Content·Healthcare·Kunden

Mit Fingerspitzengefühl kommunizieren

In den späten 1990er Jahren kam der israelische Physiologieprofessor Yoram Palti auf die Idee, seltene Hirntumoren (Glioblastome) mit elektrischen Wechselfeldern (Tumor Treating Fields) zu behandeln, um ihre Zellen an der Teilung zu hindern. Damals verstand niemand, was er eigentlich vorhatte. Er war fest davon überzeugt, dass diese Therapie wirkte, wollte den Schwerkranken aber nichts versprechen, was er nicht halten konnte. Er nahm sich Zeit für seine Forschung. Heute, mehr als zwei Jahrzehnte später und nach mehreren klinischen Tests ist klar, dass sich der lange Atem von Palti und seinem 2000 gegründeten Unternehmen Novocure ausgezahlt hat. Menschen, die an einem Glioblastom erkrankt sind, leben deutlich länger, wenn sie neben der Chemotherapie auch noch elektrische Wechselfelder einsetzen, um ihren Tumor zu behandeln. Nun versucht das Unternehmen, möglichst vielen Menschen Zugang zu dieser Therapie zu verschaffen. Es ist an der Zeit, zumindest einen Teil der Bescheidenheit aufzugeben und über die Erfolge zu sprechen. Storymaker unterstützt Novocure bei dieser spannenden Aufgabe in Deutschland. Wie aber kommuniziert man ein derart sensibles Thema? Wir baten Marco Carrino, den Marketingchef EMEA von Novocure, Näheres zum Projekt zu verraten.

Marco Carrino ist Marketing Director EMEA bei Novocure


Cornelia Geißler (CG): Herr Carrino, Novocure ist schon seit über 17 Jahren auf dem Markt und in den USA sogar börsennotiert. Warum braucht das Unternehmen nun Unterstützung für seine Kommunikationsaktivitäten?

Marco Carrino (MC): Natürlich haben wir bisher auch schon kommuniziert – aber in Deutschland eben in einem sehr engen Rahmen für ein ausgewiesenes Fachpublikum z.B. auf medizinischen Konferenzen. Wir wollten stärker in die Breite gehen und wussten nicht genau, was ein geeigneter erster Schritt ist. Storymaker riet uns, sich erst einmal darüber klar zu werden, was unsere Identität, unseren Markenkern eigentlich ausmacht, wie wir auf dem Markt auftreten wollen. Deshalb haben wir kaufmännische, medizinische, Marketing- und Vertriebsverantwortliche zusammengebracht. Wir haben uns einen Tag Zeit genommen, um das, was dazu in unseren Köpfen steckt, herauszuholen und zu ordnen. Storymaker hat die Ergebnisse dann in ein umfangreiches Konzept gegossen.

CG: Was ist der konkrete Nutzen aus der Storyentwicklung?

MC: Wir haben einen roten Faden für die Kommunikation in Deutschland gefunden. Nun ist es deutlich leichter, Botschaften und Themen für alle möglichen Zielgruppen, z.B. Patienten, Ärzte, Angehörige, Krankenkassen, Multiplikatoren zu formulieren und in die Welt zu tragen. Wir können auf Basis der Story Maßnahmen entwickeln, die uns in Deutschland bekannter machen, digital kommunizieren und ganz gezielte Pressearbeit betreiben.

CG: Für welche Maßnahmen haben sie die Story bislang genutzt?

MC: Erst einmal haben wir auf ihrer Basis Content erstellt – Factsheets zu unserer Therapie Optune, Infos zu Ergebnissen unserer jüngsten klinischen Studie und zu Ansprechpartnern von Novocure. Diese konnten wir gleich für einen Kongress, teilweise auch für unsere Website nutzen. Parallel dazu baut Storymaker eine Datenbank mit Kontakten auf, auf denen künftig unsere Öffentlichkeitsarbeit fußt. Und wir planen noch viel mehr.

CG: Warum haben Sie sich für eine Zusammenarbeit mit Storymaker entschieden?

MC: Bei uns geht es um eine unheilbare Krankheit, also ein Themenfeld, wo man sehr sensibel mit den Informationen umgehen muss und mit der Tonalität, in der sie vermittelt werden. Storymaker ist eigentlich nicht auf Medizin- und Healthcare-Kunden spezialisiert. Die Agentur hat uns aber sehr schnell überzeugt: Sie hat verstanden, worauf es ankommt, sich in unsere Themen hineingedacht und sich das nötige Fachwissen in kürzester Zeit erarbeitet. Wir schätzen es sehr, dass Storymaker komplexe technische Eigenschaften auch für ein Laienpublikum ansprechend kommunizieren kann.

Mehr lesen:

Hinterlassen Sie den ersten Kommentar!

Kommentar verfassen