe Stories”.
Die Sache mit dem Gedankenstrich
von Steffi Wolter
Als ich mich mit dem Semikolon beschäftigte, kam mir noch ein weiteres, wirklich aussagekräftiges Satzzeichen in den Sinn: Der Gedankenstrich. Der kann ganz viel: Zwei davon schieben – um Schachtelsätze zu vermeiden und den Gedankenfluss nicht durchzuschneiden – einen Gedanken zwischen eine längere Ausführung. Dabei ist der eingeschobene Satz – gefühlt – “dichter” am Hauptsatz, als wenn er in Klammern stünde. Oder? Weiterhin kann der Gedankenstrich zwei gegensätzliche Aussagen verdeutlichen. Oder kennzeichnen, dass sich vom einen Satzteil zum anderen die Meinung, die Perspektive oder der Gesprächsgegenstand geändert haben.
Beispiel: Ich habe Tiere gern – nur keine Insekten.
Immer erzwingt der Gedankenstrich eine “Lese-” und damit eine Denkpause. Wie das Semikolon macht er somit einen Text lebendiger, abwechslungsreicher und irgendwie aussagekräftiger.
Die Sache mit dem Semikolon
von Steffi Wolter
Wofür ist das Semikolon eigentlich gut? Also laut Wikipedia “stärker als ein Komma, schwächer als ein Punkt”. Kann mit dieser Vorgabe wirklich jemand etwas anfangen? Ich selber verwende das Semikolon, oder: Strichpunkt, ganz gerne; ich finde, es gibt einem Satz oder Satzteil eine andere “Farbe”. Manchmal liest man einen Text ja im Kopf “mit Stimme” mit, da macht es schon einen Unterschied, ob man ein Semikolon liest oder ein Komma.
Beispiel: Ich mag Bücher, sie öffnen eine völlig neue Welt, in die ich verschwinden kann. Oder: Ich mag Bücher; sie öffnen eine völlig neue Welt, in die ich verschwinden kann.
Klar, der Unterschied ist winzig. Wer aber einen Sinn für Nuancen hat und ein bisschen Farbe in seine Texte bringen will, soll sich an das Semikolon erinnern; wirklich ein prima Satzzeichen!
von Björn Eichstädt
Dass es im Netz immer mehr umsonst gibt – das ist ja schon länger bekannt. Nicht nur tolle Applikationen wie Google und Co. Auch Artikel bei Spiegel online und anderen gibt es inzwischen auch im Archiv umsonst. Dass Chris Anderson, Chefredakteur von WIRED und Long-Tail-Erfinder, vor einiger Zeit sein nächstes Buch zum Thema “Free” angekündigt hat, ist fast schon folgerichtig.
Doch was uns wirklich erwartet, das zeigt die neue Ausgabe von WIRED, die dieser Tage in die Agentur flatterte. Der Artikel “Free! Why $0.00 Is the Future of Business” von Anderson zeigt wieder einmal, warum der Amerikaner als Vordenker der Business-Journalisten gilt. Einfach nur großartig. Mal schauen, was die nächsten “Free”-Modelle sein werden, nachdem der Long Tail aus der Wirtschaft ja schon nicht mehr wegzudenken ist…
von Gina Hardebeck, derzeit vor Ort
Den Demonstrationen und blutigen Unruhen in Lhasa tritt die chinesische Regierung mit Härte entgegen. Das Militär hat Tibets Hauptstadt lahmgelegt, an anderen Orten gab es neue Proteste. Mit einem “Volkskrieg gegen Separatismus” will Peking die Rebellion der Tibeter gewaltsam unterdrücken.
Von den Unruhen in Tibet ist in den chinesischen Medien eher wenig zu sehen und zu lesen. In der Wochenendausgabe der englischsprachigen Tageszeitung China Daily wurde in einer kurzen Meldung die Regierungsbehörde der Autonomen Region Tibet zitiert: „There was enough evidence to prove the recent sabotage in Lhasa was ‘organized, premeditated and amsterminded’ by the Dalai Lama clique. Ausführlicher berichtet am heutigen Montag die Shanghai Daily über die Unruhen und zitiert eine Tibeterin: „she was appalled by what lawless mobs did.“ Das chinesische Staatsfernsehen berichtet, zeigt jedoch nicht die Brutalität der Sicherheitsbehörden, von der Augenzeugen berichteten. Stattdessen dominiert auf CCTV die ausführliche Berichterstattung über die Sitzung des Nationalen Volkskongresses, das wichtigste innenpolitische Ereignis dieses Jahres.
Unter den Bürgern ist die Wahrnehmung der Unruhen gering. Kurze Gespräche mit willkürlich ausgewählten Passagieren an den Flughäfen Pekings und Shanghais zeigten, dass sie entweder über die Ereignisse nicht informiert sind oder nicht darüber sprechen möchten.
von Björn Eichstädt
Bisschen ruhig ist es gerade hier. Aber ganz ehrlich: Es war CeBIT, bei Storymaker ist sowieso die Hölle los und es hat sich auch kein Leser beklagt. Aber nun gibt es etwas wirklich Neues und da wollte ich dann doch meinen Kommentar abgeben. Der WDR kooperiert mit der WAZ.
Klingt erstmal nicht spektakulär, aber enthält natürlich Sprengstoff. Denn wer schon immer Probleme mit Rundfunkgebühren hatte, der fragt sich jetzt natürlich schon, wie es sein kann, dass Inhalte, die wir gezahlt haben, nun “weiterverkauft” werden. Ich gehe davon aus, dass darüber noch diskutiert werden wird. Vielleicht auch hier? Hat jemand eine Meinung?
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