Infografik statt Pressemitteilung

von Katrin Kuch

Seit Menschen anfingen, in Höhlenwände oder Baumstämme zu ritzen gibt es sie: die Infografik. Sie verdichtet eine Fülle an Daten und macht komplexe Sachverhalte im Idealfall auf einen Blick erfassbar. Diese Eigenschaften sind der Grund für ihr großes Revival in den letzten Jahren. Die Menge an Information ist immens gestiegen, gleichzeitig ist die Zeit, die wir zur Rezeption verwenden, gesunken. Wie gut, dass die Infografik hilft, mehr in kürzerer Zeit aufzunehmen. Das verschafft ihr auch ihre Beliebtheit im Social Web: Schnell verstanden, schnell geliket, schnell geteilt.

Infografik über Infografiken

Ihre Formen sind vielfältig. Sie reichen von einfachen Kuchen- oder Balkendiagrammen bis hin zu interaktiven Stories, die durch Klicken oder Scrollen eine Dramaturgie bekommen und viele Aspekte eines Themas erschließen.

Doch was macht eine gute Infografik aus?

  • Wahrhaftig sein: Eine Infografik, die den Namen verdient, muss auf repräsentativen Daten beruhen und diese nicht verzerren oder in falsche Zusammenhänge setzen. Zum Beispiel keine unterschiedlichen Studien vermengen.
  • Nicht Grafik um der Grafik willen: Am Anfang sollte man nicht nur überlegen „Hat das Thema das Zeug zur Verbreitung via Social Media?“, sondern auch kritisch fragen „Ist der Stoff für eine Infografik geeignet?“. Häufig werden mittlerweile „Info“-grafiken zu Trendthemen erstellt, um mit dem Versprechen „Alles Wissenswerte auf einen Blick zu …“ Klicks zu erzeugen. Hier eines von viel zu vielen Negativ-Beispielen. Ziel sollte ein Erkenntnisgewinn beim Betrachter sein.
  • Klare Gestaltung. Sonst kann die Grafik ihren Sinn – schneller Zugang zu komplexer Information – nicht erfüllen und der Betrachter ist nicht schlauer, als wenn er seitenweise Text zum Thema gelesen hätte. (Ok., es gibt eine Ausnahme: die Grafik soll die Komplexität von Dingen veranschaulichen, z.B. die Produktbezeichnungslinien in der Staubsaugerbeutelindustrie, die erst noch erstellt werden muss. Unfreiwilliges Beispiel: die US-Militärstrategie)

 

Gute Beispiele:

Schöne Interaktive Infografik über die Menge an Wasser, die wir täglich verbrauchen

Die Entwicklung von Nokia Phones von 1984 bis in die Zukunft

Fakten und Nachrichten ironisch aufgegriffen und visuell sehr schlicht gehalten beim Süddeutsche Zeitung Magazin

 

Es gibt mittlerweile eine Menge Tools, die das Erstellen von Infografiken erleichtern oder gar abnehmen. Man gibt ein paar Daten ein und – platsch! – da kommt die Visualisierung. Das kann in manchen Fällen recht praktisch sein.

Wie kann man Infografiken in der Unternehmenskommunikation einsetzen?

Als Illustration von Fachartikeln waren Infografiken schon immer in Redaktionen gern gesehen. Sofern die Gestaltung neutral ist, kann die Redaktion das Schaubild einfach übernehmen, oder vom hauseigenen Grafiker ins Redaktionsdesign setzen lassen.

Für die eigenen Unternehmenskanäle im Social Web – Corparate Blog, Facebook-Seite, Twitter, Pinterest, Instagram – können Infografiken über die Communities ihre Geschichte verbreiten.

Wie zum Beispiel die von David gegen Goliath (in diesem Fall Nokia gegen Apple)

Oder hier von Citrix über die Wolken des Cloud Computing

Oder die gefährlichsten Ecken für Mobiltelefone

Ich bin der Überzeugung, dass Unternehmen mit einer guten Infografik, die ein Thema aufgreift, das Menschen bewegt, mehr Aufmerksamkeit erzeugen können, als mit einer Pressemitteilung. Nicht alle Themen sind dafür geeignet. Doch diese und viele weitere Beispiele zeigen, dass Infografiken sich zu einem Kommunikationsmittel entwickelt haben, die kein PR-ler ignorieren darf.

Und zum Schluss noch eine Klickempfehlung: Nützliche und vor allem unnütze Infografiken über Infografiken

 

  • http://www.infographics24.com/de John Gomez

    Sehr guter Beitrag. Vielen Dank fuer’s aufklaeren. Also Infografikdesign Agentur haben wir immer wieder das Problem,dass man relativ Wenig in D mit Infografiken anfangen kann

  • http://kommunikationsabc.de/2012/10/12/pr-beitraege-412012-pr-strategie-2013-endlosschleifen/ PR-Beiträge 41/2012: PR-Strategie 2013 & Endlosschleifen | kommunikationsABC.de

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