Storyblogger - Weblog für Public Relations

Textwerkstatt #12

von Steffi Wolter

Achtung: neue Rechtschreibung

Morgen ist es so weit: nach 10 Jahren hin und her, einem Jahr Probezeit und vielen Versuchen, sie zu boykottieren – die neue Rechtschreibreform gilt. Endgültig. Es führt kein Weg dran vorbei. Vorsicht ist allerdings geboten – so sind ab morgen “abwärtsfahren” und “eislaufen” wieder die einzig korrekten Schreibweisen, nachdem man sich jetzt mühsam an “abwärts fahren” und “Eis laufen” gewöhnt hat. Nun ja. Auch bei den Kommaregeln sind manche “kann”-Regeln jetzt “muss”-Regeln geworden: Nebensätze, die mit “und”, “oder”, “beziehungsweise”, “entweder-oder” “nicht-noch” oder “weder-noch” verbunden sind, dürfen nicht mehr mit Komma getrennt werden. Auch bei der Silbentrennung gelten Trennungen wie “O-pa”, “Feiera-bend” oder “Ri-o” jetzt als falsch.

In Briefen darf man jetzt wieder schön das “Du” und “Euch” groß schreiben. Ich glaube, das haben die meisten von uns doch eh nie anders gemacht. Oder?

Erklärte Gegner der Rechtschreibreform bleiben bei Ihrer Ansicht, das jetzt geltende Regelwerk sei eine “inkonsistente Mischorthografie”. Ich finde den Versuch, die deutsche Rechtschreibung zu modernisieren, durchaus lobenswert. Gemeckert wird ja immer.

Dicke Luft

von Gina Hardebeck

Kaum mehr als ein Jahr bis zum Big Bang: Olympia in Peking. Sportstätten schreiten voran und auch die neuen U-Bahnlinien untergraben zunehmend die Stadt. Das ist auch bitter nötig, um dem Besucherandrang gerecht zu werden. 3 Millionen Autos zählt die Stadt derzeit und täglich kommen 1.200 neue hinzu. Gefühlt heißt das: Drückende Schwüle, verpestete Luft und geringe Weitsicht.

Die Regierung, sprichwörtlich bemüht, das Blaue vom Himmel zu versprechen, erwägt während der Spiele ein Fahrverbot für jedes dritte Auto. Auch anderweitig ist sie ums Großreinemachen bemüht. Über 100 veraltete Fabriken werden aus dem Süden der Stadt verbannt, Kohleheizungen auf Gas umgestellt und die Begrünung der Stadtviertel massiv vorangetrieben. Bleibt zu hoffen, dass der Regierung dabei nicht die Luft ausgeht, dann könnte es vielleicht zur Olympiade so schön sein:

Müsli im Web

von Steffi Wolter

Müsli zum selber Mixen - was für eine simple, aber geniale Idee! Noch genialer finde ich aber die Story, die dahinter steht und die Umsetzung.

Der Internet-Auftritt ist ein “rundum-Web-Paket” mit Blog und einer Community in Planung.

Ich hab mir auch schon mein eigenes Müsli gemixt. Und ich kann es empfehlen: von der appetitlichen Verpackung über die Ausgewogenheit des Mixes bis hin zur Frische und Qualität – alles topp!

Online-Marketing in Reinkultur

von Björn Eichstädt

Wie man Viral-Kampagnen im Netz angehen muss, das zeigt gerade Paramount Pictures mit dem Projekt “1-18-08″ – einem neuen Kinofilm. Zunächst wurde im Vorfeld des TRANSFORMERS-Films folgender Spot gezeigt:

Seither ist im Internet und den entsprechenden Filmforen das große Rätselraten ausgebrochen. Inzwischen soll der Film MONSTROUS heißen und seltsam verwackelte Bilder eines geheimen Posters sind inzwischen auch aufgetaucht. Die Netzgemeinde diskutiert schwer! Kann man nur hoffen, dass der Film etwas taugt bzw. dass sich die Kampagne bis Januar fahren lässt oder das Ganze nicht in einer Box-Office-Katastrophe wie SNAKES ON A PLANE endet.

Ergänzung 26. Juli:

Jetzt ist auch Spiegel online drauf gekommen.

YouTube bringt nur wenig Schwung in US-Wahlkampf

von Aki Koch

Von der gestrigen Debatte in den USA hatten sich einige mehr versprochen als von den üblichen Duellen. In der von YouTube und CNN eröffneten Fragestunde witterten sie Potential, endlich sollten Fragen direkt aus dem Volk beantwortet werden. Ein hochdemokratisches Medium: Über YouTube-Videos, also nicht unter künstlichen Bedingungen von TV-Studios, sondern direkt aus dem Wohnzimmer heraus die Kandidaten löchern. Authentisch und transparent sollte es sein. Pustekuchen. Das Format ändert wenig: voraussagbare Fragen und ähnlich voraussagbare Antworten.

SOA-Watch

von Heidrun Haug

“Service-Oriented Architecture” ist das Schlagwort schlechthin in der IT-Szene. Die Marektingabteilungen der großen und kleinen Software-Hersteller überbieten sich an Material, das zu einer Dauerwelle an Infos führt. Wie soll da noch einer durchblicken? Storymaker hat rund 100 der wichtigsten Quellen – von Wirtschaftsmagazinen bis zu IT-Blogs – recherchiert. Monatlich filtert nun ein Team aus 6 Leuten, die über fundierte IT-Kenntnisse verfügen, die Veröffentlichungen. Das Substrat fassen wir in einem SOA-Monitor zusammen und verschicken es an interessierte IT-Experten. Das erste Feedback ist ermutigend. Mehr Infos dazu im Juli-Storyletter.

Nichts wie weg

von Heidrun Haug

Zehntausend Tübinger haben am Samstag ein buntes, fröhliches Bürgerfest gegen den Aufmarsch von 243 Neonazis gefeiert. Oberbürgermeister Boris Palmer überließ die Auseinandersetzung nicht der Polizei, sondern ging nach der Kundgebung zum Bahnhof und bot den jungen NPD-Mitgliedern ein Streitgespräch an. Diese kniffen und zogen nach einer 100 Meter-Kurzdemo weiter.

Auf den Hund gekommen

von Steffi Wolter

Die Lektüre des Süddeutsche Zeitung Magazin gehört freitags zu meinen Highlights. Vergangenen Freitag habe ich eine Anzeige darin entdeckt, die für ein Münchner Kaufhaus im Zusammenhang mit einem Hundekörbchen wirbt. Dieser Hundekorb wurde “wie viele weitere Raritäten und Lieblingsstücke, ausgewählt vom Süddeutsche Zeitung Magazin”. Geworben wird in der Anzeige mit Zitaten, unter anderem mit diesem:

In Zeiten, in denen in bestimmten Kulturen noch Babys getötet werden, die als Mädchen auf die Welt kommen, weil Mädchen nichts zum Unterhalt der Familie beitragen können, finde ich so eine Anzeige mehr als geschmacklos.

Von wegen junges Gemüse

von Steffi Wolter

Hier im Blog wurde ja schon an mehreren Stellen über bloggende Senioren berichtet. Dass Internet, Web 2.0 und Blogs längst keine Jugend-Themen mehr sind, zeigt dieser Bericht über eine der ältesten bekannten Blog-Seniorinnen.
Sie gefällt mir in ihrer energischen Art besonders gut. Schade, dass ich kein Spanisch kann. Die Idee, auf diese Art und Weise Geschichte an die nächste Generation zu vermitteln, ist einfach toll.

Textwerkstatt #11

von Steffi Wolter

Die Sache mit den E-Mails

Nachdem Björn nachhaltig darauf besteht, die E-Mail sei tot, möchte ich hier einen Beitrag leisten, um die E-Mail gesund und munter zu halten.

Auch wenn E-Mails sehr unkompliziert zu handhaben sind und schnell verschickt, so gelten – zumindest auf einer geschäftlichen Ebene – doch ein paar Konventionen, die es zu berücksichtigen gilt.

Eine Anrede in der Mail ist ein MUSS – wer jemanden in einem Brief mit “Sehr geehrte(r)…” anreden würde, sollte das auch in der Mail tun.

Richtige Orthographie und Grammatik sind auch in Mails unumgänglich – wer schreibt “hey, haste nachher n minütchen für nen call?” wirkt nicht sonderlich seriös.

Eine Signatur (optional mit Grußformel) , die einen kompletten Datensatz (Postadresse, Telefonkontakt, URL) umfasst, ist nicht nur höflich, sondern auch sehr hilfreich. Manch ein Mailempfänger möchte nach Erhalt einer Mail gleich zum Hörer greifen – so hat er die richtige Durchwahl schnell parat. Bitte “MfG” immer ausschreiben – so viel Zeit muss sein.

Auch Abwesenheitsnotizen sind Mailnachrichten. Eine Anrede und Grußformel dürfen hier nicht fehlen. Tipp: Anstatt zu konstatieren, dass Sie nicht da sind, schreiben Sie wann genau Sie wieder zu erreichen sind. Und geben Sie unbedingt einen Ansprechpartner mit Mailadresse und Telefonnummer an.

Die Betreffzeile ist für die Mail, was eine Überschrift für einen Artikel ist: Sie sollte aussagekräftig und informativ sein.

In diesem Sinne: es lebe die E-Mail!