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„Jeder Kunde erhöht den Bedarf an Kommunikation“

Nur wenige IT-Unternehmen aus Deutschland sind „Unicorns“ – Firmen, die mit über einer Milliarde Dollar bewertet werden. TeamViewer aus dem baden-württembergischen Göppingen gehört zu diesen digitalen Weltmarktführern. Flaggschiff des Anbieters von  Software zur digitalen Vernetzung und Zusammenarbeit ist die Fernwartungs- und Webkonferenz-Software mit dem gleichlautenden Namen TeamViewer, die weltweit auf über 400 Millionen Geräten aktiv ist und seit dem Markteintritt insgesamt über 1,3 Milliarden Mal installiert wurde – Tendenz stark steigend. Seit Oktober 2014 ist Storymaker die deutsche PR-Agentur für die Produkte, mit denen Administratoren von Unternehmen auf Endgeräte wie PCs, Notebooks, Smartphones aber auch vernetzte Sensoren, Maschinen oder Werbedisplays zugreifen können. Privatpersonen haben die Möglichkeit für die Fernwartung ihrer IT-Ausstattung eine kostenlose Version zu nutzen. Wir sprachen mir Axel Schmidt, Senior PR Manager bei TeamViewer, über die Kommunikation für das digitale Erfolgsunternehmen.

Axel Schmidt, Senior PR Manager TeamViewer GmbH


Björn Eichstädt (BE):
Die Software von TeamViewer kennt doch eigentlich jeder in Deutschland. Warum muss man da überhaupt noch kommunizieren?

Axel Schmidt (AS): Mit jedem Kunden steigt der Bedarf an Kommunikation. Wir kommunizieren als Unternehmen ja nicht nur, weil wir unsere Software verkaufen wollen, sondern, weil wir als Kommunikatoren letztlich den kompletten Product Lifecycle begleiten müssen: Nutzer müssen verstehen, wie sich das Produkt weiterentwickelt. Sie müssen vermittelt bekommen, dass wir ihre Anregungen tatsächlich aufgreifen und in die Weiterentwicklung der Produkte integrieren. Gerade im heiß umkämpften Software-Markt können wir uns kommunikativen Stillstand nicht erlauben. Auch geht es in unserer PR nicht nur um unser Produkt, sondern generell um unser Unternehmen, unsere Reputation, unsere Glaubwürdigkeit. Diese Arbeit zahlt sich vor allem in Krisensituationen aus.

BE: In der Vergangenheit kam es auch dann und wann zu Missbrauchsfällen: Jemand hat sich über die Fernwartung per TeamViewer Zugriff auf einen Rechner eines unbedarften Nutzers verschafft. Was kann die PR in einem solchen Fall tun?

AS: Es sind oft Menschen das Ziel von Betrügern, die unsicher im Umgang mit Technik sind. Diese eher unsicheren Nutzer fallen am häufigsten auf „Social Engineering“ herein. Da hilft seitens der Unternehmens-PR eigentlich nur, das Thema in die Hand zu nehmen. Als PR-Verantwortlicher kommt es in solchen Fällen für mich darauf an, mich nicht „weg zu ducken“, aufzuklären und zu informieren. Das heißt zum Beispiel, dass ich zur Verfügung stehe: für die Journalisten und unsere Nutzer. Außerdem arbeiten wir mit den Großen in der IT-Branche zusammen: Gemeinsam mit Google, Microsoft, Dell und anderen haben wir etwa im letzten Monat vier betrügerische Call Center in Indien gemeinsam mit den Behörden vor Ort schließen lassen können.

BE: Was sind ansonsten Eure kommunikativen Herausforderungen? Und wie haben sich diese in den letzten Jahren geändert?

AS: Wir müssen die richtigen Prioritäten setzen, denn Ressourcen sind leider endlich. Bei uns haben die Nutzerbedürfnisse bei der Kommunikation Priorität. Darüber hinaus ist TeamViewer in den letzten Jahren immer internationaler geworden. Deshalb ist die Arbeit mit Agenturpartnern vor Ort sehr wichtig. Und damit dann auch das Zusammenspiel mit anderen Kulturen, was durchaus eine Herausforderung sein kann. Eine weitere Entwicklung, mit dem wir uns auseinandersetzen, ist die Digitalisierung. Die klassischen Medien sind nur noch einer von vielen Kontaktpunkten. Blogger und Multiplikatoren anderer Couleur spielen eine immer größere Rolle. Es ändert sich viel und das Wichtigste ist es, dass wir uns darauf einlassen.

BE: Wie hilft Euch dabei eine Agentur wie Storymaker?

AS: Zunächst denke ich, dass die Auswahl einer Agentur immer eine Investition über die Zeit ist. Nur wenn uns ein Partner auch mittel- bis langfristig helfen kann, ist er der richtige. Wir haben uns vor zweieinhalb Jahren für Storymaker entschieden, weil die Agentur uns bereits kannte und weil wir uns von Euch verstanden gefühlt haben. Storymaker kennt die lokale Bodenständigkeit genauso wie das Silicon Valley. Das passt zu uns, denn wir haben uns vom schwäbischen Start-up zu einem globalen Software-Unternehmen gewandelt. Das war ein echter Pluspunkt. Was uns außerdem von Anfang an beeindruckt hat: Ihr denkt immer in einer Story. Ich kann einfach etwas eher Abstraktes per Email schicken – am Ende habe ich ein Thema. Und was uns natürlich auch wichtig war: Die Agentur hatte bereits eine Geschichte und eine gute Reputation im technologischen Umfeld.

BE: Wie sieht die Zukunft der TeamViewer-PR aus?

AS: Da tun sich einige Spielfelder auf: Bei TeamViewer machen wir schon lange nicht mehr nur für einen Markt Kommunikation, sondern am Ende weltweit. Wir verkaufen Software in beinahe jedes Land der Welt. Alles wird also immer internationaler und gleichzeitig vernetzter, denn es gibt nicht mehr nur die klassische Produkt-PR, Corporate PR und ähnliche Disziplinen. Sondern auch Social Media, Blogs und andere digitale Plattformen, wo wir immer integrierter agieren können. Hierbei ist Storytelling auf jeden Fall ein zentrales Thema, das wir auch zunehmend global verfolgen. Features und Functions sind in der Produktkommunikation tot. Wir brauchen gute Geschichten und Visionen, die den Weg weisen.

BE: Also geht es weg von der klassischen PR?

AS: Nein! Die klassische PR ist wichtiger denn je. Für mich ist keine Social-Media-Aktivität denkbar, wenn nicht gleichzeitig klassische PR läuft. Die PR muss noch lange der Taktgeber sein. Genau wie im Software-Umfeld auch kommt es darauf an, Schnittstellen bereitzustellen, um so andere Kanäle bedienen zu können. Dabei muss aber immer auch gewährleistet sein, dass Content nicht einfach nur planlos in die verschiedenen Kanäle „geblasen“ wird. Es geht darum, den richtigen Faden aufzugreifen und weiter zu spinnen.

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