von Björn Eichstädt
Bei Storymaker regiert der Rückenterror. Wie bereits geschrieben, sind Sitzjobs in PR-Agenturen prädestiniert dafür, den Rücken zu schwächen. Doch mit dem Rückenkäfer kommt jetzt Abhilfe (unser Modell habe ich nicht gefunden, aber das gibt es wohl auch als erotisches Spielzeug oder als Frosch, den allerdings nur im Ausland). Wie das geht, zeigt Teil 2 unserer kleinen Videoreihe.
von Steffi Wolter
Die Sache mit den Füllwörtern
Wer Texte verfasst, hat eine Botschaft. Es gilt, diese so direkt und unmissverständlich wie möglich an den Leser, Hörer, Zuschauer zu bringen. Dies kann man steuern: indem man so genannte “Füllwörter” einfach weglässt.
Ein gutes Beispiel: Was heißt eigentlich “eigentlich”? “Eigentlich” hat eigentlich keine Bedeutung, und man sollte es eigentlich vermeiden. Weil es die Aussage in dem Moment, in dem sie gemacht hat, relativiert oder sogar einschränkt. Das verwässert die Intensität der Botschaft – und macht den Text, im schlimmsten Fall sogar den Autor unglaubwürdig. Wenn ich Texte Korrektur lese, streiche ich alle diese Wörter erst mal pauschal raus: eigentlich, aber (extrem einschränkend), jedoch (auch unschön, da negativ besetzt), auch, … die Liste lässt sich beliebig forsetzen.
Man kann das im alltäglichen Miteinander üben: Indem man versucht, einen Tag lang, das Wort “eigentlich” aus dem Sprachgebrauch zu streichen. Da fällt einem erst mal auf, wie oft es verwendet wird – und wie unnötig es ist! (Gegenbeispiel: Da fällt einem erst mal auf, wie oft es eigentlich verwendet wird – und wie unnötig es eigentlich ist!)
von Björn Eichstädt
Ein Drittel der 100 Tage der Werbung ist rum – Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Eines ist im Moment schon offensichtlich: Der Fixpreisverkauf von Bannern an attraktiven Stellen scheint für Blogbetreiber preislich das attraktivste Modell zu sein. Google Ads bringen ein paar Euro und Amazon-Partnerschaften bringen nichts, wenn die Leser nicht über entsprechende Links oder das Klickfeld einkaufen gehen, dann bleibt der Counter lange Zeit gnadenlos auf 0 Euro stehen.
Was die Userreaktionen angeht: Die kann ich leider noch gar nicht so recht einschätzen. Deshalb hier vielleicht nochmal die Zwischenfrage: Welche der Werbeflächen nerven? Welche sind akzeptabel? Über ein paar mehr Meinungen würde ich mich hier freuen!
von Björn Eichstädt
Oh, Frau Pauli! Das war nichts. Gerade Sie, die in der Vergangenheit allen gezeigt haben, wie man als Politikerin aus der zweiten Reihe die Medien nutzt, um den ganz oben zu stürzen. Ausgerechnet Sie sorgen für ein “Höschen-Gate”? Und warum? Konnten Sie nicht genug bekommen von der medialen Aufmerksamkeit, wussten Sie nicht wann Schluss ist? Wann sich das Blatt wenden würde?
Ich hoffe, dass Sie nicht wegen ein paar hübscher Bilder fallen werden. Aber: Denken Sie das nächste Mal nach, bevor Sie Latex-Handschuhe in der Öffentlichkeit anziehen. Die Deutschen sind da leider konservativ.
von Stephan König
Zu manchen Sachen kann man einfach nicht viel sagen außer: “Hab ich gefunden und halte es für ein wirklich seriöses Angebot.” Ach etwas fällt mir doch noch dazu ein – der olympische Gedanke.
von Björn Eichstädt
Second Life ist blöd. Oder? Seit heute bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. Und, wenn ich das richtig betrachte, am Anfang war ich das auch nicht. Nur zwischendurch, als dieser ganze Unsinn anfing, da begann ich zu wanken.
Doch hinter all dem nutzlosen Glamour, dem dreidimensioneln Chat-Inferno, da scheint etwas anderes zu sein, etwas, das ich in letzter Zeit zu wenig beachtet habe. Dass mich ausgerechnet Spiegel online drauf stoßen muss, dass Second Life eigentlich doch recht großartig ist, nun ja, das ist schonmal was. Doch die Erkenntnis stand dann heute abend auf einer Powerpoint-Folie, die Bernd Hartmann von der MFG in Stuttgart zum Start der Second-Life-Repräsentanz des Landes Baden-Württemberg (den unsere Agentur Storymaker PR-seitig unterstützt) über den Beamer schickte.
Ein dreidimensionaler Browser. Und ein Beamer. Hmmmm. Beamen, na klar! Denn wenn wir Second Life als eine Web-Agenda 2020 denken, dann ist es ein perfekt organisierter, superrealistischer und dreidimensionaler Raum, in dem man zeit- und raumunabhängig alles und jeden Besuchen kann. Ob man dann wieder rauskommt? Keine Ahnung. Erinnert sich eigentlich noch jemand an Tron?
von Steffi Wolter
Texte wollen gelesen werden. Nur deswegen sind sie da. Es gibt gute und schlechte, schwere und leichte, schöne und blöde. Ich finde, der Text an sich hat ein Recht darauf gelesen zu werden, egal ob Print oder Online, ob Artikel in der Zeit oder Kommentar im Blog – da sind wir schreibende Menschen in der Verantwortung. Viele von uns verdienen ja auch ihr Geld damit, Texte zu verfassen. Umso wichtiger, dass diese auch gelesen werden.
Was macht einen guten Text aus? Welchen liest man gerne und warum? Mit welchen Regeln und Tricks wird ein Text lesbar?
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich hier in der Agentur mit diesen Fragen, da ich unter anderem auch für die Qualitätssicherung unserer Texte zuständig bin. In loser Folge werde ich ab heute unter dem Titel “Textwerkstatt” von meinen Erfahrungen berichten und mein Wissen teilen.
Anregungen, Fragen, Ideen? Immer her damit!
von Björn Eichstädt
Über meine beste Freundin, die Deutsche Bahn, habe ich hier schon öfter mal geschrieben. Nicht, dass es nicht auch mal Positives gäbe, aber die alten Kinderkrankheiten kommen immer wieder.
Als umweltbewusster Mensch fahre ich ja gerne Bahn, ich nutze sie auch regelmäßig. Aber erst heute ist mir aufgefallen, was so richtig nervt: Diese Bummelkommunikation. Der Zug, in dem ich gerade sitze und per UMTS blogge, hat inzwischen 30 Minuten Verspätung. Schon am Bahnhof in München waren es 25. Aber: 1 Minute vor offizieller Abwartszeit war noch nicht mal eine Verspätung angezeigt, eine Minute über der Zeit dann zögerlich: 5 Minuten. Und so ging das dann in kleinen Portionen – bis hin zu 15 Minuten. Darüber hinaus war wohl nichts vorgesehen, auch wenn der Zug dann erst mit 25 Minuten eintraf. In der Zeit hätte ich einen schönen Kaffee trinken können, ich hätte mir ein leckeres Brötchen gegönnt. Aber nein, ich dachte ja, dass der Zug jederzeit käme.
Auch das habe ich so nicht zum ersten mal erlebt. Bummelkommunikation eben, die mehr nervt, als die eigentliche Verspätung. Liebe Bahn: Bitte mach sowas doch anders.
von Gina Hardebeck
“Wir wussten im Voraus was kommen würde, waren aber machtlos.” Es ist die eigene Machtlosigkeit und die Willkür der chinesischen Regierungsstellen, die Menschen wie Wang Xian verzweifeln lassen. Sein Haus in der Provinz Henan musste, wie so viele andere auch, den Bulldozern weichen, die Platz schafften. Platz für neue Infrastrukturprojekte. Die Fälle von Enteignungen sind im letzten Jahr nicht weniger geworden, wohl aber die Stimmen, die dagegen protestieren, erklärt Barbara Woodward, Minister and Deputy Head of Mission der britischen Botschaft in Peking. Und das ist das Entscheidende. Woodward hielt die Laudatio, als Li Xiguang, Leiter des Lehrstuhls für Kommunikation an der Qinghua Universität in Peking, heute sein neues Werk “A Manual for Human Rights Reporting” vor Pressevertretern vorstellte.
Das Buch ist das Ergebnis mehrjähriger Recherchen, die Li mit seinen Studenten in den Provinzen Henan, Xinjiang und Sichuan, allesamt Regionen im chinesischen Hinterland, durchführte. “Journalisten haben die Möglichkeit etwas zu bewirken, das ist ein Privileg, aber auch eine Verpflichtung”, erklärt Li sein Engagement. Ein Beispiel: Aufgrund falscher medizinischer Versorgung erkrankten in einer Provinz zahlreiche Menschen an Hepatitis. Entschädigung für die Opfer gab es erst, als die Presse vehement über die Missstände berichtete. Journalisten werden auch in China zunehmend als “watchdog of the government” wahrgenommen, das ist gut und gefährlich.
Der traurige Vorfall von Fu Xiancai mag vielen noch im Kopf sein. Fu hatte im Zusammenhang mit dem chinesischen Drei-Schluchten-Staudamm offen Kritik am Vorgehen der Regierungsvertreter geübt. Entschädigungsgelder für Umsiedler seien veruntreut worden. Fu hatte Unterschriften gegen die Veruntreuung gesammelt und persönlich zur Beschwerdebehörde nach Peking gebracht. Nachdem er einem ARD-Reporter ein Interview gegeben hatte, war er eine Böschung hinabgestoßen und äußerst schwer verletzt worden. Li: “Wir fühlen uns verpflichtet, aufzuklären und Missstände aufzudecken, wohl wissend, dass dies oftmals eine Gratwanderung ist. Einerseits müssen wir vermeiden unsere Interviewpartner zu gefährden, andererseits sind wir selbst im Kreuzfeuer der Kritik und können unserer eigenen Karriere schaden.”
Li weiß, wovon er spricht. Der jüngst mit dem Golden Globe ausgezeichnete Dokumentarfilm “The Blood of Yingzhou District”, wäre ohne sein Wissen und seine Hilfe nicht möglich gewesen. Der Film dokumentiert das Leben von Kindern in den abgelegenen Dörfern der Provinz Anhui, die ihre Eltern durch AIDS verloren haben. Der Qinghua Professor verfolgte seit Jahren die Berichterstattung über den HIV-Virus in China, reiste vor Ort, um sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. AIDS war lange Zeit tabu, gab es offiziell nicht, wurde tot geschwiegen. Als die Regierung die Dimension der Gefahr nicht mehr geheim halten konnte, wurden auch Journalisten angehalten, sich der Thematik anzunehmen. Wie bei vielen, einst tot geschwiegenen, Themen, verunsicherte Journalisten der politische Kurswechsel. Wie viel, wie frei darf tatsächlich berichtet werden? Im Rahmen der Journalisten-Ausbildung der Qinghua Universität, lehrt Li junge Journalisten an sensible Themen heranzugehen. Auch diese Ergebnisse finden sich in einem Buch, in “HIV/AIDS Media Book”, zusammengefasst.
Zurück zu “The Blood of Yingzhou District”. Während Regisseurin Ruby Yang und Produzent Thomas Lennon Li Xiguang bei den Golden Globes für sein Engagement dankten, wehte ihm aus dem eigenen Land ein scharfer Wind entgegen. Der Regierungsverantwortliche von Yingzhou beschwerte sich, dass seine Stadt verunglimpft und ein Schwarm an ausländischen Journalisten über die Stadt herfallen würde. Er drohte Konsequenzen an.
Journalismus in China ist und bleibt eine Gratwanderung. Umso wichtiger ist es, die kommende Generation an Journalisten frühzeitig auf ihre Verantwortung vorzubereiten. Der Lehrstuhl für Kommunikation an der Qinghua Universität mag ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Ein guter Anfang ist er allemal.
von Heidrun Haug
Seit letzten Herbst hat Tübingen, Sitz unserer Agentur Storymaker, einen neuen Oberbürgermeister. Im ersten Wahlgang boxte der 34-jährige Boris Palmer von Die Grünen die Amtsinhaberin (SPD) k.o. Das “Rebellenkind” wie ihn die taz nannte, wegen seines verstorbenen, landesweit für seinen bürgerlichen Ungehorsam bekannt gewordenen Vaters (Remstal-Rebell) sorgt seither für unkonventionelle Überraschungen.
Zuerst stieg er beim Dienstwagen auf ein Hybridmodell von Toyota um. Jetzt bringt er die ausgeklüngelte Proporzwirtschaft der Rathausfraktionen durcheinander. Die Uni-Stadt brauche mehr Wirtschaftskompetenz, und weil die CDU “dort traditionell stark verankert” ist, will er am liebsten einen Wirtschaftsmann aus deren Partei oder Umfeld. Das Geschrei von Grün bis Rot ist groß. Helfen wird es nicht viel. Boris Palmer geht seinen Weg – und wie es bislang aussieht, sehr zielbewusst.

| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Feb | Apr » | |||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | |||
| 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 |
| 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 |
| 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 |
| 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | |