Letzte Runde einer großen Geschichte

von Björn Eichstädt

Das ist jetzt vielleicht peinlich. Aber ich stehe dazu: Die Rocky-Serie hat mich sehr geprägt in meiner Jugend. Klar, viel American Dream dabei, alles etwas überzogen, aber doch eine schöne Geschichte über den Willen etwas zu tun, sich nicht in sein Schicksal zu fügen, etwas anzupacken und vor allem: Nicht immer auf die anderen zu hören, die einen im Zweifel für irre halten.

Schöne Filme waren das – bis Rocky 5 kam und viel kaputt gemacht hat. Doch jetzt ist Sylvester Stallone mit seinem Rocky wieder da, um eine letzte Runde zu kämpfen. Und die Interviews, die Stallone derzeit gibt, um PR für sein neues Werk zu machen – wie zum Beispiel hier in der Süddeutschen – machen wirklich Lust auf den Film, der am 8.2. in den deutschen Kinos startet. Und Lust macht natürlich auch der Trailer.

War das jetzt peinlich?

  • http://www.agenturanspruch.de Dusan

    Hallo Björn,
    etwas peinlich schon, aber ich hab auch das Interview in der Süddeutschen gelesen und da überlegt man sich wirklich vielleicht rein zu gehen. Außerdem möchte ich Rocky nochmal schreien hören:”Adrian, Adrian, ADRIAN!” – so war doch der Name seiner Frau, oder?
    Grüße aus dem verschneiten Schönaich,

    Dusan

  • Steffi

    nö.

  • Björn Eichstädt

    @Dusan: Wenn Du das Interview GRÜNDLICH gelesen hättest, dann wüsstest Du, dass Adrian inzwischen tot ist und dass deswegen niemand “Adrian, Adrian, ADRIAN” schreien wird :-)

  • http://fourtysomething.twoday.net sachsenwunder

    Peinlich? Niemals!

  • Karsten

    Großartig! Ich freue mich schon auf den Film. Auch mich hat Rocky durch die Jugend und dank der zahlreichen Wiederholungen auch darüberhinaus begleitet.

  • http://www.flickr.com/photos/28371706N00/ Sebastian Selig

    Ich finde da muß einem doch nichts peinlich sein, aber dieses “schlechte
    Gewissen”, dieser Rechtfertigungsdruck, berührt im Grunde ja etwas, wie ich
    meine ganz grundlegendes in der deutschen Filmrezension. Man lässt sich da viel zu oft durchs eigene Schubladendenken ausbremsen. Schwer zu sagen woran das liegt das man sich hierbei gerade in Deutschland so besonders schwer zu tun scheint.

    Vergleicht man beispielsweise die Neugier und Offenheit einer Zeitschrift wie der brittischen “Sight & Sound” mit den da doch um ein vielfaches unbeweglicheren deutschen Epigonen “epd film”, “schnitt” oder “filmdienst” könnte man schon hin und wieder ziemlich verzweifeln.

    Rocky (vielmehr natürlich noch Rambo) hatten es da immer besonders schwer. Da wird dann nur noch die hier ja in aller Offenheit präsentierte reaktionäre Ebene wahrgenommen und das versperrt dann jeglichen Spaß am Camp, an der unvermittelten Direktheit dieser Filme, die sich in ihrer Reinheit, doch eigentlich jeglicher Kritik entziehen müssten.

    Abgesehen davon, aus welchem Film ließe sich mehr über das Mentalitätsgefüge eines im Kalten Krieg der 80er verfangenen Amerika erfahren, als aus Rocky 4?

    Bezeichnenderweise ist man ja umgekehrt durchaus bereit platteste Klischees zu aktzeptieren, ja regelrecht zu schätzen, solange sie nur eng genug mit politisch korrekter Betroffenheit verwoben sind, wie zuletzt erst mal wieder die durchweg positive Aufnahme von Babel zeigt.

  • konrad

    wie war das?: “It´s not over until it´s over”. Insofern nicht peinlich. Stallone lebt, denkt und entwickelt sich, bezieht Stellung und ist damit der, wie Andrian Kreye im Leitartikel des SZ/WE-Stallone-Specials bemerkte, der “affirmative Actionhelt”! Und er konterkariert ein “Amerika, in dem sich die Kräfte des freien Marktes immer hemmungsloser entfalten dürfen, in dem der brutale Nihilismus der HipHop-Konsumkultur den Pop bestimmt und in der die digitalen Technologien einen neuen Alltag geschaffen haben, in dem die Mehrheit der unteren Mittelschichten zunehmend an Boden verliert.” (Kreye)

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