Storymaker

Weihnachts-Auslese

Weihnachtszeit ist Lesezeit. Auch bei uns. Hier die Buchtipps der Storymaker MitarbeiterInnen (die übrigens alle ein haptisches Buch in der Hand hatten, wie schöööön):

The Expanse (Bücher 1 bis 5) von James S. A. Corey, gelesen von Sven Spöde

In einigen hundert Jahren hat die Menschheit das Sonnensystem besiedelt – und wie immer gibt es Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen an Menschen: Die von der UN geführte Erde, die neue Militärmacht Mars und die Menschen, die äußere Planeten und Asteroiden besiedeln. Als dann noch ein Eisfrachter verschwindet, der die Menschen im äußeren Sonnensystem mit Wasser versorgt geht die spannende Story mit viel Action los. Ist es eine riesige Verschwörung oder ein Angriff von Aliens? Oder beides?
Interessante Charaktere in einer neuen komplizierten Welt, kein Wunder, dass Netflix bereits die erste Hälfte des ersten Buches als Serie verfilmt und veröffentlicht hat. Die Bücher geben dabei viel Stoff für weitere Staffeln bei der immer die Frage im Mittelpunkt steht, warum, egal wie groß die externe Bedrohung ist, die Menschheit es immer wieder schafft sich in internen Kriegen und Streitigkeiten selbst an den Rand der Auslöschung zu bringen?

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Panikherz von Benjamin Stuckrad-Barre, gelesen von Heidi Haug

Ehrlich, brillant, Udo-verliebt. Sein Leben als Literatur-Rockstars der Pamper-Generation erzählt S-B gar nicht so weich gespült. Wie seine Vorbilder – vor allem und immer wieder Udo Lindenberg – hatte es ihn heftig nach unten gezogen. Danach wieder aufgerappelt und biografisch aufgearbeitet – ein kurzweiliges Buch in kurzen Kapiteln mit vielen Erinnerungen an die letzten zehn Jahre.

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HHhH (Himmler Hirn heißt Heydrich) von Laurent Binet, gelesen von Mara Ebinger

Einzigartig und unglaublich packend. Ein postmoderner Geschichtsroman über das Attentat auf den gefährlichsten Mann des Dritten Reiches. Binet taucht in die NS-Geschichte ein und erzählt sie als Groteske – und beleuchtet dabei seine eigene Rolle als Erzähler und Vermittler. Wie kann er die historische Wahrheit des Attentats wiedergeben, wenn doch gar nicht klar ist, dass es eine solche Wahrheit gibt. Ein Buch das nachwirkt!

Kleiner Versager von Gary Shteyngart, auch gelesen von Mara Ebinger

Der schmächtige jüdisch-russische Igor emigriert mit seinen Eltern nach Amerika, genauer: Queens. Und wird zu Gary. In Shteyngarts autobiografischem Roman geht es um alles: Familie, Freundschaft, Liebe, das Erwachsenwerden, Geschichte und Geschichten, den Clash der Kulturen und v.a. um Sprache. Komisch, nachdenklich und sprachgewaltig. Shteyngarts Sprache ist mitreißend und lässt einen die Welt aus einem anderen Blickwinkel sehen.

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Phoenix von Osamu Tezuka, gelesen von Björn Eichstädt

2016 war mein Jahr des Manga. Wie Storytelling in Bildgeschichten in Japan funktioniert, das wollte ich lernen. Dabei vertiefte ich mich sehr in das insgesamt mehr als 150.000 Seiten umfassende Werk des „Walt Disney Japans“ Osamu Tezuka. Hierzulande vielleicht dem ein oder anderen als Schöpfer von Kimba dem weißen Löwen oder Astro Boy bekannt, hat Tezuka mit Phoenix sein Meisterstück abgeliefert. Steinzeit und Science-Fiction-Zukunft, die Geschichte der Welt und des Menschen treffen hier in einem Werk aufeinander, das über einen Zeitraum von fast 30 Jahren verfasst wurde. Ein absoluter Tipp für alle, die unter Manga bisher her kreischige Japan-Comics verstanden haben.

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Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes, gelesen von Nina Leibinger

Jojo Moyes erzählt eine schöne und traurige Geschichte zweier Liebenden, die das Schicksal zusammenführt. Will Traynor, ein erfolgreicher Geschäfts- und Lebemann wird nach einem Unfall zum Tetraplegiker und Pflegefall. Louisa Clark, eine intelligente junge Frau, die eigentlich nichts aus ihrem Leben macht, wird Wills Pflegerin und ihr Leben erfährt eine komplette Veränderung – sehr lesenswert und berührend!

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Du sollst nicht töten von Jürgen Todenhöfer, gelesen von Sven Heinzer

Der ehemalige CDU-Politiker ist seit des Afghanistan-Krieges Ende der 70er Jahre immer wieder in den Kriegsschauplätzen des Mittleren Osten unterwegs. Er genießt dort dank seines Engagements über Volks- und Religionsgruppen hinweg großen Respekt und bekommt dadurch Einblicke, die sich nicht von einem Schreibtisch aus recherchieren lassen. In seinem Buch beleuchtet der Publizist die vielfältigen Aspekte, die zu den aktuellen Krisen und zum islamistischen Terror geführt haben. Die Stärke des Buches: Der Publizist schlägt sich in seiner Argumentation nicht nur auf eine bestimmte Seite der Konfliktparteien. Sein Fazit ist dagegen eindeutig – Krieg ist niemals der richtige Weg zum Frieden. Ein Buch, das nachdenklich macht.

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Zeit der Finsternis von Malla Nunn, gelesen von Judith Klingler

Johannesburg in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts wird beherrscht von Rassentrennung und Korruption. Ein Kriminalfall vor diesem Hintergrund und ein Detective Sergeant mit einem gefährlichen Doppelleben sorgen für reichlich Spannung – und geben interessante politische und gesellschaftliche Einblicke ins Südafrika zu Zeiten der Apartheid.

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