Storyblogger - Weblog für Public Relations

Und welcher Film bist Du?

von Björn Eichstädt

Ein schönes neues Online-Test-Spiel: Welcher Film bin ich? Bei mir kam das hier raus:

Und bei Euch?

(Gefunden bei 40something)

Null Verlass auf T-Com Werbung

von Heidrun Haug, Telekom-Neukunde

Wahrscheinlich ist mir nicht zu helfen: Allen Warnungen zum Trotz habe ich mich am 20.01.2007 beim T-Punkt in Tübingen als Neukunde angemeldet. Ich möchte einen Festnetzanschluss plus Telefon plus Speedport und Call&Surf Basic/T-Net mit 120 Freiminuten, wie es T-Com („Erleben Sie’s einfach!“) unter www.t-com.de für 34,94 Euro anpreist.

Das war an einem Samstag. Am Dienstag bekam ich die zwei Umschläge mit den Auftragsbestätigungen per Post und die Hardware geliefert. Meine neue Rufnummer wurde mir auch mitgeteilt. „Mit Call&Surf Basic/T-Net können Sie nicht nur sorglos lostelefonieren, sondern Sie surfen auch mit DSL-Geschwindigkeit“, heißt es in dem Schreiben. Am 5.02. kamen zwei Techniker und haben alles installiert. Fein! Jetzt fehlte nur noch die Zugangsnummer zu T-Online. „Kommt in nächsten Tagen per Einschreiben“, verspricht der Techniker. Seither pilgre ich jeden Samstag um 9 Uhr, bevor die vielen Kunden mit ihren Fragen und Beschwerden kommen, zum T-Punkt und frage nach diesen Daten.

Der Berater telefoniert geduldig mit dem Call-Center von T-Online. Meine Kundendaten sind aber dort nicht gespeichert, wird jetzt schon zum 3. Mal wiederholt. Deshalb bekomme ich keinen Zugang. „Können Sie die Daten nicht einfach übermitteln?“ Der Berater erklärt mir etwas, was er selber nicht versteht. Jedenfalls sind die Daten bis heute nicht gekommen. Dafür eine Rechnung, die mit Telefon- und Internet abrechnet und zusätzlich 83,99 € für die Bereitstellung DSL, die erstens im Paket inbegriffen sein soll und zweitens bis heute nicht funktioniert. Zwischenzeitlich habe ich aber im Internet recherchiert, dass es 2,6 Millionen Beschwerden im Jahr und unter www.teltarif.de viele Leidensgenossen gibt. Kein wirklicher Trost.

Ratlos: T-Com-Beratung in Tübingen

100 Tage der Werbung

von Björn Eichstädt

Werbefinanzierung von Weblogs wird in der Blogosphäre immer wieder kontrovers diskutiert. Vielleicht einer der Gründe, warum es in diesem Bereich bislang noch nicht viele Ansätze gibt. Doch gleichzeitig höre ich immer wieder die Frage von Kunden und Interessenten: “Könnte man unser Weblog-Projekt nicht gegenfinanzieren?” Tja, meine Antworten sind bislang immer ambivalent, eigene Erfahrungen kann ich nicht vorweisen.

Deshalb gibt es bei Storyblogger ab dem 1. März die “100 Tage der Werbung”. Banner, Google-Anzeigen, Adwords etc. werden für 100 Tage Einzug auf dem Blog halten, jede erdenkliche und eigentlich undenkbare Form von Werbung werden wir ausprobieren. Den Anfang machen Banner, in der Größe 150 x 180 Pixel, die ab dem 1. März zu kaufen sind. Wie diese eingebunden werden, ist in der Navigationsleiste rechts zu betrachten.

Begleitend zur Werbeschaltung werden sich die Beiträge auf Storyblogger mit eben dieser beschäftigen. Was nervt den User, womit kann er gut leben, was würde er anders machen. Die Ergebnisse von 100 Tagen Erfahrung werden im Anschluss an den Aktionszeitraum bekannt gegeben, das eingenommene Geld einem guten Zweck zur Verfügung gestellt. Auch hierbei wollen wir die User einbinden. Ab 1. März dürfen alle Leser gemeinnützige Projekte in Gastbeiträgen vorstellen und für die Werbespende zur Wahl stellen. Zum Schluss gibt es dann noch eine Abstimmung.

Wer im ersten Schritt einen Banner schalten will zahlt pauschal 25 Euro die Woche, pro Monat 100 Euro – einfach deshalb, weil die Auswertung der Clicks auf Banner schlicht zuviel Zeit und Aufwand in Anspruch nehmen würde. Der Preis ist also pauschal, aber sehr moderat, das Geld geht dann direkt in den Spendentopf. Wer neben einer guten Tat auch eine Medien-, PR- und Marketinginteressierte Zielgruppe erreichen will, die inzwischen über 30.000 Visits im Monat auf diese Seite bringt, der ist hier also genau richtig.

Ich freue mich auf angeregte Diskussionen zum Thema “Werbung im Blog” – wer weitere Details zur Werbeschaltung oder der Aktion erfahren möchte, wer alternativ oder zusätzlich ab 1. März ein gemeinnütziges Projekt vorstellen mag, der schickt bitte einfach eine Email an b.eichstaedt(at)storymaker.de

Neue Stars durch YouTube

von Björn Eichstädt

YouTube verändert die Welt. Immer mehr Stars der Video-Plattform finden auch den Weg aus dem Netz in die Regale der Warenhäuser. So wie Chad Vader. Wobei ich den zwar lustig, aber doch nicht so toll finde. Im Gegensatz zu Nora, der klavierspielenden Katze. Wie bringe ich das meinem Kater bei?

Das System frisst seine Kinder gar nicht

von Oliver Hahr

Es wird warm. Weltweit. Na und? Ist doch schön: im ewigen Sommer wird die Welt bunter und die luftiger, findet Diesel (die Modemarke, nicht der gleichnamige Sprit). Die passenden Klamotten bietet man unter dem Motto “for successful living” an. Damit sind wir “Global Warming Ready”.

Das klingt wie eine Analogie zum Claim “People-Ready Business”, mit dem Microsoft behauptete, eine Software zu bieten, die im Dienste der Menschen, dem “most important asset” der Unternehmen steht. Trostwerbung. Ihr braucht keine Angst haben, das System frisst euch nicht. Zumindest nicht die Jungen, Hübschen und Schlauen.

Aber zurück zu “Global Warming Ready”: Was passiert hier? Diesel reitet die Welle. Während die Klimadiskussion weltweit die Agenda der Politik und der Medien erklimmt, schnappt man sich einfach ein Surfbrett und gleitet quer über den kommunikativen Wellenkamm. Ganz wichtig dabei: Spaß haben und auffallen! Blöd, aber effektiv.

Die Anzeigenkampagne knallt. Rote und blaue Aras – diese Papageien aus den Urwäldern Mexikos und Brasiliens, die heute vom Aussterben bedroht sind – bevölkern Mitteleuropa. Dank der Erwärmung kann man sich jetzt überall wohl fühlen. Und nicht nur Venedig ist noch immer eine Reise wert. Ach ja: die Stadt auf Stelzen ist vom gestiegenen Meeresspiegel natürlich nicht betroffen. Schönheit überlebt halt immer. Das gilt wohl auch für die Models in Diesel-Montur. “For successful living” – Denim kontert Darwin.

Neben der groß angelegten Anzeigenkampagne geht Diesel auf der Website noch ein wenig weiter. Das “Global Warming Report Video” klärt auf: Was bedeutet Global Warming, was sind die Folgen? Und was soll’s? “It can’t stop our lives!”. Unter den Ratschlägen, was jeder tun kann, um weniger Energie zu verbrauchen, stehen hilfreiche Tipps wie “Have Sex”, um Heizkosten zu sparen. Und ganz wichtig für die nächste Urlaubsplanung ist die Weltkarte “Will your favorite places still be there?” Schnell nochmals hinfliegen und dann die nächste Dunebuggy-Tour in Lappland für 2030 buchen!

Liebe Marketing-Leute bei Diesel: Wir haben Euch bemerkt. Glückwunsch. Aber diese Kampagne erscheint wie eine Verzweiflungstat. Steht Euch das Wasser so zum Hals? Aber nein. Diesel will uns echt nicht verarschen, sondern zum Nachdenken anregen. Denn das ist alles echt ernst mit dem Klima und so. Daher bitte mitmachen: der “Virtual March” durch die USA ist voll wichtig. Allison Rogers, Miss Rhode Island 2006, ist schließlich auch dabei. Sie will auch mal Kinder haben und läuft deshalb mit, sagt sie. Und die Blue Man Group. Ihre Begründung: “Because we can’t blow people’s minds with our show if all of the seats in our theatres are under water!”

Schade, dass profilneurotische Marken und Menschen auch die drohende globale Erwärmung als Reklamefläche für ihre Botschaften missbrauchen. Wenn sie weiterhin nur Sprüche klopfen, wird uns das System wohl doch noch fressen. BILD gibt uns übrigens noch 13 Jahre.

Die Bunte ist Second Life

von Björn Eichstädt

Gerade haben wir uns in der Agentur über Second Life unterhalten. Mal wieder. Denn so langsam entkommt man der Geschichte ja wirklich nicht mehr. Was die objektive Relevanz, wir sollten ehrlich sein, nicht wirklich erhöht. Denn ganz unter uns: Selbstreferenzialität ist leider eine Medienkrankheit, die es schon lange gibt. Dass ein Spiegel online Avatar über seine Erlebnisse bei Second Life schreibt, ist ähnlich spannend wie das Gespräch zwischen Kerner und Beckmann über die neue Talk-Show des jeweils anderen.

Was ist also neu an Second Life? Nun: Eigentlich nichts. Nur, dass der Drang vieler Menschen nach Glamour, Prominenz und einer Scheinidentität nun für viele noch mehr wahr werden kann. Früher war sowas den Semi-Prominenten, die man in Branchenkreisen auch in B- und C-Promis unterteilt, auf Bunte und Gala beschränkt, es war abhängig vom Ort der Existenz, vom Aussehen oder dem Geld für den Operateur, vom Kleingeld (in Euro, nicht Linden Dollar) für Garderobe oder Limousine.

Was das mit Second Life zu tun hat? Nun: Second Life ist der Long Tail der Bunte. Jetzt kann jeder ein Party-Promi sein, zur Award-Verleihung gehen, sich größer machen als er oder sie ist. Die Frage ist: Wann werden die sich die ersten Second-Life-Promis im AvaStar die Haare abrasieren, wann werden die ersten Menschen Geld bekommen, um auf einer SL-Party aufzutauchen, wann stellt der erste Avatar fest, dass Geld und Prominenz nicht glücklich machen? Second Life ist also nicht neu, Second Life ist nur die Fortsetzung einer Welt, die langsam vergisst, dass das Sein über dem Schein stehen sollte, der dem Boulevard Tür und Tor geöffnet hat. Ob wir da mitmachen, das ist uns selbst überlassen.

Vista zum Cappuccino – Ambient Marketing in Indien

von Prof. Dr. Wilfried Mödinger

Kein Zweifel: Das Leben in Indien findet auf der Straße statt. Der Verkauf von Gemüse, Lebensmitteln, Kosmetik, Kleidern. Ich bin deshalb nicht überrascht, dass auch für Hightech-Produkte wie zum Beispiel für das neue Betriebssystem Vista von Microsoft „auf der Straße“ Werbung gemacht wird. Ich sitze in einem Straßencafé in Mumbai und halte die Menükarte in der Hand. Es ist gerade die Zeit, in der das neue Betriebssystem Vista in Indien einführt wird. Die Karte ist wie das Logo von Microsoft gestaltet, es gibt einen speziellen Vista-Cappuccino und ein Gewinnspiel dazu. Auch in Indien kennt man die neue Form des Ambient Marketing: die Produkte werden dort beworben, wo das Leben des Kunden stattfindet.

Wie in jeder Großstadt dieser Welt gibt es auch in Mumbai viele Erwachsene und Kinder, die den ganzen Tag (und die Nacht) auf der Straße verbringen. Ich stelle mir die Frage, ob und wann Ambient Marketing die Vielzahl dieser Menschen in Indien erreicht. Neuste Studien wie z. B. von McKinsey prognostizieren ein starkes Wachstum in einer konsumorientierten Mittelschicht von ca. 180 Millionen Menschen in 2006/07. Ein großer Teil der 1,1 Milliarden Menschen wird von diesem Aufschwung in den kommenden Jahren noch nicht erreicht. Das Lebensumfeld dieser Menschen wird nach wie vor nicht vom Marketing sondern vom nackten Überleben geprägt sein. Dennoch bin ich mir sicher: Die Dynamik der indischen Wirtschaft wird auch diese Gesellschaftsschicht mittelfristig erfassen. Die Wirtschaft und Werbung in Indien baut auf die Starken und vergisst dabei nicht die Schwächeren.

Rocky liest Romane

von Björn Eichstädt

So sehr hatte ich mich auf Rocky gefreut, hatte geplant gleich reinzugehen und das auch getan. Nach tollen Interviews mit Stallone, sehr interessanten Kritiken und dem ganzen drum und dran. Am Ende war ich dann doch nur auf die perfekt geölte PR-Maschinerie reingefallen – und das obwohl ich aus der Branche bin. Ich hatte mich blenden lassen wollen und ich war geblendet worden. Nun ja.

Doch beim nächsten Stallone-Projekt, das wohl schon in den Startlöchern steht, falle ich nicht drauf rein. Versprochen!

Nothing but the truth – Teil II

von Prof. Dr. Wilfried Mödinger

Nach ersten Eindrücken aus dem Taxi, schaue ich mir die Werbewirtschaft Indiens zu Fuß genauer an. Was sofort auffällt: Auch die Druckindustrie ist auf der Straße zuhause. In Neha Prints Xerox Printing Desktop Publishing steht der Chef noch persönlich an der Druckmaschine.

Die Business Magazine liegen offenen auf einem Tisch zum Verkauf. „Know the future of Business“ ist das Plakat, das den Verkaufsstand ziert. Kein Wunder, denn auch die Kinder und Jugendlichen lesen in Indien schon die Wirtschaftspresse und sind aktiv mit dabei, wenn es um die Gestaltung ihrer Zukunft geht.

Indien ist das Land mit dem größten Anteil von Kindern und Jugendlichen in der Gesellschaft. Der Anteil im Alter von 1 – 14 Jahren liegt in Indien bei 32 Prozent, in China bei 23 Prozent und in USA bei 21 Prozent. Die deutsche Gesellschaft steht bei diesem Ranking nicht auf dem letzten Platz. Mit 15 Prozent hat Deutschland noch einen Punkt Vorsprung vor Japan. Was hat der demographische Wandel für Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft und Wirtschaft zu bedeuten?

Es gibt viele Meinung, Zahlen, Daten und Fakten zu diesem Thema. Ich glaube aber, dass man diese Veränderung auch fühlen und erahnen kann. Dabei gibt es für mich sowohl soft facts als auch hard facts. Ein Leben ohne Kinder (oder mit weniger Kindern) ist ein Leben mit weniger Lebensfreude. Das sind die gefühlten soft facts. Die hard facts, auch gefühlt und erahnt, sind ganz einfach: Wenn es in Deutschland keinen (oder weniger) Nachwuchs in den Ingenieurs- oder Wirtschaftsberufen gibt, dann machen die Unternehmen dicht und gehen dorthin, wo sie den Nachwuchs an Studenten oder Auszubildenden finden. Dann werden nicht nur die Produktionen verlagert sondern auch das gesamte Unternehmen. Denn die Zukunft findet nur mit Kindern statt. Das als kurzer Seitengedanke.

Es ist nicht so, dass das Zeitalter der Medienwirtschaft und Werbeindustrie mit dem gegenwärtigen Boom der indischen Wirtschaft begonnen hat. Bei einem indischen Kaffee auf der Straße entdecke ich den Kalender als Werbemittel. Geworben wird für das Andheri Tea Depot. Der Kalender wird mit einem schönen bunten Pin-up verziert. Es ist kein Girl, kein Produkt, keine Ware sondern ein religiöses Symbol. Die obere Hälfte des Kalenders ziert ein Elefant, das Symbol für Lebensfreude in der indischen Religion und Gesellschaft. Es ist also nicht der Mensch selbst, oder das Produkt oder die Ware, die die Menschen in Indien glücklich machen, sondern ihr religiöser Bezug, der durch die Symbolik überall zum Ausdruck kommt.

Leider lässt sich diese These nicht durchhalten. Über dem Elektrogeschäft daneben ist dieses Reklameschild aufgehängt: … nothing but the truth!

Morgen geht es weiter nach Pune. Die Hochschule der Medien in Stuttgart hat eine Partnerschaft mit der Filmhochschule dort. Im vergangenen Jahr war eine Studentengruppe aus Stuttgart hier und hat einen Film gemeinsam mit den indischen Studenten gedreht. Jetzt planen wir den Besuch der indischen Studentengruppe in Deutschland. Ich bin gespannt, welche Eindrücke die indischen Studenten von der deutschen Medienwirtschaft haben.

Musik und die Intuition

von Björn Eichstädt

Kaum habe ich gelernt, die Musik bei Pandora ideal für mich zusammenzustellen, da kommt einfach der Werbeblogger und knallt mir dieses Tool vor den Latz: Ich bin begeistert!