Storyblogger - Weblog für Public Relations

Welcher RSS-Reader ist der richtige?

von Björn Eichstädt

Falsch gedacht! Ich schreibe hier keinen Empfehlungs- und Abwägungsbericht, sondern stelle schlicht eine Frage. Bislang habe ich mit NewsBee gearbeitet, doch das Programm verträgt sich nicht wirklich mit anderen installierten Programmen, stürzt gerne mal ab und ist auch sonst recht sperrig. Wer hat einen guten Tipp für mich? Ich wäre dankbar.

Düsseldorf bei Nacht

von Björn Eichstädt

Gerade eben bin ich über den Rhein gefahren, in Düsseldorf bei Nacht. Davor hatte sie dann wirklich stattgefunden, die “Mal eben um’s Blog”-Lesung des Handelsblatts, unter Schirmherrschaft von Thomas Knüwer. Wie bereits bei Indiskretion Ehrensache angekündigt war die Veranstaltung schon von vorherein als voller Erfolg zu verbuchen. Und tatsächlich: Im nächtlichen Düsseldorf waren wirklich viele Menschen unterwegs, um an der Welt der schreibenden Blogger zu partizipieren.

Wie Subkultur wirkte das. Wie ein Aufbruch, der ein volles Haus sicherstellt, ohne dass wirklich Werbung gemacht werden musste, wie mir Thomas Knüwer nach dem erfolgreich durchgezogenen Abend versichert hat. Klar: Manches hätte besser sein können, etwas professioneller. Aber: Das Ganze hatte auch den Charme des amateurhaften, des nichtkommerziellen Auftritts. Mit Sicherheit ein Happening für so manchen Blogger in Deutschland. Und ein Vorgeschmack auf das, was die Szene noch so erreichen mag. Ich freue mich, hier auf dem Bett meines Düsseldorfer Hotels sitzend, bereits auf das nächste Treffen…

Mut zur großen Geste

von Björn Eichstädt

Was ich an der amerikanischen PR innerhalb ihres Marktes schätze, ist der Mut zur ganz großen Geste – zum Symbol und der Stilisierung zur Sensation. Einzelne Schritte werden zum entscheidenden Schachzug. Und wo ein Spiel ist, da ist auch ein Gegner, den man mit der nächsten Aktion zum erneuten handeln zwingen kann. Und wer könnte so etwas besser als die amerikanischen PR-Größen? Ist es also Zufall, dass kurz nachdem Edelman einen der wichtigsten amerikanischen Business Blogger an Bord geholt hat die Kollegen von Burson-Marsteller mit der ganz großen Keule nachkommen? Nämlich dem Start des Weblogs des inzwischen 85-jährigen Firmengründers Harold Burson?

Vermutlich schon, aber vom Prinzip her nicht. Denn die Verpflichtung von Steve Rubel bei Edelman folgt eindeutig dem Claim des Pioneer Thinking, während Bursons Verpflichtung zum Gold Standard dann doch eher der guten alten Tradition verplichtet ist. Aber dass die aufgemöbelt werden muss – der Kaiser in neuen Kleidern – ist ja auch klar. Zwei Systeme, die aufeinander prallen. Die Konsequenz beider Handlungen ist auf jeden Fall beeindruckend, sie folgen den grundlegenden Ansätzen und reiten in den Sonnenuntergang.

Gefunden bei Blogpal Björn Hasse von Edelman.

Pressemitteilungs-Overflow als Geschäftsmodell

von Björn Eichstädt

Nun stehen die PR-Agenturen und Unternehmenspraktiken gegenüber der Presse auf dem Prüfstein: Sind sie vielleicht selbst ein gutes Geschäftsmodell? Die Firma Press Release Filtration Inc. (kein Kunde unserer Agentur) bietet gestressten Redaktionen nun eine ausgefuchste Software an, die Presseinfos vorfiltert. Den heutigen Valentinstag nutzt das Unternehmen gleich mal für eine PR-Offensive. Gar nicht so dumm, oder? Doch bevor jetzt alle schreien: Die Geschichte ist wohl vor allem ein netter Gag zum Valentinstag, denn natürlich liefert die Suche nach Press Release Filtration Inc. keinen Treffer bei Google. Aber Satire, die erstmal eine Google-Suche erfordert, ist wohl in jedem Fall nicht schlecht und hat irgendwo ihr Ziel erreicht, oder?

Ergänzung: Gerade erst gesehen. Auch in der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt geht es heute nur um den Valentinstag… wenn das nicht passt.

Ghostwriting per Google

von Björn Eichstädt

Tja, da hat sich Friedrich Merz wohl ins Fettnäpfchen gesetzt. Seine Faschingsansprache ist also aus dem Internet zusammengeklaut, wie Spiegel online heute berichtet. Vielleicht sollte man ihm neben der Auszeichnung zum Ritter wider den tierischen Ernst auch gleich noch zum Faschingsprinz ohne eigene Idee ernennen. Eigentlich handelt es sich hierbei ja um eine Geschichte Marke Faschingsloch. Aber man könnte auch eine Diskussion über Copyright in Zeiten von Google und Co daraus machen. Helau!

232,78 Grad Celsius – #2

von Björn Eichstädt

Vor einiger Zeit habe ich hier eine kleine Rubrik für Buchnotizen gestartet. Nun, dass hier länger nichts hinzugekommen ist, lag weniger an nicht gelesenen Büchern, sondern mehr an der Nichtrelevanz selbiger. Wichtig wird es aber wieder, denn dieser Artikel in meiner Lieblingswochenzeitung DIE ZEIT hat mir ein zentrales Werk des Hier und Jetzt näher gebracht. Beschleunigung von Hartmut Rosa ist ein intellektuelles Feuerwerk, ein Buch mit höchstem Anspruch und vermutlich noch größerer Relevanz, das nebenbei zwar anstrengend ist, aber auch viel Freude macht. Denn es hat sich ein fast unglaubliches Ziel gesetzt: Die Welt in der wir Leben vollkommen zu erklären.

Nun, dass wir alle gehetzt durch die Welt laufen, dass wir kaum mehr Zeit für irgendetwas haben, dass uns eine freie Minute vorkommt wie der Himmel auf Erden, das ist bekannt. Doch der Schuldige scheint nicht greifbar. Ist es der Kapitalismus, die Wirtschaft, unser fehlendes Zeitmanagement? Alles falsch sagt der Soziologie-Professor Rosa: Es ist die Zeit selbst. Und die ihr innewohnenden Strukturen. “Untersuchungen legen (…) nahe, dass die moderne “Disziplinargesellschaft” ihre disziplinierende und disponierende Kraft ganz wesentlich über die Etablierung und Internalisierung von Zeitstrukturen entfaltet”, so Rosa. Die Zeit ist also der peitschenschwingende Sklaventreiber, der seine Frequenz permanent erhöht. Und das scheint schon lange so zu sein: “Seit etwa 1750 (…), also lange vor dem Einsetzen der industriellen und noch vor der Französischen Revolution, erscheinen in sich rasch steigerndem Maße – (…) – Berichte über die Wahrnehmung einer ungeheuren Beschleunigung der Zeit und der Geschichte. Diese Gefühl verstärkt sich durch die Einführung der Eisenbahn noch einmal in besonderer Weise und wird dann im Zuge der industriellen Revolution gleichsam alltagspraktisch “erfahrungsgesättigt”" Oder wie der von Rosa zitierte Peter Conrad sagt: “Modernity is about the acceleration of time”

Aber was passiert, wenn die Beschleunigung ins Unendliche wächst? Nun, dann befinden wir uns mitten in der “”Kristallistion” der kulturellen und strukturellen Formation des eigenen Zeitalters, von ihrer Wahrnehmung als unbewegliches, stahlhartes Gehäuse, in dem sich nichts Wesentliches mehr verändert und nicht Neues mehr ereignet. Kommt uns bekannt vor? Wir rasen vor uns hin, aber nichts wirklich Spannendes passiert mehr. Klar, denn wir stehen laut Rosa kurz vor dem “Zuendegehen aller Bewegung (…): Es erschöpfen sich die utopischen Energien, weil alle Möglichkeiten des Geistes und der Ideen als durchgespielt erscheinen, weshalb die Ausbreitung ereignisloser Langeweile droht.” Wir befinden uns also in einer Zeit, in “der das Rasen der Ereignisgeschichte das Stillstehen der ideendynamischen und tiefenstrukturellen Entwicklung nur dürftig zu überdecken vermag.” Und daran verzweifeln wir alle täglich ein bisschen mehr oder weniger. Immer schneller, mit immer weniger Inhalt. Also rennen wir und wissen irgendwann gar nicht mehr, warum eigentlich. Die Zeitbudgetforscher John Robinson und Geoffry Godbey sagten das einmal so: “Starving for time does not result in death, but rather, as ancient Anthenian philosophers observed, in never beginning to live.” Eine beklemmende Diagnose, deren Ursachen Harmut Rosa in seinem Buch auf über 500 Seiten Stück für Stück auf den Grund geht. Allein: Eine Lösung des Problems darf man sich nicht erwarten. Die gibt es nämlich nicht. Ernüchternd und: Erhellend.

Ist Wirtschaft alles?

von Björn Eichstädt

Ich bin über diese Frage gestolpert, als ich heute morgen in Spiegel online das Interview mit einem der Autoren des amerikanischen Buchs Freakonomics gelesen habe. Da behauptet der Gute doch tatsächlich, dass selbst die Namensgebung der Kinder abhängig ist vom ökonomischen Status. Und sowieso alles Mögliche des Alltageslebens – ja eigentlich jede Handlung – nur der Ökonomie folgt. Aber für mich stellt sich da schon die Frage, ob diese Interpretation nicht zu kurz greift: Denn gerade die Vergabe von Vornamen folgt doch vor allem einem Ansatz, der auf Bildung und NICHT auf ökonomischem Status beruht. Klar kann das einher gehen, aber was ist zuerst: Die Bildung oder der Status? Und ist Status eine zwangsläufige Folge von Bildung? Vielleicht klärt mich jemand auf?

Umfragenhinweis

von Björn Eichstädt

Sollte man doch unterstützen, so eine Magisterarbeit, die sich mit Blogs beschäftigt.

Kettenbrief für die Blogosphäre

von Björn Eichstädt

Das ist zwar ein Kettenbrief, aber wenn Thomas Knüwer einen bittet da mitzumachen, dann will ich mal nicht so sein. Reise durch die Blogosphäre eben:

Four jobs I’ve had:
- Rockmusiker
- Lokaljournalist
- Getränkemarktorganisator
- Filmkritiker

Four movies I can watch over and over:
- Fight Club
- Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Frühling
- Kairo
- Dawn of the dead

Four places I’ve lived:
- Düsseldorf
- Berlin
- Tübingen
- München

Four TV shows I love:
- The Prisoner
- Mit Schirm, Charme und Melone
- Musica viva
- Geister / The Kingdom

Four places I’ve vacationed:
- Kenya
- Amsterdam
- New York
- Lima

Four of my favorite dishes:
- Ferrero Rocher
- Prawns
- All kinds of Noodles
- Tomatoe Salad

Four sites I visit daily:
- Spiegel online
- Das Manifest
- Heise
- Computerwoche online

Four places I would rather be right now:
- In Kenia am Strand
- Im Kino
- Im Aufnahmestudio
- Genau hier

Four bloggers to tag with this:
- Reine Formsache
- Conosco Blog
- Werbeblogger
- Netzausfall

GEZ-Wahnsinn

von Björn Eichstädt

Eine unangenehme Begleiterscheinung der deutschen Medienlandschaft ist die GEZ. Und in heutigen Interview mit Spiegel online wird mir der Laden auch nicht sypathischer. Handys und Computer kosten bald auch GEZ-Gebühren, wenn man keinen Fernseher hat. Schon Wahnsinn, dass sich der Vertreter der GEZ nicht vorstellen kann, dass es andere Gründe als religiöse (was ist das denn für eine Religion?) geben könnte, nicht mehr fernzusehen. Das hat ja vor kurzem sogar ein nicht gerade avantgardistisches Medium wie der Stern erkannt.

Eigentlich an der Zeit, die Kiste endgültig abzuschaffen – also doch ein Beamer für die DVDs?