Digitale Kommunikation·Social Media·Story-Entwicklung

Wir brauchen Digical Storytelling

Digical – ein schöner neuer Begriff, den die Managementberater von Bain & Company da in ihrer aktuellen Studie verwendet haben – er steht für eine Kombination aus Digital und Physical und beschreibt ein Hybridmodell, in dessen Richtung sich ganz viele Branchen bewegen.

Waren es vor ein paar Jahren nur ausgewählte Bereiche, so wird der Hybrid immer mehr zur Realität in den allermeisten Geschäftsbereichen und für die meisten Geschäftsmodelle. Früher gab es entweder Warenhäuser oder Online-Shops, heute hat fast jedes Handelsunternehmen neben seinen Niederlassungen auch eine E-Commerce-Aktivität, während immer mehr E-Commerce-Anbieter auch eine physische Präsenz im Real-life bekommen. Bei Storymaker kennen wir das von unseren Kunden Osiander, einem eigentlich klassischen Buchhandelsunternehmen, das neben 30 Buchhandlungen schon seit vielen Jahren immer aktiver und erfolgreicher im E-Commerce wird.
Andererseits hat unser Kunde AmbienteDirect.com neben seinem bereits in den 90ern gegründeten E-Commerce-Business inzwischen auch ein eigenes Designhaus eröffnet, in dem man sich die Designstücke vor Ort anschauen und auch direkt kaufen kann. Und das sind nur einige wenige Beispiele aus dem eigenen Kundenstamm.

Auch die Revolution der Personentransportbranche, die die aktuellen Diskussionen rund um Uber und Co. ausgelöst haben, und zu denen natürlich auch der deutsche Branchenprimus MyTaxi – mit anderen Diskussionen – , gehört sind im Kern Digical: ein altes physikalisches Geschäftsmodell wird mit moderner digitaler Mobiltechnologie zum Innovationserfolg.

Was bedeutet diese Entwicklung für die Vermittlung der Story eines Unternehmens? Nun zunächst, dass für traditionell physikalische Unternehmen neue Touchpoints in der digitalen Sphäre hinzukommen. Und für digitale Unternehmen, dass die Kohlenstoffwelt auf einmal in Kontakt mit ihren Aktivitäten kommt. Die „Digical Story“ gehört an all diese Touchpoints. Denn das kommunikative Erleben eines Unternehmens darf nicht davon abhängen, ob gerade der „Store-Manager“ die Verantwortung für die kommunikativen Aktivitäten eines Unternehmens hat oder der Social Media Manager. Überall muss die Identität eines Unternehmens in gleicher Weise aufscheinen, die selbe Geschichte erzählt und das gleiche Gefühl erzeugt werden. Der Bruch, der früher schon manchmal zwischen Werbe- und Medienidentität und Realität eines Unternehmens ging, muss künftig auch zwischen digitalen und physikalischen Kontaktpunkten eines Unternehmens gekittet werden. Oder gar nicht erst auftauchen, weil die Diversität der Kontaktpunkte von Anfang an als Realität der Storykommunikation mit konzipiert wurde.

Braucht es also einen Storybeauftragten, der die Durchgängigkeit des roten Fadens an allen Touchpoints im Auge behält? Nicht unbedingt. Aber wir brauchen ein Bewusstsein für die Unternehmensstory in allen Bereichen der Kommunikation. Und eine Rolle innerhalb des Unternehmens, die dafür Zuständig ist die Unternehmensstory allen Touchpoint-Verantwortlichen zu vermitteln. Nur dann wird die digicale Evolution nicht zu Rissen im Storytelling führen.


Mehr lesen:

Hinterlassen Sie den ersten Kommentar!

Kommentar verfassen