Storyblogger - Weblog für Public Relations

232,78 Grad Celsius – #3

von Björn Eichstädt

Mal wieder – nach etwas längerer Zeit – kommt ein Beitrag für die Buchrubrik. Und diesmal ist es ein gänzlich unorigineller Titel, um den man derzeit allerdings nicht herumkommt. Das Buch von WIRED-Chefredakteur Chris Anderson ist einfach überall. The Long Tail – Untertitel: Why the Future of Business is Selling Less of More – heißt es und ist in Andersons gleichnamigem Blog ja auch schon vor der Veröffentlichung ausführlich besprochen worden.

Wie ist das denn nun? Gehört hat wohl jeder inzwischen von dem kommenden Bestseller. Aber: Braucht man das Buch auch wirklich? Um es mal ganz klar und eindeutig zu sagen: Ja! Denn was Anderson da abfeuert ist nicht umsonst den CEOs aller führenden Internetunternehmen auf dem Back Cover eine ganze Ladung Jubel wert. Das Konzept Long Tail ist tatsächlich auf so ziemlich jedes Internetmodell – sei es nun Ebay, Amazon, Wikipedia, Google oder was auch immer – übertragbar. Die Idee: Das Prinzip Hit – zu Deutsch: Kassenschlager – , das Vielfalt entgegensteht, hat sich lediglich aufgrund begrenzter Lagerfläche innerhalb der Old Economy verbreitet. Der sogenannte Long Tail, also der ganze Rest, musste aus ökonomischen Gründen verbannt werden. Erst durch die Digitalisierung an Information können nun Produkte verkauft werden, die wirklich den individuellen Bedürfnissen der Konsumenten entsprechen. Nicht mehr nur “der kleinste gemeinsame Nenner”, auf den es der Hit ja anlegt.

Im Detail: Wo Brockhaus nur zichtausend Einträge liefern kann – aufgrund der Platzbeschränkung – da ist Wikipedia besser dran: Zu jedem noch so kleinen Randthema findet man mittlerweile etwas in der Online-Enzyklopädie. Nach zichtausend Einträgen beginnt hier also der Long Tail, der Rattenschwanz an Information. Ähnliches gilt für Amazon in Bezug auf Bücher, für iTunes in Bezug auf Songs etc. Und gerade für den Long Tail, so Anderson, benötigt man das Web 2.0: Das Empfehlungsmarketing, das Juchu in den Blogs – denn: Im Rattenschwanz befinden sich die Perlen und die Säue.

So ein Long Tail sieht übrigens so aus, das Bild habe ich mir aus Andersons Blog geborgt:

Zusammenhänge allüberall zeigt dieses Buch also auf – wohin sich die Kultur im Netz entwickelt, was das auch für Mainstream vs. Independent bedeutet. All das und noch mehr findet man in diesem Werk. Mehr will ich eigentlich nicht erzählen. Nur einen kleinen Aufruf starten: Wer mehr über E-Commerce 2.0 erfahren will, der sollte hier definitiv zuschlagen.

Jetzt ist sie weg

von Steffi Wolter

Wer die Entscheidung getroffen haben mag, dass Frau Herman sich von der Tagesschau verabschiedet, sei dahingestellt. Mit ihrer zurück-an-die-Küche-Parole steht sie jedenfalls (so hoffe ich) so ziemlich allein, allein – und falsch sind ihre publizierten Statistiken zu allem Überfluss – oder soll ich besser sagen: zum Glück – auch noch. Komisch. Ich hätte Frau Herman so gar nicht eingeschätzt.

Bahn-Update

von Björn Eichstädt

Mahnende Worte gab es nach meiner letzten Bahn-Schelte. “Alles gar nicht so schlimm.” “Kaum mehr unpünktlich.” “Macht sich schon.” Nun ja, ich war also unsicher – vielleicht hatte ich das damals etwas schwarz gesehen, weil es so heiß und ich generell genervt war. Also habe ich mir mit dem Update Zeit gelassen.

Jetzt, da ich mal wieder in einem Zug sitze, der bereits 30 Minuten Verspätung auf dem Buckel hat (ja, immer noch dank UMTS) – und das ist nicht der erste seit dem letzten Bahn-Eintrag – muss ich doch mal sagen: Ich habe mich nicht geirrt. Keine Ahnung, wo diejenigen immer fahren, die keine schlechten Erfahrungen machen, aber die Strecke München-Stuttgart ist eine Katastrophe – und die Steffi, die hier ja auch regelmäßig schreibt, müsste da bestätigen können – ich rufe sie nämlich immer an, wenn ich mal wieder eine Verspätung ankündige.

WikiPRdia

von Björn Eichstädt

Das Interesse von Unternehmen, in Wikipedia gut dargestellt zu sein, ist nicht wirklich neu. Neu ist hingegen, dass sich auch eine breitere Öffentlichkeit dafür interessiert – und das Thema selbst der Welt einen Artikel wert ist. Und dieser Text zeigt mal wieder, dass das ganze Web-2.0-Thema aus Unternehmensperspektive sehr vorsichtig angegangen werden sollte.

Blogs funktionieren nicht wie Pressemitteilungen und Wikipedia ist nicht die eigene Website. Natürlich sollten Unternehmen, die bei Wikipedia falsch dargestellt werden, eingreifen können, das sollte ihr gutes Recht sein. Aber: Eben nur wenn sie falsch dargestellt werden. Und das ist etwas anderes, als wenn sie so dargestellt werden, wie es ihnen nicht passt. Wahrheit ist selten subjektiv…

Das ist wirklich zu viel

von Björn Eichstädt

Der österreichische Entführungsfall hat wahrscheinlich alle Leser entsetzt. Man kann sich das ja kaum vorstellen, acht Jahre lang weggesperrt. Da fröstelt es einen schon beim drüber nachdenken. Doch was jetzt mit dem Opfer getrieben wird, gerade seitens der Medien, wird ihr die Rückkehr in die Freiheit nicht gerade versüßen. Das Ganze nimmt meiner Meinung nach schon wirklich perverse Züge an. So musste ich soeben beim österreichischen Standard lesen:

Suche nach Medienberater für Natascha

Angesichts des Medienhypes braucht das Entführungsopfer dringend Medien­beratung – Die Suche nach den richtigen Experten hat begonnen

Also, irgendwo ist Schluß. Meine Medienberatung richtet sich deswegen eher an die Medien, nicht an die arme junge Frau: Einfach in Frieden lassen!

Neuer Planetenmerksatz

von Björn Eichstädt

Jetzt hatte ich mir das doch endlich mal eingeprägt. “Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unsere Neun Planeten.” Ein schöner Merksatz, um sich die neun Planeten unseres Sonnensystems, Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto, einzuprägen. Und jetzt? Haben diese Wissenschaftler einfach beschlossen, dass Pluto kein Planet mehr ist. Hatte man vor kurzem Xena für Aufregung gesorgt, als scheinbar zehnter Planet, schrumpfen wir nun auf acht zurück. Obwohl auch mal zwölf in Aussicht standen.

Was hat das jetzt alles mit PR zu tun? Was können Kommunikatoren machen, um der Menschheit klar zu machen: Wir haben nur noch acht Planeten und zwar A, B und C. Nun, klaro: Einen neuen Merksatz erfinden. Und hier ist mein Vorschlag: Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unseren Nachthimmel… Kann man darauf ein Patent anmelden?

Zu klein, um ein Planet zu sein?

Ergänzung 1: Jemand hat gerade per Mail behauptet, ich hätte den Satz bei Wikipedia geklaut. Und Tatsache, da steht er schon. Unter Merksatz. Aber: Ich hab’s mir selbst ausgedacht. War aber wohl näherliegend als gedacht.

Ergänzung 2: Sehr nett die Aktion von Nercore, der wir uns mit Abbildung gleich mal anschließen.

Ergänzung 3: Jetzt berichtet auch Spiegel online über Widerstand im Netz. Und man soll Vorschläge für den neuen Satz schicken, die habens also auch nicht bei Wikipedia gesehen…

Ergänzung 4: Und hier noch was zum Pluto, der zuuuu kleeeiinn und zuuu süüüß ist, um noch ein Planet zu sein.

Ergänzung 5: Jetzt gibts bei Spiegel online die besten Leservorschläge. Wikipedia hat man einfach mal außen vor gelassen.

Scheinwelt – Kleingeld

von Gina Hardebeck

Wirft man einen Blick in die meist rauchgeschwängerten Intenet-Cafes in Peking wird eines schnell klar: hier wird gespielt. Schüsse und Kanoneneinschläge ertönen, Autobremsen quietschen, Klingeln und Klatschen verkünden neue Bestleistungen. Die meist jugendlichen Besucher sitzen nervös wippend oder gespannt gebannt vor der der Kiste.

Knapp 25 Millionen chinesische Gambler frönten der Online-Spiellust 2005. Das jetzt und hier dabei zu vergessen, scheint leicht. Die eigene Welt ausgeblendet, eröffnet sich eine neue, ein Schein von Welt. Die Meldung von zwei chinesischen World of Warcraft-Spielern, die nach tagelangem excessiven Spielen vor Erschöpfung starben, ging auch in Deutschland durch die Medien. Peking will die Spielehersteller fortan verpflichten, ein Zeitlimit einzubauen.

Und auch das ist Internet in China: In einer Galerie versammelt sich eine kleine Menschentraube vorm PC. Auf dem Bildschirm gestikuliert ein Mann vor einer verschmierten Tafel: Er ist Professor aus Taiwan, Experte für Kommunikation, er hält Online-Unterricht. Nein, Studenten seien sie nicht, wohl aber Verkäufer. Da sei es wichtig, richtig zu kommunizieren. Weiterbildung für den Berufsalltag so zusagen, ganz im Sinne des chinesischen Sprichworts: “Ein Geschäft eröffnen ist leicht; schwer ist es, es geöffnet zu halten.”

Dünne Luft für chinesische Spammer

von Gina Hardebeck

Wer kennt das nicht: Trotz Spamfilter schleichen sich immer wieder unerwünschte Mails ein. Je mehr ich elektronische Mitteilungen aus oder nach China schreibe, desto mehr bekomme ich Viagra, goldene Uhren zum Schnäppchenpreis und sonstigen Unsinn angeboten.

Laut dem britischen Antivirensoftware-Hersteller Sophos ist das Reich der Mitte, das Land aus dem nach den USA die meisten unerwünschten Mails verschickt werden. So sollen im zweiten Quartal dieses Jahres 20 Prozent des elektronischen Werbemülls aus China stammen.

Doch nun scheint die chinesische Regierung den Spammern einen Riegel vorzuschieben. Erstmals ist laut China Daily ein Unternehmen aus der Freihandelszone Shenzen für das Versenden unerwünschter Mails bestraft worden. Die Kommunikationsbehörde der Provinz Guangdong belegte das Unternehmen mit einer Strafe in Höhe von knapp 500 Euro. Ob dies ein einmaliger Warnschuss ist oder der Beginn einer Anti-Spam-Kampagne wird sich vielleicht irgendwann an meinem Mailaccount ablesen lassen.

Die frohe Botschaft: Politikverdrossenheit war gestern

Illustration und Text von Stephan König

Seit gestern, eigentlich seit gestern vor 10 Tagen, ziert Deutschland eine neue Partei. Am 10. September trafen sich die Gründer der Piratenpartei Deutschlands, kurz PPD, um die politische Landschaft Deutschlands zu entern.

Die Piratenpartei wurde zuerst in Schweden und danach in vielen anderen europäischen Staaten gegründet. Ihre Ziele kurz in eigenen Worten von der Partei-Internetseite:

- Wir kämpfen für das Recht auf Privatsphäre im Angesicht von Sicherheitshysterie und Überwachungsfetisch.

- Wir stemmen uns gegen innovationsfeindliche Elemente des Patentsystems: keine Patente auf Gene, Pflanzen oder Software.

- Monopole auf Kommunikation verhindern die Entfaltung des digitalen Zeitalters: Weg damit!

Na da das klingt doch alles gar nicht so schlecht. Mit diesem Gedanken bin ich nicht der erste. In Schweden hat die Partei inzwischen mehr Mitglieder als einige etablierte Parteien. Als Augen auf und den Blick starr auf die Piratenpartei richten und sehen, was sich da noch bewegt.

Weitere Hintergrundinformationen finden sich bei Wikipedia.

Existenz im virtuellen Raum

von Björn Eichstädt

Wer sind die eigentlich alle, die hier lesen, die diese Seite in ihrem RSS-Reader abonniert haben, die immer wieder reinschauen und nachschauen, ob sich wieder was getan hat? Sind das alles nur IP-Adressen, Zahlen, die mein Auswert-Programm im Hintergrund registriert oder sind das auch …. echte Menschen? Laut meinem Auswerter waren hier heute schon 587 IP-Adressen, waren das auch… nun ja… Lebewesen? Bitte einfach mal schnell melden und kommentieren: “Ich bin ein menschliches Wesen”!

Nachtrag: Wohl doch alle virtuell….hmmm….