Storyblogger - Weblog für Public Relations

No blog – no job

von Tina Lang-Stuart

In Amerika sind sie zur Story geworden: Steve Rubel und Constantin Bastuera, beide A-List-Blogger, die Top Jobs bekommen haben, weil sie – ja genau! – bloggen. Und erst diese Woche hat uns PR Rising Star Erin Caldwell in ihren Blog darüber informiert, dass sie zu Edelman nach Washington geht.

Der Boston Globe hat diesen Trend in einem Artikel aufgegriffen und ernennt Blogs damit zum neusten Karriere-Booster!

Hier das beste Zitat daraus:

”People who are more visible and have a reputation and stand for something do better than people who are invisible,” so Catherine Kaputa, Branding-Beraterin und Autorin des Buchs ”Blogging for Business Success”.

Reingefallen?

von Björn Eichstädt

Die Phishingmails unserer Tage werden auch immer besser. Ich dachte, dass ich nicht gefährdet wäre – und schwupp – hat man seine Daten eingegeben. Das ist peinlich, schon. Aber die Meldung, die mir sagte, ein anderes Ebay-Mitglied habe eine Nachricht hinterlassen, klang wirklich echt. Auch die Seite auf die ich geschickt wurde sah gut aus. Und dass ich meine ID und mein Passwort eingeben muss, bevor ich die Nachricht sehen kann, nun, das kam mir auch nicht komisch vor. Erst als dann nix passierte. Da wurde ich stutzig. Also: Schnell ins Ebay, alle Passwörter, IDs und was auch immer geändert – und nun muss ich warten, ob da vielleicht noch irgendwas passiert. Ich hoffe nicht, aber ich werde in Zukunft NOCH vorsichtiger sein.

Kunde vs. Call Center

von Tom Groth

…. GGGRRR ich platze fast vor Wut.

Ich hasse Sprachcomputer! Ich ziehe gerade um und will meine DSL Leitung natürlich mitnehmen. Also rufe ich beim Provider an, die Service-Nummer kenne ich noch. Ich bin im Ausland. Das ist schon der erste Fehler. Also gehe ich auf die Suche nach einem Telefon das mich mit einer dieser beknackten 01810 Nummern verbindet (natürlich zu Hotelpreisen samt 500 Prozent Aufschlag zu den normalen Gebühren).

Dann fragt mich der Sprachkomparse nach einer Kundennummer, die ich nicht habe, und ich werde daraufhin mit zweimaligen PIEPEN bestraft. Im Anschluss verwickelt mich die “sonore freundliche Männerstimme Typ
Manfred” in einige stumpfe Sprachübungen, verbindet mich zu einem Mitarbeiter, nicht ohne mich vorher gefragt zu haben, ob ich mit der Aufzeichnung des Gespräches einverstanden bin.

JA – Bluddruck steigt.

Dann zu meiner Überraschung ein sehr freundlicher und souveräner Mensch am anderen Ende der Leistung – er hat es gekonnt vermieden die Höflichkeitsfloskeln des Gesprächsbeginn abgelesen klingen zu lassen.

Nun gut.

Ich schildere ihm die Situation. Er kann sich in das System einloggen, ohne neine Kundennummer… Wir checken den neuen Ort nach ISDN- / DSL-Verfügbarkeit – passt. Alles was ich jetzt noch machen muss, ist ein
Formular auszufüllen. Ich kennne das Ding schon, denn daran bin ich gestern bereits gescheitert. Meine Kundennummer, die ein ABSOLUTES MUSS ist, liegt in meiner alten Wohnung in irgendeiner Kiste. Er will mir
das Formular zuschicken, ich lehne dankend ab, denn ich habe es schon, frage ihn aber ob er alle relevanten Daten schon eintragen könnte, so käme ich zu meiner Kundennummer…. Falsch gedacht – andere Abteilung. Ich frage ihn, ob ich jetzt allen Ernstes vier Wochen warten sollte, um dann überflüssigerweise auch noch 600 Kilometer quer durch Deutschland zu gurken? Er hat keine Alternative.

Ich erkläre ihm die Situation nochmals – gereizt. Er beharrt auf seinem Standpunkt – ohne Kundennummer geht nix. Ich drohe mit Kündigung – er beharrt.

ICH WERDE WAHNSINNIG

Kleinlaut frage ich ob er nicht mal kurz die Nummer durchgeben könnte – PAUSE – SCHWEIGEN – dann ein “ja”.
Ich habe die Nummer, die anscheinend für diesen DSL-Leitungsladen wichtiger ist als mein Name. Jetzt kann ich das Formular ausfüllen….

Ich will Netzwerkidentität. Einfach einen persönlichen digitalen Platz auf dem ich sicher, ganz persönlich für mich, diese ganzen Kundennummern ablegen kann. Dann sage demnächst am Telefon zu einem Call-Center-Mitarbeiter: “Wie ist die Lieferantenummer Ihres Hauses nochmal….”

Personality PR für Jürgen Klinsmann #2

von Björn Eichstädt

Ja, wer hätte das gedacht. Vor kurzem erst hob ich hier die positiv zu betonenden Eigenschaften Jürgen Klinsmanns hervor, seine Flexibilität, sein Managementverständnis etc. Und jetzt: Schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in ihrer aktuellen Ausgabe genau das.

Autor Burkhard Spinnen versteht, dass Jürgen Klinsmann dem deutschen Fußball die altertümliche Kicker-Folklore ausgetrieben und ihn endlich globalisierungstauglich gemacht hat. Und er hat die ultimative Alleinstellung für Klinsmann gefunden, da wäre ich nicht drauf gekommen: Klinsmann ist der CEO des deutschen Fußballs. Das passt – wie die Faust aufs Auge.

Web Zweipunktnull – zurück zu den Wurzeln des Internets

von Tom Groth

Alle Macht geht vom User aus – Das jedenfalls könnte in ein paar Jahren schon Realität sein. Alle Zeichen in Sachen Web 2.0 deuten darauf hin: Wenn via Blogger Bewertungsmechanismen und Meinungen zu Produkten und Diensten geschrieben werden, die googelnden Internetler diese Inhalte dann finden, lesen, verstehen, um Ihre Meinungen erweitern, dann haben Marketingabteilungen der Großkonzerne für immer Betriebsurlaub.

Die Illusion einer strategischen Produktpositionierung ist dann Realität, eine Situation die heute noch keiner wahrhaben möchte.

Die potentiellen Gewinner des Web 2.0:

- Konsumenten
- Käufer
- Verbraucher
- Benutzer

Die potentiellen Verlierer:

- Testinstitute
- Marktforscher
- Verbraucherschützer
- Marketingabteilungen
- Fachzeitschriften

Warum?

Lasst uns das diskutieren!

(Basisinformationen zu meinen Grundgedanken:

Nach 1.0 kommt 2.0, oder? So ist es normal die Regel in der Softwareindustrie. Aber wie sieht es mit dem Internet aus? Seit der Web 2.0 Konferenz im Herbst 2004 in San Francisco brodelt es in der Szene, vor allem in den kleinen Splittergrüppchen aus Interlektuellen und Liebhabern der anarchistischen Seite des Netzes. Neue Fantasien werden geweckt, doch was steckt wirklich dahinter…?

Web 2.0 hat, je nachdem wen man fragt, mehrere Grundthesen und Treiber. Ausgehend vom Blogging, erhöhte Nutzung von Instant Messanger und die Frage nach der nachhaltigen Zukunft von Such- und Findmaschinen kann man Stand heute folgende Teilbereiche erkennen:

OpenSource und offene Standards sind die Schlüsselfiguren im Spiel. Jeder soll Dienstleistungsfragmente gestalten und betreiben können. Diese Fragmente werden Basisfunktionen, Infrastrukturfunktionen und Mehrwertdiensten aus der Web 2.0. Roharchitektur zugeordnet.

Neben den 10 Grundfunktionen besitzt die wachsende und sich ständig verändernde Architektur auch folgende Top Treiber, die eher emotional sind:

- Identity
- Quality Services
- Open Tags
- Blog Services
- Wiki Services
- Attention xml Services
- Meta interpretations
- semantic spaces und frames
- Forum / BBS SW
- Listen
- Tools (PHP, Perl, Scripting)

Der Vollständigkeit halber hier noch mal die 10 Grundfunktionen (Achtung: nicht vollständig, nur eine Meinung):

- Identity
- Attention
- Open Media
- Micro Content Publishing
- Open Social Networks
- Tags
- Pinning
- Routing
- Open Communication
- Device Management and Control
)

Familienzuwachs bei Storyblogger

von Björn Eichstädt

Ich hatte das bereits vor kurzem angekündigt. Storyblogger weitet sich aus. Nachdem wir seit einiger Zeit mit Tina Lang-Stuart von SHIFT Communications eine sehr aktive Mitstreiterin in den USA haben, kommt nun das nächste Familienmitglied in den Genuss seines ersten Eintrags. Auf ihn freue ich mich ganz besonders, weil seine Weitsicht und Kreativität bestimmt vieles zur inhaltlichen Ausweitung von Storyblogger beitragen werden.

Die Rede ist von Tom Groth, seines Zeichens Chief Visioneer von Sun Microsystems. Weder haben wir Geschäftsbeziehungen, noch sind wir anderweitig professionell verbandelt, vielmehr teilen wir die gleiche Begeisterung für das Teilen und Teilhaben im Web 2.0. Und da Tom in dieses Umfeld schon seit Anbeginn seine Fühler ausgestreckt hat, bin ich mir sicher, dass wir viel Spannendes – wenn auch aufgrund chronischen Zeitmangels möglicherweise Sporadisches – von ihm erfahren werden. Welcome Tom! Den ersten Beitrag gibt es morgen.

Disclosure: In eigener Sache

von Tina Lang-Stuart

In der großen weiten Welt der PR-Agenturen gibt es vor allem zwei Kategorien: die großen multinationalen Agenturen und die kleineren, unabhängigen, meist inhabergeführten Agenturen. Die Großen werben mit Büros in allen möglichen und unmöglichen Ländern, die Kleinen preisen ihr Netzwerk, das wiederum aus anderen kleinen, unabhängigen Agenturen besteht. Der Kunde will globale PR – in Europa, Asien, USA.

Doch die meisten amerikanischen Firmen sind mit ihrem internationalen PR-Programm unzufrieden. Das zumindest berichtet die eben veröffentliche Studie von SHIFT Communications (disclosure: das ist die Agentur für die ich arbeite) . Wir haben über 100 Marketing und PR-Verantwortliche in den USA über ihr internationales PR-Program befragt. Und dabei scheint es keinen Unterschied zu machen, ob sie von einer der großen multinationalen Agenturen oder einem Netzwerk von kleinen, unabhängigen Agenuturen unterstützt werden.

Also muss es noch einen anderen Weg geben. Einen, der sich die Vorteiler beide Modelle herauspickt. Wie das aus unserer Sicht für amerikanische Kunden aussehen kann, steht hier. Wie es für deutsche Kunden aussehen könnte, erzählt unser deutscher Partner Storymaker.

Was macht Web 2.0 aus?

von Björn Eichstädt

Ich schreibe derzeit an einem Artikel über das Web 2.0. Gerne würde ich einen Kasten einfügen, der aus Sicht der Blogosphäre vermittelt, was für einzelne Protagonisten mit dem Begriff Web 2.0 in Zusammenhang gebracht wird. Natürlich werden die Antwort gebenden genannt. Also: Was ist für Euch das Web 2.0?

Personality PR für Jürgen Klinsmann #1

von Björn Eichstädt

Ich kann’s nicht mehr hören und lesen. Alle hacken auf Jürgen Klinsmann rum. Und haben scheinbar vergessen, dass Klinsmann sich damals bereit erklärt hatte das Ding zu übernehmen, als alle anderen bereits entnervt abgewunken hatten. Sogar eine Trainerfindungskommission hatte man eingesetzt.

Dann hat Klinsmann seine Bedingungen verhandelt und eine war eben: Er bleibt in den USA. Das scheint damals keinen gestört zu haben. Und eigentlich sollte man das Ganze auch eher als Zeichen der Flexibilität sehen. Videoconferencing kann er schließlich auch, wieso soll er immer kommen. Hier ist das Wetter sowieso Scheiße. Auch wenn die Deutschen gerne leiden und alle mitleiden sollen: Ich kann den Jürgen verstehen, dass er lieber in Kalifornien ist am wohlverdienten Wochenende. Und jetzt noch das mit dem Kahn. Also wirklich: Erst schreien alle, vor allem die Bayern, er solle jetzt endlich entscheiden, dann tut er ihnen den gefallen, und das ist dann auch wieder nicht recht – weil: Ja, er hat die falsche Entscheidung getroffen. Beim Fußball ist es eben wirklich so, dass alle Experten sind, vor allem die, die sich eben nicht der Verantwortung gestellt haben. Deshalb finde ich: Der Klinsi braucht Personality PR. Und die beginnen wir jetzt einfach mal mit der Herausarbeitung seiner wichtigsten positiven Merkmale:

Flexibel: Jürgen Klinsmann macht alles neu. Er lebt in den USA und arbeitet in Deutschland. Soviel Flexibilität würde ich mir von manchem wünschen, dann hätten wir weniger Probleme in diesem Land.

Offen: Jürgen Klinsmann lässt auch mal andere was sagen. So wollte er einen ehemaligen Hockeytrainer mit ins Boot beim DFB holen. Warum auch nicht. Ist doch auch ein Ballsport.

Innovativ: Der Jürgen ist ein klassischer Early Adopter. Videonconferencing? Her damit! Das macht ihm so schnell keiner nach. Mehr Poweruser dieser Art könnte die Industrie wirklich gebrauchen.

Hart im nehmen: Ganz ehrlich: Ich würde nicht einmal die Woche von den USA hin- und herfliegen wollen. Das fände ich schon echt hart. Nicht so der Jürgen.

Und beim nächsten mal geht es dann ums Agenda Setting vom Jürgen.

Blogs in USA: Ready for Mainstream. Soccer: Not Ready

von Tina Lang-Stuart

Seit dieser Woche schwingen sie wieder die Bats – die Baseball-Teams der American and National League. “Soccer“ interessiert hier in USA kaum. Viele Buben und Mädels trainieren zwar wie wild auf den vielen Fußballplätzen (nun ja, eigentlich sind’s Baseball Fields, auf denen man schnell ein paar Tore aufgestellt hat), aber sobald sie das Teenager-Alter verlassen und zu amerikanischen Erwachsenen werden, tauschen sie die Fußballschuhe gegen die Baseball cleats und die Torwarthandschuhe gegen die großen, globigen Leder Gloves.

In Amerika ist Baseball die Mainstream-Droge für alle. (Bleibt nur die Frage, ob unser Möchtegernami Klinsi schon davon infiziert ist – zieht’s ihn doch immer wieder heim in das Domizil der Anaheim Angels.)
Top-Bloggerin B.L. Ochman hat diese Woche alle Baseball-Fans damit beglückt auf die nagelneuen Blogs der Yankees und Mets hinzuweisen. Beweisen sie doch, dass Blogging in den USA ein akzeptiertes Medium geworden ist – also reif für den Mainstream! (Franz, Uli, Karl-Heinz, Felix: Habt Ihr das gehört? Es wird Zeit für den Südkurven-Blog! Macht schnell, denn sonst ziehen die Nordlichter an Euch vorbei. Ok, Ihr seid noch stocksauer wegen der Torwart-Entscheidung gegen Oli Kahn. Das wäre doch aber das ideale Thema zum Bloggen…)