von Heidi Haug
Ausländische, darunter häufig deutsche Unternehmensvertreter kommen in Chinas Medien oft zu Wort. Die Journalisten sind gut vorbereitet und fragen sehr detailliert nach. Stereotyp gibt es vier Standardfragen, auf die der Interviewte immer eine Antwort parat haben muss:
+ Wie viel investiert das Unternehmen in China?
+ Welche Technologien hat das Unternehmen nach China gebracht resp. will es bringen?
+ Was ist der Beitrag zum Umweltschutz?
+ Welchen Beitrag leistet das Unternehmen zur Entwicklung der chinesischen Gesellschaft?
Corporate Citizenship und Environmental Protection sind die neuen Topthemen in den chinesischen Medien. Keine Ausgabe, die nicht mindestens einen großen Artikel dazu im Blatt hat. Das ist die Vorgabe des letzten Parteitags der Regierungspartei. Sehr offen informieren die Journalisten über die Umweltverschmutzung und die Verantwortung, die China mit seinem enormen Wirtschaftswachstum im Kampf um das Klima hat. Beschönigt wird nichts. Unternehmen, die wegen Schadstoffen auffällig werden, dürfen nicht an die Börse.
Die Sache mit den Satzteilen
von Steffi Wolter
Heute stelle ich mal einen Satz zur Diskussion. Die Satzteile eines deutschsprachigen Satzes sind ja allgemein bekannt: Subjekt - Prädikat - Objekt. Dann unterscheidet man noch Akkusativ- , Dativ- und Genitivobjekte und solche Spitzfindigkeiten. Normalerweise sind die Satzteile durch die entsprechenden Gegenproben leicht herauszufinden: Wer, Wem, Wen oder was. Aber nicht bei folgendem Satz.
Unser Beispielsatz lautet heute:
Dem Kind werden morgen die Haare geschnitten.
Prädikat ist klar. Was ist Subjekt, was ist Objekt? Ich freue mich auf zahlreiche Zuschriften – mit Begründung wäre fantastisch.
von Heidi Haug
Kleine, erleuchtete Stein-Bhuddas weisen den Weg, ein junger Chinese in traditionellem Konfuzius-Mantel mit lila Haaren öffnet die 6 Meter breite Tür, wir betreten einen großen Raum, auf den Boden sind Lotusblüten projiziert und auf der Betonwand tanzt eine Kuh. Die überdimensionale Menükarte lädt zu geheimnisvollen Speisen ein: Hinter “Was meine Mutter sagte, bevor sie uns ein Märchen erzählte” verbergen sich panierte Tofuscheiben in hellbrauner Erdnussbuttercreme. Nach einem 10-stündigen PR-Workshop lassen wir es uns gut gehen im hippen Vegetarierrestaurant in einem Hinterhof Pekings.
Storymaker hat einen guten Start in China. Die große Tageszeitung “China daily” hat die Büroeröffnung gemeldet, die ersten Projekte laufen an und in unserem Büro im German Center wird emsig gearbeitet. Die beiden Brückenbauer von Storymaker – Gina und Kelly – und die Assistentin Lucy brauchen hundert Hände, um alle Aufgaben zu erfüllen. Ich bin zu den ersten PR-Workshops und zu Gesprächen mit Journalisten und Kunden nach China gereist.
Mein Eindruck: Bislang wird PR in China stärker als reiner Service verstanden, Agenturen organisieren und sind “Mädchen für alles”. Andererseits ist viel Kreativität gefragt, um bei der Masse an News und der Geschwindigkeit, mit der sich dieses Land vorwärts bewegt, zum Zug zu kommen. Der strategische Story-Ansatz, der viel Gestaltungsspielraum bietet und Unternehmen lebendig macht, begeistert die Chinesen – vom Marketingmanager bis zum Professor für Journalismus und PR. Anders als bislang in Deutschland treten wir von Anfang an als Storymaker für alle Kommunikationsaufgaben an: von der Pressemitteilung bis zum großen Kunden-Event.
von Steffi Wolter
Sie gehört mittlerweile zur Vorweihnachtszeit dazu wie Lebkuchen und Blinkesterne: die Suche nach dem Unwort des Jahres. Es gibt schon erste Hochrechnungen, Vorschläge können noch bis Januar 2008 eingereicht werden. Die Vermeldung des Unwortes an sich finde ich ja immer recht interessant – merken kann ich mir die jeweiligen Unwörter, die bereits seit 1991 ermittelt werden, nie. Wie sehr rücken diese Wörter eigentlich ins Bewusstsein? Trägt die Brandmarkung “Unwort des Jahres” dazu bei, diese Wörter nicht mehr zu benutzen? Oder geht es nur darum, den sorgfältigen Umgang mit Sprache ins Bewusstsein zu rücken?
von Stephan König
Selbst wenn mich eher eine knabenhafte Figur auszeichnet, koche und esse ich doch für mein Leben gern. Da trifft es sich gut, dass gleich bei mir um die Ecke ein Supermarkt zu hause ist, der Lebensmittel liebt.
Als ich gestern den Einkaufsmarkt betrat, wunderte ich mich. Mein Blick fiel auf diese “Kürbisse”. Jedem der diese Früchte einer erbärmlich Ernte sieht, wird sofort klar: Mit diesen Gemüsen ist kein Staat zu machen!
Entsprechend meiner Einschätzung müssen diese “Kürbisse” aus einer Feinschmeckerregion stammen, die vor Kurzem einen Supergau oder eine syphilitische Plage erlebt hat. Unsere verhinderten Halloween-Ikonen bekunden das auf’s kläglichste.
Als ob es irgend einem der schlauen Verkäufer bereits dunkel dämmerte, dass diese Bodenschmeichler erschreckend unattraktiv aussehen, versah er sie mit dem Kommentar: Essbar.
Mein Kommentar: Sonderbar.
von Steffi Wolter
Die Sache mit dem scharfen S
Die Rechtschreibreform hat das “ß” abgeschafft? Stimmt nicht!!! Das sogenannte “scharfe” S oder “Dreierles-S”, wie wir lustigen Schwaben sagen, begegnet dem Leser vielleicht nicht mehr so oft, hat aber seine Daseinsberechtigung. Ganz darauf verzichten können wir nämlich nicht, wie das folgende Beispiel belegt:
Er trinkt Wein in Maßen
Er trinkt Wein in Massen
Da ist schon ein inhaltlicher Unterschied. Buchstäblich!
Die einfachste Regel lautet: nach lang gesprochenem Vokal und Diphtong bleibt das S scharf. So zum Beispiel die Straße, die Füße, die Mäßigung, er heißt, groß. Ersetzt wird das ß durch ss bei kurzem Vokal: dass, Fluss, Kuss.
Hier geht es zu den “vier goldenen Regeln”.
von Björn Eichstädt
Menschen hinterlassen Zeichen. Das war in der Steinzeit so, und heut findet man noch immer an jeder Ecke etwas das zeigt, dass wir gerne an unsere Anwesenheit erinnern. Ob an Häusern in der Großstadt oder in Unterführungen in der Provinz. Street Art gibt es überall.
Dass auch die Natur zunehmend von Zeichen und Wunden betroffen ist, das habe ich vor kurzem in Spanien gesehen. Da hinterlassen Menschen ihre Botschaften auf Kakteen. Botschaften, die offensichtlich auch ein paar Jahre halten.
Doch nicht nur wir im Westen haben den Drang, ein Zeichen unserer Existenz zu hinterlassen, auch in anderen Kulturen scheint dieser durchaus verbreitet zu sein.
Ich bin mal gespannt, was ich als nächstes finde…
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