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Die Zukunft meint es nicht so

„When you change the way you look at things, the things you look at will change.”

Man kann es so sehen: Die Zukunft zeigt sich derzeit von ihrer unfreundlichen Seite. Sie kommt viel schneller als früher. Und sie zieht ganzen Branchen den Boden unter den Füßen weg. Doch man kann es auch anders betrachten: Die Zukunft bringt jede Menge Möglichkeiten, die Welt besser zu machen.

Sei es aus Überlebensnot oder Begeisterung –  rund 300 UnternehmerInnen, Führungskräfte und Menschen mit Innovationsinteresse waren auf dem 16. Zukunftskongress in Wolfsburg. Die heißen Themen im Überblick:

Quantencomputer:

Wenn wir eines Tages schneller als Lichtgeschwindigkeit reisen können, dann vielleicht mit Hilfe von Quantencomputern. Sie sind um viele Dimensionen leistungsfähiger, als aktuelle Computersysteme, und erlauben schon heute die Bewältigung unvorstellbar großer Rechenanforderungen. Dr. Martin Hoffmann, CIO der Volkswagen AG, hat ein erstes tatsächliches Projekt gemeinsam mit der Firma D-Wave Systems vorgestellt, für das Quantencomputer eingesetzt werden. Volkswagen arbeitet an einer Lösung, Verkehrsstaus in Ballungsräumen vorherzusagen und zu vermeiden, indem individuelle Routen die Fahrzeuge frühzeitig umlenken.
Es wird immer konkreter mit der Quantentechnologie – ganz neue Geschäftsmodelle wird sie hervorbringen. Nicht nur die IT-Industrie sollte darauf vorbereitet sein.

Künstliche Intelligenz, Chatbots, digitale Assistenten:

Ein Universalthema, das in sehr vielen Vorträgen und Wortmeldungen zur Sprache kam. Zusammenfassen lässt es sich so: Maschinen werden immer mehr Aufgaben übernehmen. Sie werden selbständig Transaktionen mit anderen Bots tätigen, daher werden Abfragen wie „prove that you are not a Robot“ bald der Vergangenheit angehören. Sie werden als digitale Kopien unserer selbst existieren. Und natürlich werden wir ethische Fragen beantworten müssen. Wer trägt die Verantwortung für die Folgen von Entscheidung eines Bots?
Auch wenn es für viele eine unheimliche Vorstellung ist, mit menschenähnlichen Algorithmen zu interagieren, diese Entwicklung wird weiter voranschreiten. Ich finde, wir sollten die positiven Seiten sehen, weniger Routinetätigkeiten, schnellere Prozesse, mehr Service, etc.

Big Data Analysis und Predictive Analysis:

Der Satz ist nicht neu, wurde aber auch auf dem Zukunftskongress mehrmals ausgesprochen: Werde ein Datenunternehmen, oder du wirst verschwinden. Daten sind Gold.

Natürlich wollten alle wissen: Wie hat Julian Wheatland von Cambridge Analytica Donald Trump zum Wahlsieg verholfen? Ich war wie viele andere sehr gespannt auf den Vortrag. Fazit: Massive Datenmengen helfen dabei, die „drivers of behaviour“ zu verstehen, also die Gründe, warum Menschen auf eine bestimmte Art handeln. Diese liegen in der Persönlichkeit und der Psyche der Menschen und Cambridge Analytica gelingt es, aus einer Vielzahl von Merkmalen Kommunikationsmaßnahmen und Botschaften abzuleiten, die Entscheidungen beeinflussen. Das wissen Sie bereits aus der Presse? Ja, so ging es mir auch. Leider gewährte Wheatland keinen tieferen Einblick.

Innovation, Wandel, Digitalisierung

Stephen Brobst von Terradata erzählte, er werde immer wieder gefragt, warum es in Deutschland kein Silicon Valley gebe. Seine Antwort: “The Germans are afraid to fail“. Profi-Tipp von Brobst: „failure must be fast and cheap“.

Fazit also: Gestatte es dir und anderen, zu scheitern. Gehe neue Wege. Sei mutig. Think outside the box. Schaffe Freiräume. Werfe Altes über den Haufen. Breche Strukturen auf.

Alles schonmal gehört, klar. Die meisten, mit denen ich auf dem Zukunftskongress sprach, tun sich im Umsetzen dieser Regeln schwer. Immer gibt es Vorgesetzte, Gesetze oder andere Gegebenheiten, die dem entgegenstehen. Das „Ja, aber“ ist ein mächtiger Gegner von Innovation. Ich denke, jeder muss sein „Ja, aber“ überwinden, sich Freiräume schaffen, Dinge ausprobieren. Wir sollten anfangen, den Tisch zu decken. Denn egal, was wir tun, die Zukunft steht vor der Tür.

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