von Sabine Ranft
Erinnern Sie sich noch an das erste Unternehmensvideo, das Sie auf Youtube entdeckt haben? Bei mir war es eine Anwendergeschichte von Oracle.
Zugegeben – es war kein besonderes Sehvergnügen, lange Ladezeiten und relativ schlechte Bildqualität erforderten einige Geduld und guten Willen von Seiten des Betrachters. Das war im Jahr 2006. Youtube war gerade ein Jahr alt, da wagten sich die ersten Pioniere, unter anderem IBM und Oracle, auf unbekanntes Terrain und eröffneten einen Unternehmenskanal auf der Online-Plattform. Heute, vier Jahre später, sieht alles schon ganz anders aus. Onlinevideos sind in der Unternehmenskommunikation angekommen.
Und wo geht es jetzt hin mit dem Bewegtbild? Diese Frage beschäftigt mich als Verantwortliche für audiovisuelle Medien bei meiner täglichen Arbeit. Und natürlich nicht nur mich, sondern auch viele andere, die sich beruflich mit bewegten Bildern in Internet und/oder Fernsehen befassen. Zum Austausch von Erfahrungen und zum Entwickeln von Visionen trifft man sich dann auf Fachkonferenzen, beispielsweise bei den Audiovisual Media Days 2010, die vor kurzem in München stattfanden. Der Schwerpunkt in diesem Jahr waren Bewegtbild-Inhalte, deren Konzeption und Best Practice bei Medien und Unternehmen. Ein Beispiel wie Unternehmen audiovisuelle Inhalte als Teil ihrer Kommunikationsstrategie im Web einsetzen, präsentierte Hermin Hainlein, Manager Consumer Communications von Coca-Cola: Nach dem Motto “weg von der Bleiwüste” nutzt die Unternehmenskommunikation des Softdrink-Herstellers verstärkt Bewegtbild. Verbreitet werden die Inhalte über Social Media: Videos werden auf den Youtube-Kanal von Coca-Cola hochgeladen, mit Facebook verknüpft und über Twitter und Co. verbreitet. Nutzer kommentieren und posten eigene Videos zum Thema. All das findet sich gebündelt in einem Media Newsroom wieder. Hermin Hainlein ist begeistert von der neuen Strategie: “Unsere Unternehmenskommunikation ist heute authentisch und sympathisch, wir haben plötzlich ein Gesicht.”
In einer sich fragmentierenden Medienwelt wird es in Zukunft aber immer schwieriger, Aufmerksamkeit für die eigenen Botschaften zu bekommen. Das Befüllen von Online-Plattformen mit Inhalten z.B. in Form von Video ist ein Anfang. Doch erst die Verbreitung über Social Media bietet zusätzlich die Chance, dass meine Inhalte auch gefunden werden. Und – was immer noch nicht genügend berücksichtigt wird – im Web 2.0 können Unternehmen ihre Bezugsgruppen nicht nur genau definieren und gezielt ansprechen. Vielmehr noch: Wenn die Botschaft den richtigen Nerv trifft und originell ist, werden Nutzer zu hervorragenden Multiplikatoren. Wie gut das funktionieren kann, zeigte gerade erst die Old Spice-Kampagne von Procter & Gamble.
Ein smarter Muskelmann, Verkörperung des Männerdufts Old Spice und Held eines unglaublichen Werbespots, verschickt persönliche Videobotschaften an ausgewählte Twitterer (mehr Informationen zur Kampagne gibt es auf dem Blog Indiskretion Ehrensache von Thomas Knüwer).
Die Idee kommt gut an: Der Old Spice-Kanal ist diese Woche der am meisten aufgerufene Youtube-Kanal, einzelne Videos haben Abrufe in Millionenhöhe.
Eine kluge und gut durchdachte Kampagne, die Maßstäbe für die Zukunft setzt.
Übrigens – den Youtube-Kanal von Old Spice gibt es auch schon seit 2006.
von Heidrun Haug
„Das funktioniert doch alles nicht“, schimpft die chinesische Seniorin. „Meine Enkeltochter hat sich nach zwei Jahren völlig unglücklich scheiden lassen.“ Die Großmutter hat uns Gruppe deutscher Frauen gefragt, was wir von der seltsamen Partnersuch-Aktion in Shanghai’s „People Square“ halten. Sofort bildete sich eine Traube interessierter Chinesinnen um uns, die heftig mitdiskutierten. In dem Park treffen sich überwiegend Großmütter, die ihre Enkelkinder gut verheiraten wollen.

Sie hängen Suchanfragen an die Wäscheleine, teils mit Foto, meistens mit der Angabe des Monatsgehalts. Die Omas vereinbaren die Rendezvous und verhandeln über die Mitgift. Inzwischen mischen sich auch professionelle Agenturen ein, die das Matching übernehmen. Was im Westen partner.de ist, sind hier die Omas. Mit dem Unterschied, dass das Internet als Medium weniger emotionalen Druck ausübt als die Großmutter.

Ein gemeinsames Phänomen überall auf der Welt scheint zu sein, dass sich junge Menschen auf spontanes Verlieben nicht mehr verlassen. Schade.
von Heidrun Haug
Besucherzettel ausfüllen, ein Anruf in der Redaktion, Zettel am Tor dem Sicherheitsbeamten abgeben – und schon sind wir drin: Auf dem weitläufigen Gelände der zahlenmäßig größten Zeitung der Welt – bei People‘s Daily. Die Tageszeitung der Kommunistischen Partei Chinas, deren Chefredakteur den Rang eines Ministers hat, ist mit einer Auflage von 2,5 Mio so etwas wie die offizielle Stimme Chinas . Die 700köpfige Onlineredaktion, die täglich mehr als 10.000 Nachrichten in acht Sprachen produziert, ist Medienpartner in unserem PR-Projekt. Die Redaktion lädt Vertreter von BASF und Siemens zum Live-Interview über „Nachhaltigkeit“ und die EXPO ins Studio. Zur Begrüßung ein kurzes Fotoshooting. Los geht’s. Noch während die Dolmetscherin die Antworten der Interviewpartner übersetzt, läuft der Text in Chinesisch bereits über die Website. Und das funktioniert so: Zwei junge Stenotypistinnen hacken in einem kleinen Hinterzimmer die Übersetzungen der Dolmetscherin sofort in den Computer.

Die Kollegin neben ihnen korrigiert den Text und schaltet ihn frei. Mit wenigen Minuten Zeitverzögerung erscheint das Interview als Text im Internet. Vollständig, ungekürzt und im Originalton. Im Eck des engen Zimmers steht ein Drucker. Die Fotografin bearbeitet die Bilder, druckt je zwei Fotos aus und schneidet sie auf dem Boden hockend für Bilderrahmen zurecht. Nach einer Stunde: Ein freundliches „Xie Xie“ – Dankeschön -, der Moderator begleitet die Deutschen zum Ausgang und überreicht ihnen die eingerahmten Fotos als Erinnerung. Noch bevor die Firmenvertreter an ihre Schreibtische zurückgekehrt sind, ist das Video hochgeladen und wird einige Millionen Zugriffe haben.
Gastbeitrag von Roland Eitel
Ganz ehrlich: Irgendwie war es zwar keine Schnapsidee – aber es ist aus einer Laune heraus entstanden. Seit 1986 bin ich – mit einer Ausnahme – bei allen Welt- und Europameisterschaften. Immer wieder sehe ich Dinge, von denen ich sage: Das müsste man jetzt irgendwie anderen mitteilen. Immer wieder verspüre ich auch den Drang, etwas zu schreiben. Aber da ich für Jürgen Klinsmann und Joachim Löw arbeite, fehlt mir die Objektivität, um etwas in den herkömmlichen Medien zu veröffentlichen. Aber die modernen Medien eröffnen diese Möglichkeit.
Also habe ich einfach mal angefangen: in Facebook ein WM-Tagebuch und auf Anregung der Stuttgarter Agentur Werbewelt in Internet ein Blog unter dem Namen www.fussballist.de. Die Koffer für Südafrika waren bereits gepackt, als die Entscheidung fiel – es war eine Millimeterentscheidung.

Heute wundere ich mich, dass ich überhaupt so lange überlegt habe. Und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: das Tagebuch hat inzwischen rund 1.000 Fans – fussballist läuft hervorragend und vor allem: Beide sind auf dem Wege, Kult zu werden. Die Leser sind breit gefächert: Seriöse Berichterstattung mit vielen Hintergründen eher im fussballist, mindestens einmal am Tag mit einer langen Geschichte, schnelle Reaktionen, die nicht immer so ernst gemeint sind, in Facebook. Es gibt viele Journalisten, ehemalige Profis, aktive Profis und ganz gewöhnliche Fußballfans.
Natürlich gibt es hier keine exklusiven Geschichten. Auch die Aufstellung wird nicht früher verkündet, als anderswo. Ebenso hat diese Art der Publikation keinerlei Anspruch auf Objektivität. Aber sie bietet die Möglichkeit, Hintergründe aufzuzeigen, Zusammenhänge herzustellen.
Die Partnerschaft mit dem Fotografen Markus Gilliar, Sprecher der deutschen Sportfotografen und somit Fotograf Nummer eins, mit dem ich seit mehreren Jahren bei solchen Großveranstaltungen logistisch zusammen arbeite und in dieser Zeit auch zusammen wohne, bietet die Möglichkeit zu ganz besonderen Bildern. Aktuell und spektakulär.

Ich will in diesen Foren auch nicht plump die Werbepartner meiner Klienten Jürgen Klinsmann und Joachim Löw darstellen. Diese Partnerschaften kennen eh schon Millionen – da kommt es auf tausend mehr oder weniger auch nicht an. Aber wenn es eine gute Aktion gibt, wird darüber berichtet. Ganz egal, ob es das Kinderhilfswerk von Jürgen Klinsmann oder eine andere Geschichte ist. Das Ziel ist: Völlig unverkrampft an die Sache herangehen.
Es wird aber nicht geeifert wie in anderen Blogs und es soll hier auch nicht der Weisheit letzter Schluss verbreitet werden. Einfach den Fußball so nehmen, wie er ist. Wir reden nicht über Krankheiten, Finanzkrisen oder die Beseitigung der Armut auf der Welt – nur über Fußball. Und wenn der Bedarf da ist, wird er eben fortgeführt nach der WM. Völlig unverkrampft.
Roland Eitel, 52, ist seit 1990 mit der RE Sportconsulting Gmbh selbstständig und arbeitet unter anderem als Berater für Jürgen Klinsmann und Joachim Löw. Kurz vor der WM 2010 in Südafrika startete er erstmals großangelegte Aktivitäten im Social Web. Neben Blog und Facebook gibt es die Impressionen von Eitel auch bei Twitter.
von Björn Eichstädt
Ich gestehe: Foursquare habe ich lange Zeit nicht verstanden. Immer wieder tauchten in meiner Twitter-Timeline oder bei Facebook Nachrichten von Menschen auf, die irgendwo der “Mayor” wurden oder irgendwo “eincheckten“. Was mir erstmal als eine relativ sinnlose Tätigkeit vorkam. Und das, obwohl ich die Foursquare App schon recht lange auf meinem iPhone habe.
Für diejenigen, die Foursquare nicht kennen: Es handelt sich kurz gesagt um ein Social Network, das sich vor allem auf Orte (location-based) bezieht. Wenn ich an einen Ort (ein Restaurant, eine S-Bahn Station, die eigene Firma, einen Park etc. etc.) komme, kann ich hier “einchecken”. Ich markiere den Ort also als von mir besucht. Die Mitteilung über den Check-in kann ich direkt aus Foursquare heraus an Communities in Twitter oder Facebook weitergeben oder direkt an meine Freunde im Foursquare-Netzwerk. Wer am häufigsten an einem Ort eingecheckt hat wird der “Mayor” des Orts. Und Orte, die es noch nicht gibt, kann ich neu zu Foursquare hinzufügen. Außerdem ist es möglich, vor Ort Tipps oder Anmerkungen zu hinterlassen. Etwa, welches Gericht in einem Restaurant besonders gut schmeckt. Oder was man einem Ort unbedingt machen sollte. Und: man kann kleine Badges einsammeln, dafür dass man bestimmte Dinge erreicht hat. Etwa eine bestimmte Anzahl von Check-ins am Tag.
Was das alles im Großen bedeutet, das war mir trotzdem lange nicht klar. Bis Facebook mit der Strategie der I-Like-Buttons daherkam. Internetweiten kleinen Facebook-Franchises auf allen nur denkbaren Websites. So sind Besuche und “Likes” von Produkten, Artikeln und ganzen Websites überall im Netz im eigenen Facebook-Profil ersichtlich. Gefundenes Fressen für Online-Händler und Medien-Anbieter, die damit ihre Angebote mit Facebook-Profilen von Käufern und Lesern verknüpfen können. Aber was hat das mit Foursquare zu tun? Nun: mit Foursquare wird nicht irgendein Angebot im Netz markiert und einer Community zugänglich gemacht. Mit Foursquare kann man die ganze Welt markieren! Das Angebot ist sozusagen der “I-Like-Button für die Real-World”. Im Moment noch klein und im verborgenen. Aber meiner Meinung nach – wenn die Macher alles richtig machen – bald schon der Hauptkonkurrent von Facebook. Die Aufteilung im ersten Schritt ist klar: Facebook für die virtuelle Welt, Foursquare für die echte.
Und dann hat Foursquare vor allem für Unternehmen noch andere Implikationen. Erinnert sich noch jemand an die Aufregung zu Google Sidewiki? Eine Google-Funktion die es ermöglicht, jede x-beliebige Website zu kommentieren? Und das auch ganz ungefragt und im Zweifel negativ? Oder den Angriff von Greenpeace gegen Nestlé auf Facebook? Nun ja. Dann sollte man einmal darüber nachdenken, was mit Foursquare so möglich ist. Denn dieses ist nicht nur der “I-Like-Button der Echtwelt”. Es ist auch das Sidewiki und die Facebook-Fanpage fürs reale Leben. Und es ermöglicht neben vielen schönen Dingen eben auch Angriffe auf Unternehmen – aus dem Herzen des Unternehmens heraus: dem Headquarter. Und sicherlich werden wir bald den ersten Fall erleben. Etwa Attacken gegen BP auf Tankstellen im Bereich “Tips” bei Foursquare. Das läge nahe. Aber natürlich kann man auch viele schöne positive Dinge damit tun. Wie Starbucks, die dem “Mayor” umsonst Kaffee anbieten. Aber da geht natürlich mehr. Allein schon, dass man als Firma eine kleine Beschreibung hinterlässt, was sich hinter dem Gebäude eigentlich so verbirgt. Als minimaler Einsteig. In jedem Fall: Foursquare hat eine große Zukunft. Das weiß ich jetzt. Es hat ein wenig gebraucht.
Achso: ich bin hier bei Foursquare.
von Katrin Renner
Storymaker hat jetzt auch eine Facebook-Seite!
Doch der starke Gegenwind an seiner Datenschutz-Politik konnte Facebook offenbar nichts anhaben. Die Nutzerzahlen sind im Mai außerordentlich gestiegen. Allein in den USA meldeten sich 8,6 Mio. Menschen neu im sozialen Netzwerk an.
Das zeigt einmal mehr: Social Media ist unerschütterlich. Wo Menschen sich Informationen holen, Erfahrungen austauschen, Produkte bewerten und empfehlen und Entscheidungen treffen, möchten Unternehmen immer stärker auch selbst aktiv sein. Da liegt es nahe, den Dialog mit den Zielgruppen im größten Netzwerk weltweit mit über 450 Mio. Mitgliedern zu suchen. Einige machen das bereits sehr erfolgreich, z.B. Lufthansa, Fahrrad.de oder DATEV.
Mit der Storymaker Facebook-Seite starten wir einen vielseitigen Kommunikationskanal, der uns Raum gibt, Themen sozial vernetzt anzugehen. Ich freue mich auf den Austausch und bin schon selbst sehr neugierig, welche unserer Ideen wir dort umsetzen!
Besuchen Sie unsere Facebook-Seite und klicken Sie „Gefällt mir“!
von Ines Brunner
Seit zehn Stunden bin ich für den Dreh der Tanzszene des Filmes „Wer wenn nicht wir“ von Andres Veiel unterwegs. Jetzt will ich nur noch eins: meine Füße hochlegen und für ein halbes Jahr garantiert keinen Twist mehr tanzen. Ein Rückblick…
Ab 12 Uhr begannen wir Komparsen in unsere farbenfroh-adretten Kleider und Anzüge im Stil der frühen sechziger Jahre zu schlüpfen. Die Schuhe drücken bereits nach wenigen Minuten. Noch ahnen wir nicht, dass wir gefühlte 40 Takes darin tanzen müssen. Nach zweieinhalb Stunden sind die rund 30 Kneipenbesucher/-innen und Twist-Tänzer/-innen fertig eingekleidet und frisiert. Das Fitting ist im Vergleich zur Kostümprobe vor drei Wochen ein Kinderspiel: Ein Griff an die Kleiderstange, auf dem Bügel für Bügel die ausgewählte Garderobe nebst Schmuck für jeden einzelnen Komparsen mit Nummern versehen hängt. Die Maskenbildnerinnen stylen unser Haar nach den Notizen und Fotos, die ihre Kolleginnen bei der Kostümprobe für jeden Statisten erstellt haben. Bei den Damen dürfen der für die 60er Jahre typische breite Lidstrich und die dramatisch langen Wimpern nicht fehlen.
Um halb drei Uhr nachmittags steht das Tanztraining auf der Agenda. Vielen von uns knurrt schon jetzt der Magen, denn das Frühstück war unsere letzte ‚richtige‘ Mahlzeit. Nun heißt es probe-twisten unter den prüfenden Augen des Tanzlehrers. Fünf Komparsenpaare wählt er aus, die den ganzen Abend tanzen werden – und ich bin auch dabei. 20 Minuten gönnt er uns, um die Bewegungsabfolge einzustudieren und betont: „Für Euch wird das eine große ausgelassene Party sein.“ Die Stimmung der Barbesucher beschreibt er so: „Ihr werdet nicht den wilden Twist der späten Sechziger tanzen.“ Die Damen waren mit ihren Gesten zurückhaltend aber verführerisch lockend. Mit diesem Lidstrich sollte das kein Problem sein. Doch die Herren „wollen natürlich nur das Eine“ – das alte Spiel.
Am Set angelangt, wabert uns im Kellergewölbe der Tanzkneipe rauchgeschwängerte Luft entgegen. Riesige Scheinwerfer treiben die Temperaturen in die Höhe. Rund 30 Film-Crew-Mitglieder drängen sich mit uns Statisten in den kleinen Raum. Und dann sind da natürlich noch August Diehl, der den Verlobten der späteren RAF-Terroristin Gudrun Ensslin, Bernward Vesper, spielt sowie seine Geliebte/Affäre Ulrike (gespielt von Stephanie Stremler ). Die Schauspieler sind völlig auf ihre Texte konzentriert und scheinen uns kaum wahrzunehmen.
Eine kurze aber herzliche Begrüßung von Andres Veiel an die Komparsen – und schon werden wir unseren ‚Rollen‘ entsprechend im Raum platziert: der Barkeeper, der Kellner, Gäste am Tresen und an den Tischen, die Twist-Tänzer und sogar ein Disc Jockey am antik anmutenden Schallplattenspieler. Schon erklingt das berühmte „Und bitte!“: Die Gäste unterhalten sich angeregt, rauchen und trinken – ausgelassene Stimmung macht sich breit. Und wir tanzen noch frisch und beschwingt den ersten Twist dieses Abends – nicht wissend, wie viele es noch werden. Bereits eine Minute später werden die Tänzer gemäß den Lichtverhältnissen umgestellt. Alles passiert in Windeseile. Die nächste Einstellung, der nächste Tanz. Von der Umgebung und der Filmhandlung bekomme ich kaum etwas mit, denn mein Tanzpartner und ich sind ganz in unsere Choreographie vertieft und darauf bedacht, uns ‚anzuschmachten‘. Auch wenn die Schuhe immer mehr kneifen und den Herren langsam die Schweißperlen auf die Stirn treten: Wir lächeln, verbreiten Freude und haben Spaß – das ist unser Job.
Langsam bekommen wir eine Ahnung davon, wie anstrengend so ein Dreh sein kann. Immer und immer wieder tanzen wir die gleiche Bewegungsabfolge, locken und zieren uns, sind vergnügt. Dazwischen zweiminütige Pausen, in denen an 30 Komparsen Getränke in Plastikbechern ausgeteilt werden, diese mehr als zügig geleert und eingesammelt werden müssen. Ein organisatorischer Akt. Wurde ein Becher vergessen, muss die Szene nochmals gedreht werden. Nach circa 20 Takes beneiden die Tänzer das ‚Sitz- und Stehpublikum‘. Wer von den Rauchern verpasst, nach dem Dreh der insgesamt 40 Einstellungen die Zigarette sofort auszudrücken, muss sich wohl oder übel 40 neue Zigaretten anzünden. Denn dem kritischen Betrachter würde es auffallen, wenn im Film ein Darsteller eben noch eine neue Zigarette rauchte, von der einige Sekunden später nur noch der Stummel übrig ist.
Unsere Frische schwindet dahin. Frisuren müssen erneuert, den Herren in jeder Pause der Schweiß von der Stirn getupft und die Kleidung zurecht gezupft werden. Die Füße schmerzen, das sieht uns auch der Choreograph an und verordnet uns Dehnungsübungen. In einer Szene ‚zu fortgeschrittener Stunde‘ dürfen die Herren ihre Jackets endlich öffnen. An ausziehen ist nicht zu denken.
Dienten wir den Schauspierlern bisher als Hintergrund, wagen sie nun ein Tänzchen mit uns. „Wir machen Nahaufnahmen und führen die Kamera im Kreis um Euch herum. Jeder von Euch ist im Bild zu sehen“, heißt es. Für uns bedeutet das, noch genau so unverbraucht zu wirken, wie vor nunmehr drei Stunden. Das Lächeln müssen wir uns unter Schmerzen langsam abringen. Auch von den Laiendarstellern wird Konzentration und Disziplin erwartet. Vier mal dreht die Kamerafrau Judith Kaufmann diese Einstellung mit den sich mitten unter uns küssenden Protagonisten, in der wir dem Film-Team auf ein Zeichen hin aus dem Weg oder vor die Kamera tanzen müssen. Es darf keine Lücken auf der Tanzfläche geben – alles ist in Bewegung. Bis plötzlich die Schauspieler taumeln und mit lautem Gepolter zu Boden stürzen. Tische und Stühle fallen um, Gläser gehen zu Bruch. Wir sind erschrocken, doch wir verstehen: Das ist alles nur Show – und tanzen amüsiert weiter.
Es ist fast geschafft. Was uns zu unserem letzten Tanz motiviert, ist ein Abendessen, das uns die Regieassistentin unter allgemeinem Jubel in Aussicht stellt. Nach viereinhalb Stunden Dreh dankt uns der freundliche Andres Veiel für unseren Einsatz: „Ihr habt tolle Arbeit geleistet.“ Für das Filmteam ist der Drehtag noch längst nicht zu Ende, als wir genüsslich die ‚besten belegten Brote der Welt‘ auf der Straße im Gehen hastig verzehren. Versöhnliches Abendrot und unsere bequemen Schuhe lassen uns die Strapazen des Tages langsam vergessen. Wir können es kaum erwarten, aus der jegliche Atmung verhindernden Kleidung zu schlüpfen. Gegen 22 Uhr beginnt für uns Komparsen dann der Feierabend.
Dennoch: Wenn der Film dann planmäßig im nächsten Jahr in die Kinos kommt, sind alle Anstrengungen vergessen und wir einfach nur gespannt, wie viele Sekunden wir zu sehen sind. Und wissen, dass der mit den Komparsen betriebene enorme Aufwand nur ein Bruchteil des Gesamtaufwands für den Film ist.
von Björn Eichstädt
Seit 28. Mai ist das iPad in Deutschland auf dem Markt. Auch der Axel-Springer-Verlag ist von Anfang an mit eigenen medialen Anwendungen dabei. Romanus Otte, der als General Manager bei WELT online die iPad Apps DIE WELT (Besprechung hier im Blog) und THE ICONIST verantwortet, beantwortet im Storyblogger-Interview Fragen zu den Ideen hinter den Apps, Paid Content und der Gesamtstrategie auf dem iPad.

Axel Springer und speziell DIE WELT haben in Deutschland sehr früh angefangen mit Apps. Was hat sich aus Ihrer Sicht beim Sprung vom iPhone aufs iPad grundlegend geändert?
Das iPad ist zunächst einfach größer. Daraus ergeben sich andere Nutzungssituationen und andere ästhetische Möglichkeiten. Für das kleinere iPhone bieten wir eine News-App an, die sich stark an WELT ONLINE orientiert, ein immer aktuelles Medium, dass wir vom Internet her denken. Für das iPad haben wir dagegen bei der Entwicklung sehr stark von der Zeitung her gedacht. Mit der App DIE WELT versuchen wir, ein alternatives Angebot zu schaffen zu WELT ONLINE. Unsere Frage war: Wie könnte eine Zeitung auf einem Tablet-Gerät aussehen? Das iPad haben wir hier also eher wie ein Lesegerät behandelt.
Welchen Mehrwert bietet denn die iPad-App gegenüber der Zeitung?
Wesentlicher Vorteil ist natürlich, dass die Zeitung auf dem iPad immer aktuell sein kann. Unser Versprechen lautet: Stellen Sie sich vor, Sie kaufen eine Zeitung, aber die ist immer aktuell. Es gibt in der App zudem zwei Ressorts, die es in der Zeitung nicht gibt. Das ist „Geschichte“ mit Stories zu historischen Themen des aktuellen Datums, und das Ressort „WELT Reporter“ – Geschichten aus dem Ausland, die exklusiv für die Apps geschrieben werden und nur hier zu lesen sind. Dann gibt es in der iPad-App natürlich groß inszenierte Bilderstrecken und Videos direkt im Artikel. Wir sind auf dem Weg zur „Harry-Potter-Zeitung“ – in der sich alles bewegt und ein wenig magisch wirkt.
Das Thema „Paid Content“ spielt für Axel Springer eine riesige Rolle. Meine persönliche Nutzungserfahrung ist, dass Apps auch durchaus zum Konsum von Paid Content verleiten. Wie sehen Sie im Moment die Entwicklung?
Bei Paid Content geht es nicht gar darum, die Verlagsbranche zu retten. In unserem Fall müssen wir auch gar nicht gerettet werden, denn Axel Springer geht es recht gut. Wir sehen Paid Content pragmatisch. Wir wollen wissen, was funktioniert. Wir wir wollen lernen, wann etwas funktioniert und wann nicht. Deshalb haben wir den kostenpflichtigen Newsletter WELT LAGE gestartet, deswegen haben wir kostenpflichtige Apps im Angebot und deshalb gibt es bei unseren Regionalportalen kostenpflichtige Bereiche. Mit dem Newsletter sind wir vom Zuspruch her bislang noch nicht voll zufrieden, obwohl wir vom Produkt hundertprozentig überzeugt sind. Bei den Regionalportalen stehen wir noch am Anfang. Vom Erfolg der iPhone Apps sind wir hingegen überwältigt. Wir haben mehr als 180 .000 Apps von WELT und BILD verkauft. Das hat unsere Vorstellungen bei weitem übertroffen. Was wir auf dem iPhone erleben, das zeigt: es gibt Zahlungsbereitschaft für gute Produkte. Nun schließen sich viele Fragen an: Was ist das richtige Pricing? Wie funktioniert ein effizienter Vertrieb für Apps? Es gibt eine Menge zu lernen. Unser Erfolg auf dem iPhone war auch ein Grund, von Anfang an beim iPad auf kostenpflichtige Apps zu gehen. Der Browser bleibt aber weiterhin frei.
Ach? Ich dachte der Browser sollte auch kostenpflichtig fürs iPhone werden?
Ja, das hatten wir vor. Aber bereits vor dem Start der iPhone-Apps haben wir uns anders entschieden, und das soll erst einmal so bleiben. Wir wollen unterschiedliche Zielgruppen in unterschiedlichen Situationen mit unterschiedlichen Produkten ansprechen. Paid, Free oder Freemium, diese Frage muss immer wieder pragmatisch abgewogen werden. Wir werden unsere Entscheidungen immer wieder an der Wirklichkeit messen. Derzeit sind wir mit unserem Ansatz sehr zufrieden. Auch die Werbeerlöse in den freien Angeboten entwickeln sich gut.
Glauben Sie, dass PR und Werbung künftig andere Inhalte liefern müssen – mehr Fotos, Videos, Interaktives – um Publikationen im App-Format zu beliefern?
In der Kommunikationsbranche gibt es dazu viele Überlegungen. Auf beiden Seiten des Marktes wird viel ausprobiert. Schauen Sie sich nur unsere zweite App THE ICONIST an, die ebenfalls von der WELT gemacht wird. Dort gehen ja schon viele Werbetreibende den Weg mit animierten und interaktiven Anzeigen. Auch in der WELT-App haben wir mit Audi von Beginn an einen Werbepartner. Ich bin überzeugt, dass App-Werbung eine große Rolle spielen wird.
Ein paar Worte zum Schluss zu THE ICONIST. Ich fand den Ansatz erst fantastisch, dann war er mir aber doch zu überladen. Da wurde ja tatsächlich alles versucht. Aber ist das nicht auch ein bisschen sehr Effekthascherei. Überlagert das nicht den Inhalt?
Beim Vergleich der Apps ist der Kontext wichtig: DIE WELT App haben wir von der Zeitungs-Seite her gedacht. An THE ICONIST sind wir von der anderen Seite herangegangen, von den Möglichkeiten des Geräts. THE ICONIST ist ein bestechendes Beispiel dafür, in welche Richtung das gehen kann. Die erste Ausgabe ist natürlich noch nicht perfekt ausbalanciert. Wir wollen in der zweiten Ausgabe wieder etwas mehr Wert auf Texte legen. Aber wir sind von dem Möglichkeiten des Produktes begeistert. Es ist neu, sinnlich, spielerisch, interaktiv. THE ICONIST ist das perfekte Beispiel dafür, wie viel Spaß der Medienwandel machen kann – auch uns in der Branche selbst .
Anm. der Storyblogger-Redaktion: Die iPad App von THE ICONIST besprechen wir in Kürze in diesem Blog.
von Björn Eichstädt
Das iPad hat auch das Wirtschaftsmagazin brand eins erstmals zu einer App (zuletzt hier im Blog besprochen) inspiriert, die seit dem Deutschlandstart des Geräts in Apples AppStore erhältlich ist. Mit Chefredakteurin Gabriele Fischer sprach ich für den Storyblogger über die aktuelle App, die Möglichkeiten des iPads und das, was man künftig von brand eins auf Tablet-Computern erwarten kann.

Die brand eins App ist direkt mit dem Start des iPads auf den Markt gekommen. Dabei habt Ihr bislang eher einen Bogen um Apps und digitale Hypethemen gemacht. Wieso jetzt der Schritt als Early Adopter?
Schon als Kindle und Co. auf den Markt gekommen sind, war uns klar, dass wir uns damit befassen müssen. Denn ein digitales Lesegerät kann für uns zu einer weiteren Vertriebsform werden. Dabei war für uns von Anfang an gesetzt, dass wir nah am Markenkern bleiben wollen – brand eins ist ein Magazin für Leser. Wir sind keine Fernsehstation, wollen uns also nicht als Filmemacher profilieren, aber eine digitale Umsetzung des Magazins erschien uns sinnvoll. Und auch wenn die ersten Lesegeräte noch nicht genügend Möglichkeiten für Magazine boten: Es war klar, dass sich das ändern würde, und dann wollten wir uns damit beschäftigen. Dass wir schon so früh dabei sind, hatte zwei Gründe. Zum einen hatten wir uns Anfang Februar für die Agentur Scoop and Spoon entschieden, die sich unter anderem mit digitaler Technologie befasst. Und dann meldete sich wenige Tage später ein Mitarbeiter von Apple und fragte, ob wir nicht gleich beim Start des iPads dabei sein wollten. Unsere Agenturpartner nickten, und so beschlossen wir, es zu versuchen. In aller Stille – denn zum einen waren wir noch nie die großen Marktschreier. Zum anderen wussten wir auch nicht, ob wir tatsächlich fertig werden würden. Aber es hat zum Glück alles super geklappt.
Ihr seid ja gleich am ersten Tag richtig durchgestartet. Die App war schnell bis auf Platz 4 in den iPad Charts. Habt Ihr damit gerechnet?
Wir haben im ersten Schritt die App mit einer Gratisausgabe angeboten, und damit gerechnet, dass sich viele die auch herunterladen würden. Und es hat uns auch nicht gewundert, dass die Reaktionen eher gespalten waren: Nutzer, die eher von der Technik kommen, bekundeten, dass die App technisch zu wenig bietet. Dieser Teil des Publikums kritisiert, dass es ja „nur“ ein Leseheft ist.
Das sind aber vermutlich auch die Leute, für die auch das iPad technisch zu wenig bietet.
Genau. Unsere Stammleser dagegen sind zufrieden bis begeistert. Wir bekommen einige sehr gute Vorschläge von ihnen. Etwa, dass man noch ein Lesezeichen braucht, das wir in der nächsten Version dann auch anbieten werden. Die Suchfunktion über alle Hefte hinweg soll ebenfalls kommen. Die Leser helfen uns also schon jetzt dabei, die App noch besser zu machen.
Im Moment gibt es noch recht wenige Hefte in der App. Wann kann ich meine komplette brand eins Sammlung auf dem iPad haben? Ich hätte zum Beispiel gerne die Ausgabe „Wirtschaftswundermagazin“ aus dem Dezember 2000.
Ob wir so weit zurückgehen werden, ist noch offen. Das liegt auch an den technischen Gegebenheiten der damaligen Heftformate. Die PDFs mit denen wir von der Qualität her arbeiten können, gibt es erst seit etwa drei Jahren, seit wir ein E-Paper machen. Für die Ausgaben davor, müssen wir noch einige Probleme lösen – aber zumindest für die vergriffenen Hefte wollen wir es versuchen. Alle neuen Ausgaben jedenfalls wird es künftig in einer iPad-Version geben.
Wie ist es mit Links innerhalb des Heftes?
Man muss sich immer entscheiden: Will man ein Leseheft anbieten oder ein interaktives Medium. Links stören den Lesefluss und beeinträchtigen das Layout, aber wir denken über Lösungen nach, die zu brand eins passen.
Und Videos?
Gute Videos sind eine Kunst für sich – und schlechte wollen wir nicht anbieten. Aber wir werden sicherlich künftig mehr Bildergalerien oder auch Foto-Videos einbauen.
Es gab doch mal die tolle Reihe „Die Aufbrecher“, die brand eins mit dem ZDF gemacht hat?
Ja, aber die Rechte liegen leider nicht bei uns. „Die Aufbrecher“ wären sicherlich sehr gut für das iPad geeignet, aber Rechtefragen sind im Dialog mit öffentlich-rechtlichen Sendern keine Kleinigkeit.
Wie soll das iPad denn künftig in Eure Strategie integriert sein?
Das wird sich Schritt für Schritt ergeben. Bei uns geht es vor allem um unsere Identität und Qualität. Was dazu passt, das werden wir langsam aber sicher machen.
Thema Paid Content: den ein oder anderen wird sicher erstaunen, dass die Hefte auf dem iPad recht teuer sind und selbst für Abonnenten nicht umsonst sondern nur vergünstigt.
Inhalte müssen anständig bezahlt werden und kosten somit Geld, davon waren wir schon immer überzeugt. Die App verursacht zusätzliche Kosten, also kann die Nutzung nicht gratis sein. Wie sich die Preisgestaltung im App-Store entwickelt, ob die Apps künftig einen relevanten Anteil am Umsatz liefern – all das ist offen. Schließlich hat auch Apple seine eigenen Regeln, und die sind nicht immer kompatibel mit unseren. Bei uns kann man zum Beispiel sein Print-Abo jederzeit kündigen und bekommt dann sein Geld zurück, wie das im App-Store funktionieren kann, müssen wir prüfen. Aber so ist das, wenn man Neuland betritt: Man geht los, und klärt die Probleme Schritt für Schritt. Wir haben nicht versucht, vor dem Start alle Eventualitäten zu bedenken – wir haben uns auf ein Abenteuer eingelassen. Und uns war klar: Das ist einfach ein neues Medium.
Denkt Ihr auch darüber nach, auf andere Tablet-Geräte zu gehen, wenn diese in den Markt kommen?
Auch das wird sich zeigen. Im Moment sind wir mit dem iPad ausreichend beschäftigt, und denken noch nicht über neue Formate nach. Wir stehen glücklicherweise auch nicht unter Druck. Das Print-Geschäft läuft weiterhin sehr gut, und der Großteil unserer Zielgruppe wird auch weiterhin das Heft beziehen wollen. Aber auch sie freuen sich über das iPad, wenn sie im Zug, im Flugzeug oder bei einem längeren Auslandsaufenthalt ihre Ausgaben dabei haben wollen – es ist eine Erweiterung unseres Angebots. Das ist es, was wir ermöglichen wollten.
von Björn Eichstädt
Die zweite iPad App aus einem deutschen Verlagshaus, die ich vorstellen möchte, ist das Angebot von DIE WELT. Im Gegensatz zu den ersten WELT Angeboten im Rahmen der App iKiosk handelt es sich hierbei mitnichten um ein reines pdf-Angebot. Das wäre wohl auch eine große Enttäuschung gewesen. Vielmehr bietet die App eine sehr gute Navigation zwischen den verschiedenen Rubriken und erinnert darüber hinaus am ehesten an das US-Vorbild der New York Times. In den einzelnen Rubriken werden kleine Anreißer von Artikeln gezeigt, einmal mit dem Finger darauf getippt öffnet sich der komplette Artikel. Bilder, die man auswählt sind in der Regel das Fenster zu schönen Slideshows.
Ein bisschen mehr Multimedialität geht sicher noch, aber DIE WELT ist mit ihrer iPad App schon auf einem guten Weg, die Möglichkeiten des iPads zu nutzen. Wie das aussieht, zeigt das folgende Video.
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