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#AFBMC: Mut ist das Social Media Tool des Jahres 2017

Am 14.3. fand in München die Allfacebook Konferenz statt und ich durfte zum ersten Mal dabei sein. Allfacebook gehört zu den wichtigsten und erfolgreichsten Social Media Marketing Konferenzen in Deutschland und ist „the place to be“ für alle, die sich für digitale Kommunikation interessieren. Ich habe viele spannende Vorträge gehört und obwohl ich keine revolutionären Erkenntnisse gewinnen konnte, habe ich einige neue Ansätze, kreative Ideen und vor allem ganz viel Inspiration mitgenommen. Neben praxisbezogenen Informationen zu Tools und Ad-Formaten, hat sich für mich eine wichtige Botschaft der Konferenz herauskristallisiert: Mut, neues auszuprobieren, Fehler zu machen und nicht allen zu gefallen, gehört zu den wichtigsten Eigenschaften, die einen Social Media Verantwortlichen auszeichnen sollten.

Hier sind meine Highlights der #AFBMC 2017:

Influencer sind überbezahlt, unmotiviert und doch so wichtig

Das Thema Influencer war auf der Konferenz allgegenwärtig. Wie findet man die richtigen Influencer? Wie arbeitet man am besten mit ihnen zusammen? Bringen Influencer überhaupt noch was? Verdienden sie zu viel Geld und sind unmotivert? Und gibt es vielleicht schon zu viele davon? Diese Fragen beschäftigen die meisten Agenturen und Unternehmen. Andreas Bersch von brandpunkt.com bezeichnete Influencer als nach wie vor wichtige Medienpartner, die man aber auf keinen Fall wie Banner buchen sollte. Jedes Unternehmen muss seine relevanten Influencer gut kennen, daher sind, seiner Meinung nach, auch keine Tools dafür nötig. Glaubwürdigkeit und Reichweite sind bei der Auswahl die wichtigsten Faktoren. Die obersten 5 Prozent der Influencer bekommen zwar viel Aufmerksamkeit, sind aber mit bis zu 85 Prozent verkaufter Reichweite nicht mehr authentisch und sie haben wenig Zeit und Lust, sich auf neue Produkte und Kooperationen einzulassen. Also besser in den Longtail-Bereich der Influencer investieren – hier trifft man auf deutlich engagiertere Partner und bekommt mehr für sein Geld.

Michael Bräu von der Agentur coma AG hat am Beispiel der Marke Tempo gezeigt, wie eine gute Zusammenarbeit mit Youtube-Influencern funktionieren kann. Persönliches Kennenlernen, kreativer Content und der Verzicht auf langweilige Formate wie klassische Produkttests haben sich für Tempo als sehr erfolgreich erwiesen. Wichtig zu erwähnen war ihm jedoch, dass man die eigenen Micro-Influencer, also z.B. Facebook-Fans und Follower, niemals vernachlässigen sollte. Denn sie sind in der Regel die eigentlichen treuen Herzen der Marke.

Tools Tools Tools!

Waaas, ihr postet noch händisch? Wer die Frage mit ja beantwortet, scheint mit der Zeit nicht mitgegangen zu sein. Social Media Automatisierung mit Tools wie HubSpot, Hootsuite, Facelift, Buffer oder SocialHub ist in aller Munde, denn Tools sparen nicht nur Zeit, sondern strukturieren Contentplanung, optimieren Inhalte und liefern wichtige Statistiken. Mittlerweile können sie Time-Slots mit bester Reichweite für jede Plattform ausrechnen, Zeitlücken mit ausgewähltem Content füllen und so für optimale Ergebnisse in Reach und Engagement sorgen. Die Suche nach dem geeigneten Tool, das die eigenen Anforderungen erfüllt und dabei bezahlbar ist, bleibt eine echte Herausforderung und ich habe kaum jemanden getroffen, der mit seiner Tool-Lösung komplett zufrieden war. Was ich aus Vorträgen und Gesprächen zu diesem Thema mitgenommen habe: Man sollte immer wieder neue Tools ausprobieren und bereit sein, für gute Anwendungen Geld auszugeben!

Die Absprung-Rate ist genauso wichtig wie Engagement

Das deutsche Facebook Universum

Wenn die Engagement-Rate auf der eigenen Seite absinkt, wandern die aktiven Fans zu anderen Seiten ab und interagieren dort weiter. Diese so genannte Churn-Rate zu verstehen und darauf zu reagieren, ist ausschlaggebend für den Erfolg jeglicher Social Media Aktivitäten. Stephan Eyl und Nicolas Graf von Kanitz von Fanpage Karma untersuchten 52.000 deutsche Facebook-Seiten und 36 Milliarden User, um die wichtigsten Interessenscluster der Facebook Fans herauszufinden und Seiten zu identifizieren, die anderen Seiten aktive Fans abwerben. Die Ergebnisse sind überraschend und ziemlich unterhaltsam. Twitterperlen ist z.B. der Staatsfeind Nr. 1 aller deutschen Facebook-Seiten, denn ganze 85 Prozent der Facebook-Fans anderer Seiten interagieren mit Twitterperlen – einer Page mit nur 400.000 Fans! Es war auch ganz interessant zu erfahren, dass deutscher Gangsta-Rap zu den Top-Interessen auf Facebook gehört, mit 16,69 Prozent aktiven Fans. Doch was lernen wir aus diesen Fakten? Erfolgreich auf Facebook sein bedeutet, die genauen Interessen, Eigenschaften, Hobbies und Ansichten der eigenen Facebook Fans zu verstehen und mit Content darauf zu reagieren. Und wie kommt man an diese Daten? Im Moment scheint die Auswertung nur über Fanpage Karma möglich zu sein, doch es wird in Zukunft sicher Tools geben, die eine ähnliche Analyse ermöglichen.

Mein Fazit

Ich habe viel auf der Konferenz gelernt, doch am wichtigsten war für mich die Haltung, neue Ideen und Konzepte auszuprobieren, ohne Angst zu haben, dass etwas schiefgehen könnte. „Social Media bedeutet Mensch sein“, war der Leitsatz des Keynote-Speakers Daniel Zoll und diesen Gedanken konnte man im Gesamtprogramm der #AFBMC spüren.

Was heute funktioniert, kann morgen schon wieder floppen. Das ist leider die Realität von Social Media Managern. Wir müssen lernen, damit umzugehen und Gelassenheit entwickeln, uns von Misserfolgen nicht stressen zu lassen. „Mut ist das Social Media Tool des Jahres 2017“, sagte Rober Seeger in seinem Vortrag über die Content Strategie bei Palmers und es war für mich das Schlagwort der Allfacebook Konferenz in München. Mutige Ansätze entwickeln, inspirieren, unterhalten, informieren und aktivieren  – nicht nur die Fans und Follower, sondern auch immer wieder uns selbst.

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