Allgemein

„Die Story verbindet Markenkern und Inhalte“

Welche Wirkung Geschichten entfalten können, hat Cornelia Geißler schon im Volontariat erfahren. Gemeinsam mit ihren Jungjournalisten-Kollegen führte sie ein Interview mit einem Pharmaboss für das Handelsblatt. Der CEO äußerte Zweifel an der spezifischen Entwicklung eines Geschäftsbereiches – prompt brach am Tag nach der Veröffentlichung der Börsenkurs ein. Heute hilft sie Kunden lieber dabei, Erfolgs-Stories zu schreiben.

Björn Eichstädt (BE): Cornelia, seit Anfang Oktober 2016 bist Du bei Storymaker als Director Story & Content Strategy an Bord. Wieso war Storymaker für Dich ein logischer Karriereschritt?

Cornelia Geißler (CG): Für meinen Wechsel gab es mehrere Gründe. Ich habe schon sehr unterschiedliche Dinge gemacht: ich war Wirtschaftsjournalistin, Redenschreiberin und habe wissenschaftlich zu einem Thema im Bereich Medienmanagement gearbeitet. Zuletzt war ich Head of Content Strategy bei der Unternehmensberatung Roland Berger. Der Schritt vom Unternehmen in eine Agentur ist eher ungewöhnlich, haben mir viele gesagt. Für mich persönlich war dieser Schritt genau der richtige, denn ich wollte nicht nur eine einzige Story gestalten, sondern mit möglichst vielen verschiedenen Kunden zusammenarbeiten. Denn das Interessante ist, ausgehend von ihrer Kernstory haben Unternehmen völlig unterschiedliche Ziele. Die einen brauchen sie hauptsächlich für ihre PR- Arbeit, die anderen für ihre gesamte Kommunikationsstrategie oder sogar für Change-Maßnahmen. Ich wollte außerdem wieder in einem Team arbeiten, dessen Kerngeschäft Kommunikation ist. Last but not least war es die Firmenkultur, die mich angelockt hat. Bei Storymaker arbeiten Kommunikationsprofis, die zupacken wollen, die nicht an ihrem individuellen, sondern am gemeinsamen Erfolg arbeiten, die neugierig sind und ihr Wissen gerne mit Kollegen teilen.

BE: Wo liegen Deine Schwerpunkte für die Agentur und unsere Kunden?

CG: Ich komme überall da ins Spiel, wo Inhalte eine große Rolle spielen. Ich unterstütze Kunden dabei, ihre Story zu entwickeln und daraus eine Themenarchitektur abzuleiten. Ich mache mir mit dem Team zusammen Gedanken darüber, wie die Story für die gewünschten Zielgruppen in den unterschiedlichen Kanälen am besten rübergebracht werden kann. Funktioniert ein Meinungsbeitrag besser oder ein Videointerview, wenn ich über die Vision eines Unternehmens sprechen möchte? Was muss ich tun, um neben der Fachpresse auch die breiteren Medien mit meiner Story anzusprechen? Erreiche ich Multiplikatoren in einer bestimmten Branche besser über Social Media oder über die klassische PR? Und meine Aufgabe ist es, die Qualität von Inhalten zu sichern. Das heißt, sie sollen so verständlich wie möglich und stilistisch einwandfrei an den Kunden geliefert werden.

Dr. Cornelia Geißler, neu als Director Story & Content Strategy bei Storymaker

Dr. Cornelia Geißler, neu als Director Story & Content Strategy bei Storymaker

BE: Was ist aus Deiner Sicht derzeit elementar im Bereich Content – sowohl im Analogen wie auch im Digitalen?

CG: Ich glaube, Unternehmen müssen heute sehr beweglich sein und bereit, ein bisschen zu experimentieren. Meine Beobachtung ist, dass sich viele Unternehmen mit starren Regeln bei ihrer Kommunikation stark einschränken etwa mit mehrstufigen Abstimmungsrunden, kompliziertem Corporate Wording und aufwändigen Reporting-Prozessen. Steuerung ist zweifellos wichtig. Wenn jedoch in die Verwaltung der Inhalte mehr Energie und Geld fließt, als in die Kreativität, erstklassige Inhalte zu entwickeln, ist das Ergebnis oft nur Mittelmaß. Für den Effekt auf dem Markt ist das fatal, weil diese Botschaften meist im allgemeinen Rauschen untergehen.

BE: Bei Storymaker steht die Kern-Story von Unternehmen im Zentrum unserer Arbeit. Was bedeutet das für den Content?

CG: Die Kern-Story ist nach unserem Verständnis ein Narrativ des Markenkerns. Wir hantieren also nicht mit irgendwelchen abstrakten oder austauschbaren Definitionen, um den Markenkern zu beschreiben, sondern mit echten, erlebbaren Geschichten. Dadurch ist der Zusammenhang zwischen Inhalten und Markenkern sehr intuitiv. Mit einer Story kann jeder Mensch im Unternehmen etwas anfangen, sei es nun der Marketingexperte, der Mitarbeiter im Lager oder die Führungskraft im Controlling.

BE: Digital, multimedial, mit bewegten Bildern und Social-Media-Anbindung. Viele Unternehmen fühlen sich heute im Bereich Content überfordert. Wie sollte man vorgehen, damit man den Wald vor lauter Bäumen nicht aus den Augen verliert?

CG: Ich habe oft den Satz gehört: „Das können wir doch eben schnell selber schreiben“. Es gibt viele Menschen, die glauben, Inhalte entwickeln könnte in Prinzip jeder. Meiner Meinung nach unterschätzen sie die Aufgabe gewaltig. Gute Geschichten, Reden, Blogs oder Fachartikel zu schreiben ist anstrengend, benötigt Zeit und Hingabe und braucht professionelle Unterstützung. Wie geht man mit dieser Erkenntnis um? Das klingt banal, aber ich glaube grundsätzlich gilt die Regel: Weniger von dem Richtigen ist mehr. Die Story ist ein sehr guter Ausgangspunkt um die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche zu lenken. Hat man daraus Themen, Formate und Inhalte abgeleitet, von denen man überzeugt ist, sollte man in einige wenige Projekte maximale Energie und Ressourcen stecken.

Mehr lesen:

Hinterlassen Sie den ersten Kommentar!

Kommentar verfassen